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Polizei warnt vor Phishing-Mails und Telefonbetrügern – aktuelle Fälle in Paderborn, Delbrück und Hövelhof

Kriminelle erbeuten hohe fünfstellige Summe von Online-Konto

Paderborn/Delbrück

Die Polizei Paderborn warnt aus aktuellem Anlass vor E-Mails, die das Online-Bankkonto betreffen: „Betrüger versuchen ihre Bankdaten abzufischen und plündern das Konto!“ So hätten unbekannte Kriminelle vergangene Woche eine hohe fünfstellige Summe erbeutet.

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Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach einer Polizeistreife. Symbolbild. Foto: dpa

Die Bank verhinderte in dem Fall weitere Abbuchungen, wie die Polizei am Mittwoch berichtete. Auch telefonisch seien Bank-Betrüger wieder aktiv.

Das „Abfischen“ von Daten wird „Phishing“ genannt (eine Wortneuschöpfungen von fishing, englisch: angeln). Die Polizei beschreibt die Masche der Täter wie folgt: „Eine gefälschte E-Mail, die angeblich von der Bank des Opfers stammt ist der Auslöser. Ziel der Betrüger ist es, das Opfer zum Klicken eines Links oder zum Anklicken eines Anhangs zu bewegen. Damit kann einerseits Schadsoftware unbemerkt auf dem Rechner installiert werden, die persönliche Daten an die Täter übermittelt – oder der Bankkunde landet auf einer gefälschten Internetseite und wird dort zur Eingabe von Daten aufgefordert. So gelangen die Betrüger an Zugangsdaten samt aktueller TAN oder anderer Codes, um Überweisungen zu veranlassen.“

Diese Fake-Email, die an die Polizei in Paderborn geschickt wurde, ist zum Beispiel am Absender und an den vielen Schreibfehlern im Text erkennbar. Die Polizei dazu: „Gefährlich wird‘s beim Anklicken des Links. Vorsicht - solche Mails sofort löschen!“ Foto: Polizei Paderborn

Im aktuellen Paderborner Fall wurden kurz nacheinander mehrere Transaktionen ins Ausland veranlasst und die Beträge dort sofort weiter in andere Länder gebucht.

Zurzeit nutzen die Täter beispielsweise die Umstellung eines TAN-Verfahrens einer Bank als Anlass für ihre E-Mails. Am Dienstag tauchte eine Betrüger-Mail wegen einer angeblichen „Änderung der Nutzungsbedingungen“ im Postfach der Paderborner Polizei-Pressestelle auf (siehe Foto oben). Die Identität der Absender ist im Internet völlig verschleiert.

Auch per Telefon gelang es Betrügern am Wochenende Beute zu machen. In einem Fall, den die Polizei schildert, gab sich der Anrufer gegenüber einer Frau in Delbrück als Mitarbeiter der Hausbank aus. Angeblich hätte es verdächtige Bewegungen auf ihrem Konto gegeben, die rückgängig gemacht werden müssten. Die Frau gab dem Anrufer mehrere über die Handy-App generierte TAN durchgeben. Später fiel auf, dass von ihrem Konto mehrere tausend Euro abgebucht worden waren.

Und ein dritter aktueller Fall aus dem Kreis: Vergangenen Woche erhielt eine Hövelhoferin einen Anruf mit der Microsoft-Mitarbeiter-Masche und einem angeblich mit Schadprogrammen befallenen Computer. Dem Betrüger gelang es, über das Onlinebanking der Frau mehrere Überweisungen auf ein ausländischen Konto zu veranlassen. Da die Transaktionen schnell auffielen, konnte die Bank das Geld zurückbuchen und die Täter gingen leer aus.

Die Banken warnen, so die Polizei weiter, ihre Kunden selbst vor der Gefahr: „Kreditinstitute fordern niemals vertrauliche Daten per E-Mail, Telefon oder Post an. Und Microsoft warnt vor der Mitarbeiter-Masche. Das IT-Unternehmen ruft niemals Kunden wegen irgendwelcher Computer-Probleme an.“

Die Polizei rät: „Sollten Sie ohne eigene Veranlassung per Mail oder Telefon bezüglich ihrer Bankkonten kontaktiert werden, gehen Sie auf keine Forderungen ein und klicken Sie keine Links oder Anhänge in Mails. Wenden Sie sich selbst über Ihnen bekannte Kontaktmöglichkeiten an Ihr Geldinstitut.“

Tipps der Polizei im Internet

Kriminelle E-Mails erkennen: www.klicksafe.de/themen/rechtsfragen-im-netz/irights/betrug-im-internet/teil-2-checkliste-wie-erkenne-ich-eine-phishing-e-mail

Schutz vor Phishing: www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/gefahren-im-internet/phishing

Betrug hat viele Facetten und kann jeden treffen. Das Wissen um die Maschen der Täter reduziert die Gefahr, Opfer zu werden. Informationen und Tipps zum Thema: www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug

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