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Ettelner Jannik Salmen nach schwerer Krankheit mit Lieblingsband auf der Bühne

Konzert mit Dorfrockern als Ziel: 17-Jähriger kämpft sich zurück ins Leben

Borchen-Etteln

Beim Konzert der Dorfrocker in Borchen-Etteln brandet plötzlich Jubel auf. Viele Zuschauer haben Tränen in den Augen, als Jannik Salmen auf die Bühne geholt wird und mit der Band deren Hymne „Dorfkind“ singt. Es ist der Moment, der den 17-Jährigen nach Monaten in Krankenhaus und Reha zurück ins Leben katapultiert. 

Der Moment, in dem viele Zuschauer Tränen in den Augen haben: Jannik Salmen steht mit Dorfrocker-Frontmann Tobias Thomann auf der Bühne in der Gemeindehalle Etteln und singt „Dorfkind“. Foto: Ulrich Ahle

Hinter Jannik Salmen liegt die wohl schwerste Zeit seines Lebens: Bis zum Februar dieses Jahres lebt der 17-Jährige ein normales Leben. Er macht eine Ausbildung als Land- und Baumaschinenmechatroniker, spielt in der Blaskapelle Freud und Frohsinn Etteln das Tenorhorn und verbringt seine Zeit mit seinen Freunden. Dann erkrankt er von einem auf den anderen Tag schwer.  „Von 100 Prozent runter auf Null, von jetzt auf gleich. Jannik musste sich monatelang zurück ins Leben kämpfen“, erzählte seine Mutter Michaela, die die ganze Zeit an seiner Seite war.

Details seiner Krankheit möchte der 17-Jährige nicht in der Zeitung lesen. Nur so viel: Es war  nicht einfach, den Mut nicht zu verlieren in diesen Wochen und Monaten in Kliniken, die einfach nicht enden wollten. „Enorm viel Kraft haben mir meine Eltern  und meine Freunde gegeben, die mich immer unterstützt haben“, erzählt Jannik Salmen. Den „extra Push“ bekam er dann durch die Nachricht, dass Die Dorfrocker in Etteln auftreten. „Davon habe ich über die sozialen Medien erfahren. Die Band wollte ich unbedingt live sehen. Das war mein großes Ziel“, sagt der 17-Jährige, der die Musik der Dorfrocker schon lange hört: „Ich bin eben ein Dorfkind.“

Jannik Salmen

Fortan war das Bild, wie er in der Gemeindehalle steht und seiner Lieblingsband zujubelt, seine Zukunftsvision, die er in der Reha-Klinik fest im Blick behielt: „Ich wollte das unbedingt schaffen!“ Und tatsächlich beendete er die Reha kurz vorher und konnte mit seinen Freunden das Oktoberfest in seinem Heimatort besuchen. Was ein Erfolg! Doch es wurde noch besser. „Ich war mit meinen Freunden da. Wir hatten uns viel zu erzählen. Dann hielt Uli Ahle seine Rede und plötzlich musste ich auf die Bühne“, erzählt der 17-Jährige. Eine Riesen-Überraschung und im ersten Moment ein Riesenschreck: „Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet.“

Sieben Monate lang nicht zu Hause

Auch für seine Mutter Michaela war es eine Überraschung: „Ich glaube, in dem Moment, als ihm alle zugejubelt haben, ist ihm bewusst geworden, wie viele in den vergangenen Monaten mit ihm mitgefiebert haben.“ Jannik Salmen ist in seiner Heimatgemeinde engagiert, hilft zum Beispiel beim ehrenamtlich gestemmten Glasfaserausbau 2020 tatkräftig mit.

So wirklich bewusst, dass er den Kampf vom Krankehausbett zurück ins Leben geschafft hat, wurde es Jannik Salmen erst viel später: „Direkt in dem Moment realisiert man das nicht. Aber ich war sieben Monate weg von Zuhause und jetzt bin ich wieder da.“

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