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Entschärfung der B68-Kreuzung bei Dörenhagen: Straßen NRW schließt Überprüfung beider Varianten ab

„Ampel fachlich sinnvoller als Kreisverkehr“

Borchen/Paderborn (WV/som). Es kommt Bewegung in die geplante Entschärfung der B68-Kreuzung in Höhe der Dahler und der Dörenhagener Straße. Nachdem sich dort im April 2019 ein tragischer Unfall ereignet hatte, bei dem eine Mutter starb und ihre beiden Kinder schwer verletzt wurden, hatte die überörtliche Unfallkommission eine Ampel als schnelle Lösung befürwortet.

Die Linksabbieger-Situation an der B68-Kreuzung Dörenhagener und Dahler Straße soll entschärft werden. Eine Überprüfung möglicher Varianten ist abgeschlossen. Foto: Jörn Hannemann

Der Borchener Rat hielt stattdessen einen Kreisverkehr für sinnvoller, weshalb Straßen NRW beide Varianten überprüfte. Die Ergebnisse liegen jetzt vor und bestätigen den ursprünglichen Lösungsvorschlag einer Ampel, wie Abteilungsleiter Betrieb und Verkehr der Regionalniederlassung Sauerland-Hochstift, Rainer Schütte, auf Anfrage mitteilte.

Für eine Ampelanlage sprach aus Sicht der überörtlichen Unfallkommision schon damals, dass diese die gefährliche Abbiegesituation aus Richtung Dahl und Dörenhagen entschärfen könnte und zugleich zu einer Geschwindigkeitsreduzierung führen würde. Der Bau der Ampel hätte zudem zeitnah erfolgen können, da hierfür weder Grunderwerb noch weiterer Planungs- und Umbauaufwand erforderlich gewesen wäre.

„Ein Kreisverkehr ist im Prognosefall nicht leistungsfähig“

Für die fachliche Überprüfung musste eine Simulation mit Verkehrsdaten durchgeführt werden, für die ein externes Gutachterbüro beauftragt wurde. „Es gab eine Knotenpunkt- und eine Signalanlagenzählung“, sagt Rainer Schütte. Die Ergebnisse für beide Varianten wurden gegenübergestellt. „Aus fachlicher Sicht ist demnach eine Signalanlage die richtige Lösung. Ein Kreisverkehr ist im Prognosefall nicht leistungsfähig“, erläuterte Schütte.

Bei einer von den umliegenden Kommunen bevorzugten Kreisverkehr-Lösung bestehe die Möglichkeit, dass sich auf der B68 ein Stau bilde. Schütte: „Eine Ampel lässt sich steuern und an den Verkehr anpassen. Das geht bei einem Kreisverkehr nicht.“ Die Untersuchungen hätten gezeigt, dass eine Steuerung durch eine Ampel auch möglich sei, wenn der Verkehr auf der B68 in den kommenden Jahren weiter zunehmen sollte.

An der Dahler Straße könnte eine Fußgänger-Querung entstehen

Im Juni 2019 hatten sich die Borchener Ratsfraktionen allerdings für einen Kreisverkehr ausgesprochen und eine Resolution formuliert. In Borchen bestand die Sorge, dass eine Ampel die Chance auf einen Kreisverkehr zunichte mache. Der Landesbetrieb Straßen NRW überprüfte daraufhin beide Varianten. „Wir haben eine Knotenpunktzählung vorgenommen und eine Signalanlagenzählung. Die Ergebnisse liegen uns jetzt vor“, sagte Rainer Schütte.

Ins Detail ging er noch nicht, da die Ergebnisse derzeit bei den Fachbehörden liegen. Er verriet aber, dass es eine Fußgänger-Querung an der Dahler Straße auf Höhe der B68 geben soll. Um diese ohne Verschiebungen des Kreuzungsbereichs realisieren zu können, müssten die freie Rechtsabbiegerspur aus Richtung Lichtenau und die dreieckige Verkehrsinsel ebenfalls weichen.

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