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Reiner Allerdissen ehrt beim Neujahrsempfang sieben Borchener

„Beste Werbung für das Ehrenamt“

Borchen (WB). Das Windkrafturteil des VG Minden, die Entwicklung neuer Baugebiete, die Erweiterung der Kitas und Schulen, der Breitbandausbau – Das vergangene Jahr hatte für die Gemeinde Borchen einiges zu bieten, wie Bürgermeister Reiner Allerdissen beim Neujahrsempfang im Rathaus mitteilte.

Sonja Möller

Reiner Allerdissen (links) bedankte sich bei (von links) Sophie Henksmeier, Sigrun Böer, Stefanie Koch, Wilma Waltemate, Manuel Kleber, Sigrid Meyer und Ferdi Claes für ihr herausragendes Engagement in der Gemeinde Borchen. Foto: Sonja Möller

Dabei machte Allerdissen vor allem seinem Ärger über das jüngste Windkrafturteil Luft. Er erläuterte, was genau das Urteil des Verwaltungsgerichts Minden bedeutet. Dass bewusst Artenschutz außer acht gelassen werde und die kommunale Selbstverwaltung aufgehoben werde: „Einen anderen Schluss lässt das Urteil nicht zu. Man muss ja bedenken, dass ein Ratsmandat im Ehrenamt ausgeführt wird. Die Ratsmitglieder haben sich viele Stunden in schwierige Sachverhalte eingearbeitet, die Gemeinde hat viel Geld in die Hand genommen und die renommiertesten Planer beauftragt. Und wenn der so aufgestellte Flächennutzungsplan dann mit der Aussage der Richterin vom Tisch gewischt wird, ‚selbst mit Planungsbüro und Rechtsanwalt bekommt ihr keinen rechtsgültigen Flächennutzungsplan hin­‘, dann ist das schon grotesk“, so Allerdissen.

„Betreiber bekommen Geld dafür, dass die Windräder nicht laufen“

Der Bürgermeister erläuterte, was die Betriebseinschränkungen der vier beantragten Windräder in Etteln bedeuten: „Die Betreiber bekommen Geld dafür, dass die Windräder nicht laufen, um die Tiere geschützter Arten nicht zu verschrecken. Auf meinen Einwand, die dort lebenden Tiere würden schon durch die Bauarbeiten der Windräder verschreckt, wurde bei Gericht gar nicht eingegangen.“ Er lobte ausdrücklich den Schulterschluss mit dem Kreis, der jetzt Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt habe: „Das ist ein starkes Signal.“

Auch auf Gewalt gegen Amtsträger ging Allerdissen ein: „Das ist mir auch schon passiert. Mir wurde das Auto komplett zerkratzt.“ Er habe sich davon nicht bedroht gefühlt, zeigte sich aber besorgt über die Tendenz, wie in der Gesellschaft mit Amtsträgern umgegangen werde: „Was ich aber nie machen werde, ist mich bewaffnen. Das ist eine Entwicklung, die mir Sorgen bereitet.“

Allerdissen zeichnete zudem sieben Borchener mit der Ehrennadel der Gemeinde für besondere Verdienste aus: „Ihr aller Handeln hat bewiesen, wie viel Solidarität es bei uns gibt und wie lebendig und vielfältig bürgerschaftliches Engagement in Borchen ist. Sie geben diesem ein Gesicht und machen beste Werbung für das Ehrenamt“, betonte Allerdissen.

Die Geehrten

Wilma Waltemate engagiert sich seit Jahrzehnten in der Stephanus-Gemeinde. Seit 1974 ist sie Mitglied in der Frauenhilfe und dort seit 1976 im Vorstand tätig. Die Nordborchenerin bringt sich verantwortlich in alle Belange der Kirchengemeinde ein und setzt sich für die Menschen in ihrem Bezirk ein. Sie hat sich zur Seelsorgerin ausbilden lassen und arbeitet seit der Gründung beim Borchener Warenkorb mit.

Sigrun Böer begann in den achtziger Jahren, sich in der Stephanus-Gemeinde im Kindergottesdienstteam und bei den Kinderbibelwochen zu engagieren. Sie wurde Mitglied im Presbyterium und engagiert sich immer noch in der Frauenhilfe, deren stellvertretende Leiterin sie ist. Die Kirchborchenerin zeichnet verantwortlich für die Organisation zahlreicher Ausflüge.

Sigrid Meyer ist seit 1966 Mitglied der katholischen Frauengemeinschaft St. Laurentius Nordborchen. Angefangen als Schriftführerin, ist sie seit 1982 die 1. Vorsitzende. Zwölf Jahre führte Meyer die Geschicke der KFD Nordborchen. Sie plant die mehrtägigen Fahrten der KFD und führt sie durch. Seit 1998 ist sie Ehrenvorsitzende.

Ferdi Claes ist ein Aktivposten in Etteln. 1970 trat er in die Schützenbruderschaft ein und wurde 1976 als Jungschützenmeister in den Vorstand gewählt. Als Hauptfeldwebel und später als Hauptmann füllte er diese Position mit Leib und Seele aus. Von 2000 bis 2012 war er Oberst. Zudem ist er Mitglied im Löschzug Etteln der Feuerwehr, wo er viele Jahre im Vorstand tätig war. Er singt im Männergesangverein Cäcilia.

Die Jugendehrung

Manuel Kleber engagiert sich im Haus der offenen Tür und in der evangelisch-lutherischen Stephanus-Kirchengemeinde. Als Jugendleiter ist er aktiv in der offenen Kinder- und Jugendarbeit, wirkt an der Kinderbibelwoche mit und begleitet den Konfirmandenunterricht. Obwohl er in Elsen wohnt, engagiert er sich weiter ehrenamtlich in Borchen.

Sophie Henksmeier und Stefanie Koch haben sich ganz der Arbeit des Malteser Hilfsdiensts in der Gemeinde verschrieben. Sie sind als Kinder schon in die Gruppe der Malteser Jugend eingestiegen und selbst schulische und berufliche Veränderungen änderten daran nichts. Seit 2013 sind beide in den Ortsjugendführungskreis gewählt worden. 2015 wurde Sophie Henksmeier Ortsjugendsprecherin und Stefanie Koch ihre Stellvertreterin. Nachdem Henksmeier 2018 in den Diözesanjugendführungskreis gewählt wurde, übernahm Stefanie Koch den Ortsjugendsprecherposten. Die Gruppenleiterinnen haben jeder bis zu drei Kinder- und Jugendgruppen wöchentlich.

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