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Unfall bei Abrissarbeiten legt Baustelle lahm

Betonteile stürzen von A33-Brücke

Paderborn (WB). Bei Bauarbeiten auf der A33-Brücke Almetal zwischen Alfen und Borchen hat sich ein spektakulärer Unfall ereignet. Bei Abrissarbeiten sind Betonteile sowie Teile eines Gerüsts auf gut 20 Metern Länge von der Brücke rund 30 Meter in die Tiefe gestürzt. Dort befindet sich ein Fuß- und Radweg. Verletzt wurde zum Glück niemand.

Ingo Schmitz

Wie eine gerissene Strickleiter hängt das Gerüst von der rund 30 Meter hohen Autobahnbrücke herab. Auf der Wiese sind auch die schweren Betonteile gelandet. Foto:

Die Baustelle hatte in den zurückliegenden Monaten wegen folgenschwerer Verkehrsunfälle auf sich aufmerksam gemacht. Gestern wurde ein Vorfall eines ganz anderen Kalibers bekannt – allerdings mit einem Tag Verspätung. Dietmar Hentschel aus Alfen wandte sich an diese Zeitung, um seine Beobachtungen zu schildern. »Ich bin am Montag dort mit meinem Hund spazieren gegangen und habe die Bescherung gesehen«, berichtete er. Auf einer Länge von mehr als 20 Metern habe das Gerüst wie eine gerissene Strickleiter von der Brücke herab gehangen.

»An dem darunter liegenden Weg gab es keine Absperrung. Aus meiner Sicht bestand Gefahr«, sagte Hentschel, der nach eigenen Angaben umgehend die Gemeinde Borchen informiert habe. Völlig überrascht sei er gewesen, als die Arbeiter versucht hätten, das kaputte Gerüst zu lockern, um auch diese herabhängenden Teile abstürzen zu lassen. »Es hat sich niemand unter die Brücke begeben, um Passanten zu warnen. Der Weg blieb weiter frei«, ist Hentschel entsetzt.

Der Landesbetrieb Straßen NRW in Hamm bedauerte gestern auf Anfrage dieser Zeitung, dass es zu dem Unfall gekommen ist. »So etwas ist in meinen vergangenen 30 Jahren nicht passiert«, erklärte Franz Fischer, Projektleiter bei Straßen NRW. »Wir haben sehr viel Glück gehabt«, stellte er fest.

Nach Angaben von Fischer sei der äußere Rand der Fahrbahn, das Gesims, abgeschnitten worden. Die Betonteile hätten gesichert werden müssen, um einen Absturz zu verhindern. Offensichtlich sei es dabei zu dem Unfall gekommen: Die Betonteile seien am Montag um 9.30 Uhr umgefallen, hätten dabei das Gerüst durchbrochen und seien dann hinab gestürzt. Die Baustelle sei nach dem Unfall still gelegt und der Weg mit Bauzäunen gesperrt worden, berichtete Fischer.

In den nächsten Tagen soll das kaputte Gerüst vorsichtig entfernt und durch ein neues ausgetauscht werden. Danach würden die Abrissarbeiten an der Brücke fortgesetzt. Dass sich die Fertigstellung dadurch verzögere, sei nicht zu erwarten, so Fischer: Im Herbst seien die insgesamt drei Brücken fertig, danach müssten jedoch noch weitere Teile der Lärmschutzwand aufgestellt werden.

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