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Gemeinde beantragt Landesfördermittel in Höhe von 90 Prozent für vier Projekte – Bau einer Freiluftarena ist Priorität Nummer eins

Borchener Sportstätten werden saniert

Borchen

Die Gemeinde Borchen möchte im neuen Jahr kräftig in die Infrastruktur der Sportstätten investieren und hat in der vergangenen Ratssitzung Mittel in Höhe von 548.000 Euro im Haushalt 2021 vorgesehen. Diese Summe wird für die Umsetzung von drei Projekten in der Alten Turnhalle der Sekundarschule und der Turnhalle der Grundschule Kirchborchen sowie am Sportplatz Hessenberg benötigt.

Sonja Möller

Der Kunstrasenplatz am Hessenberg ist dringend sanierungsbedürftig. Die Kosten für die Erneuerung in Höhe von 235.000 Euro werden in den Haushalt 2021 eingestellt. Die Gemeinde Borchen hofft auf Fördergelder in Höhe von 90 Prozent. Foto: Jörn Hannemann

Allerdings hofft Gemeinde auf Fördergelder in Höhe von 90 Prozent aus dem Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten des Landes Nordrhein-Westfalen.

Der Bau einer Freilufthalle auf dem Tartanplatz vor der Alten Turnhalle der Sekundarschule hat dabei bei den Förderanträgen oberste Priorität, soll aber nur im Fall eines positiven Bescheids realisiert werden. Der Eigenanteil der Gemeinde betrüge 50.500 Euro. Insgesamt belaufen sich die Baukosten auf 505.000 Euro.

Von der Prioritätenliste heruntergenommen ist der Bau eines Bikeparks in Etteln. Dieser wird verschoben, da hier noch Fragen nach dem Grundstück und dem Naturschutz offen sind.

Uwe Gockel erwartet die Entscheidung über die Fördermittel bis Ende Februar.

Bau einer Freilufthalle

Die Gemeinde möchte auf der Fläche des Tartan-Platzes vor der Alten Turnhalle der Sekundarschule eine Freilufthalle (der McArena GmbH) für den Breitensport bauen. Bürgermeister Uwe Gockel ist überzeugt, dass dies die Lösung für neue Hallenkapazitäten im Sportstättenbau ist und viele Vorteile liefert.

Eine Freilufthalle ist eine Mischung aus Sportplatz und Sporthalle. Das überdachte Kunstrasenspielfeld in den Maßen 30 mal 15 Meter wäre einmalig im Kreis Paderborn, sagt Gockel. Die Anlage schaffe dringend benötigte Kapazitäten für einen ganzjährigen Sportbetrieb. Die Outdoor-Arena ist multifunktional nutzbar und ideal für Schul-, Betriebs und Freizeitsport. Hier könnten verschiedene Angebote vom Zumba-Kursus, Spinning-Event über Gesundheitskurse bis zur Torwartschule viel möglich.

Das Projekt soll nur umgesetzt werden, wenn das Land die Fördergelder in Höhe von 454.500 Euro bewilligt. Betrieben werden soll die McArena über den SC Borchen. Aus den Vorgesprächen sei deutlich geworden, dass die Unkosten für Betrieb und Unterhaltung beim Verein liegen könnten, teilte Uwe Gockel mit. FWB und SPD fragten, ob wirklich alle Vereine der Gemeinde die Freiluftarena nutzen können, auch aus den anderen Ortsteilen. Jürgen Schmidt (SPD): „Wenn sportliche Belange mit Gemeindemitteln finanziert werden, sollte die Fläche allen zur Verfügung stehen.“

Turnhallen

Die Lüftungsheizung in der Alten Turnhalle hat nach Angaben der Verwaltung Brandschutzmängel und entspricht energetisch nicht dem heutigen Standard. Sie soll gegen eine Deckenstrahlheizung ausgetauscht werden. Damit könne in Kombination mit der vorgenommenen Erneuerung der Heizzentrale die Energiebilanz des Gebäudes verbessert werden. Dies gelte auch für den Austausch der Hallenbeleuchtung gegen LED-Technik. Die Kosten belaufen sich auf 110.000 Euro für die Heizung und 68.000 Euro für die Beleuchtung.

Auch in der Turnhalle der Kirchborchener Grundschule möchte die Gemeinde die Lüftungsheizung durch eine Deckenstrahlheizung ersetzten. Außerdem ist der Regler der alten Heizung nicht mehr in allen Bereichen einstellbar. Da es keine Ersatzteile gebe, werde die Regelung auch ausgetauscht. Auch einen neuen Prallschutz soll es geben. Dieser sei in den vergangenen Jahren immer wieder geflickt worden und er sei an mehrere Stellen beschädigt. Die Kosten belaufen sich auf 65.000 Euro für die Heizung, 20.000 Euro für die Regelung und 50.000 Euro für den Prallschutz.

Sportplatz Hessenberg

Der Kunstrasenplatz auf dem Sportplatz Hessenberg muss dringend ausgetauscht werden. Durch die intensive Nutzung der Sportstätte von Vereinen und dem Haus der offenen Tür in den vergangenen zehn Jahren sei der Belag stark abgenutzt. „Eine zeitnahe Erneuerung ist unumgänglich“, sagte Gockel. Diese kostet 235.000 Euro. Die Summe soll im Haushalt vorgesehen werden.

Bikepark Etteln

Der Förderantrag für einen Bikepark mit Downhillstrecke und Pumptrack in Etteln ist auf die nächste Förderrunde verschoben. Hier fehlten den Ratsmitgliedern einige wichtige Angaben. Die Kosten für den Bau sind mit 100.000 Euro kalkuliert. Die Gemeinde müsste davon 10.000 Euro tragen. Uwe Gockel teilte mit, dass nach ersten Rücksprachen als Standort die Wiese oberhalb des Sportplatzes oder eine Fläche südlich des Paddelteichs in Frage kämen.

Die Fraktionen waren sich nicht einig. FDP, FWG und CDU bekräftigten, dass sie Vertrauen in Ettelns Ortsvorsteher Ulrich Ahle hätten, ein solches Projekt auf die Beine zu stellen. Die SPD wollte wissen, was passiere, wenn der Grundstückseigentümer diese Fläche irgendwann nicht mehr zur Verfügung stellen wolle: „Müssen wir dann die Fördergelder zurückzahlen?“ Die Grünen sahen die Fragen des Naturschutzes nicht geklärt. Bürgermeister Uwe Gockel geht davon aus, dass der Fördertopf für Investitionen in die Sportstätten auch in den kommenden Jahren zur Verfügung steht.

Prioritätenliste steht

Mit einer Gegenstimme hat der Rat die Prioritätenliste mit dem Bau der Mc Arena auf Position eins und der Erneuerung des Kunstrasenplatzes Hessenberg auf Platz vier beschlossen. Uwe Gockel erläuterte, dass vor allem Pilotprojekte und solche mit großer Außenwirkung Chancen auf eine Förderung hätten.

Dagegen stimmte Hubertus Franke (CDU): „Den Hessenberg auf Platz vier zu setzen, halte ich für falsch. Ich möchte sagen, es ist einer der am meisten genutzten Kunstrasenplätze deutschlandweit. Wir kommen um eine Erneuerung nicht herum. Ich sehe auch hohe Kosten durch den Brandschutzbedarfsplan auf uns zukommen. Die Priorität einer Freiluftarena sehe ich nicht.“ Auch Carsten Koch (FWG) betonte, dass sich seine Fraktion schwer tue, Neues zu schaffen, bevor Altes saniert werde.

Kämmerer Henry Klare äußerte Bedenken, die Prioritätenliste zu ändern: „Es kann sein, dass wir dann mit leeren Händen dastehen.“

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