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Borchener Rat stimmt weiteren Planungen für Entlastungsstraße zu

Bürgermeister kriegt die Kurve

Borchen (WB). Bürgermeister Reiner Allerdissen hat eine weitere Hürde auf dem Weg zu einer Entlastungsstraße für Nordborchen genommen. Der Gemeinderat hat mit breiter Mehrheit zugestimmt, die Planungen zu intensivieren. Bis zum möglichen Bau dürften allerdings noch viele Jahre ins Land ziehen.

Per Lütje

In Höhe der 180-Grad-Kehre der Paderborner Straße soll eine künftige Entlastungsstraße abzweigen und um Teile Nordborchens herumgeführt werden. Die geplante Trassenverlauf kreuzt die Wegelange und mündet schließlich in die Kreuzricke. Foto: Besim Mazhiqi

Ausschlaggebend für den Sinneswandel einiger Fraktionen, die dem Vorhaben beziehungsweise der Trassenführung bislang eher skeptisch gegenüber stehen – darunter die Grünen –, war eine Mitteilung Allerdissens, danach Fördermittel für das Projekt zur Verfügung stehen. Gegenüber dem WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATT sprach der Verwaltungschef von 70 bis 80 Prozent Kostenübernahme seitens des Landes – und das beträfe nicht nur die rund 3,3 Millionen Euro Baukosten, sondern auch Ausgaben für zum Beispiel Planung und Vermessung. »Nicht in dem Betrag enthalten sind bislang die Kosten für einen Geh- und Radweg. Einen solchen halte ich aber für unabdingbar, und auch dieser wäre förderfähig«, sagte Allerdissen. Zudem gebe es keine Warteliste, so dass das Bauprojekt bei entsprechendem grünen Licht der Genehmigungsbehörden umgehend umgesetzt werden könnte.

Entlastungs- und nicht Umgehungsstraße

Vorgesehen ist, dass die Entlastungsstraße östlich von Nordborchen verläuft. Ausgangspunkt soll ein Kreisverkehr in Höhe der 180-Grad-Kehre auf der Paderborner Straße sein. Die Trasse kreuzt anschließend die Wegelange und wird oberhalb der Biogasanlage an die Kreuzricke angebunden. Der Bürgermeister spricht ausdrücklich von einer Entlastungs- und nicht von einer Umgehungsstraße: »Letztere hat den Zweck, einen kompletten Ortsteil abzukoppeln. Das ist hier aber nicht der Fall. Hier geht es darum, die Wohngebiete an Kreuzricke, Wegelange und Schützenstraße zu entlasten«, erläuterte Allerdissen.

Der Verwaltungschef betonte, dass das Projekt nicht seine Erfindung sei, sondern grundsätzlich bereits vor seiner Zeit auf den Weg gebracht worden sei. »Damals hat man es in der Folge aber aufgrund der Entwicklung der Gemeinde wieder verworfen.« Nun aber hätten sich die Rahmenbedingungen laut Allerdissen wieder insofern geändert, dass das Vorhaben dringender denn je sei. In die Waagschale wirft er zum einen die steigende Bevölkerungszahl Borchens und zum anderen den anstehenden Lückenschluss auf der A33, was seiner Ansicht nach zu einem höheren Verkehrsaufkommen führen dürfte. »Mit der Entlastungsstraße würden wir die Situation auf der Paderborner Straße entschärfen.«

Weitergehende Forderungen

Nicht weit genug gehen die Planungen den Freien (FDP/FWB). Sie fordern einen Abstand einer Entlastungsstraße zur Wohnbebauung von mindestens 500 Metern. Sollte dies »in weiten Teilen« nicht umzusetzen sein, seien die Planungen einzustellen, so die Freien in ihrem Antrag. Für Reiner Allerdissen kommt dies einem K.O.-Kriterium gleich, da dies aller Voraussicht nach nicht umzusetzen sei. Ohnehin rechnet der Verwaltungschef trotz der Mehrheit für eine Fortführung des Projektes noch mit reichlich Widerstand aus den politischen Lagern: »Das Thema eignet sich eigentlich nicht für Wahlkampfgeplänkel, da es viel zu wichtig ist. Ich wäre froh, wenn ich die Eröffnung noch als Bürgermeister erleben könnte, aber da bin ich skeptisch. Ein Zeitraum von zehn Jahren ist wohl realistisch. Alles andere wäre unehrlich gegenüber dem Bürger.« Die Kosten für die weitere Planung werden mit 70.000 Euro veranschlagt.

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