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Rat gibt 125.000 Euro für weitere Photovoltaik-Anlage auf Betreuungsgebäude der Grundschule Nordborchen frei

„Ein Schritt in Richtung Unabhängigkeit“

Nordborchen

Das Betreuungsgebäude der Grundschule Nordborchen nimmt weiter Gestalt an. Mittlerweile ist auch das Dach zu sehen. Bis hier die ersten Schüler betreut werden können, dauert es noch bis voraussichtlich Ende Mai. Dann soll der zum Teil zweistöckige Bau fertig sein.

Sonja Möller

Der Neubau des Betreuungsgebäudes in Nordborchen neben der Grundschule nimmt Form an. Auf dem Dach sollen Photovoltaikanlagen installiert werden. Foto: Grundschulverbund Nordborchen-Alfen

Das Betreuungsgebäude Nordborchen erfüllt nicht nur räumlich alle Wünsche der Grundschule, sondern soll auch energetisch bestens aufgestellt werden. Hier setzt die Gemeinde Borchen auf erneuerbare Energie. Sowohl das neue Gebäude als auch die Grundschule sollen demnächst fast vollständig von einer Photovoltaik-Anlage gespeist werden. Das im Bau befindliche Betreuungsgebäude wird mit einer solchen Anlage und einem Batteriespeicher ausgestattet, erläutert Karin Striewe, Fachbereichsleiterin Hochtiefbau bei der Gemeinde Borchen.

In dieses System wird auch die Grundschule eingebunden, sodass beide – rein rechnerisch und theoretisch – zukünftig nahezu stromautark wären. „Aufgrund der Abhängigkeit von Sonneneinstrahlung und der Nutzungszeiten wird das praktisch allerdings nicht immer klappen“, erläutert Striewe.

Der Borchener Rat hat in seiner jüngsten Sitzung den Weg für eine Aufstockung der Photovoltaik auf dem Neubau frei gemacht und als außerplanmäßige Ausgabe 125.000 Euro freigegeben. „Während der Ausführungsplanung kamen weitere interessante Förderszenarien auf den Markt, sodass wir überlegt haben, die bisher nicht mit Photovoltaik belegte Fläche des Neubaudachs ebenfalls zu nutzen. Außerdem soll der Batteriespeicher vergrößert werden“, erläutert Karin Striewe.

Karin Striewe leitet den Fachbereich Hochtiefbau in der Gemeinde Borchen. Foto: Jörn Hannemann

Mit dem so zusätzlich erzeugten Strom sollen in Zukunft auch die Turnhalle und die Gemeindehalle gespeist werden, die in das Versorgungsnetz eingebunden werden. Das hat aus Sicht der Verwaltung zwei entscheidende Vorteile: Zum einen gibt es unterschiedliche Benutzungszeiten der angebundenen Gebäude. Während die Turnhalle ganztägig Strom verbraucht, ist dies bei der Grundschule vor allem vormittags der Fall und beim Betreuungsgebäude nachmittags. Die Gemeindehalle ergänzt die Stromabnahme abends und an den Wochenenden.

Ebenfalls von Vorteil sei, dass die bereits vorhandene PV-Anlage auf dem Dach der Grundschule nach Ablauf der Energieeinspeisevergütung in zehn Jahren ebenfalls in dieses neue System eingespeist werden kann. „Somit bietet sich durch den Neubau der Anlagen auf dem Betreuungsgebäude die Möglichkeit, dass wir einen ausreichend großen Speicher für das gesamte Stromversorgungssystem auf dem Flurstück gefördert bekommen“, sagt Karin Striewe.

Die jetzt noch einzunehmende Einspeisevergütung von konservativ gerechneten 55.000 Euro in den kommenden zehn Jahren könne als Re-Investition betrachtet werden. Aufgrund der aktuellen Förderungen könnten so die Vorbereitungen getroffen werden, die vorhandene Anlage später in das Gesamtsystem einzubinden. „Dies ist mit Blick auf die aktuell unklare Situation für Altanlagen nach Ablauf der EEG-Förderung ein Schritt in Richtung Unabhängigkeit“, ist die Verwaltung überzeugt.

Die zusätzliche Anlage würde zwar im Zusammenhang mit dem Neubau erstellt, stelle aber ein eigenes Projekt dar, für das Kosten in Höhe von 125.000 Euro eingeplant werden müssten. Diese teilen sich in die Photovoltaik-Anlage selbst (24.000 Euro), den Anteil des Batteriespeichers (57.000 Euro) und weitere Kosten zum Beispiel für Installation und Erdarbeiten (44.000 Euro) auf. Zur Kontrolle der Wirtschaftlichkeit wurde das Gesamtprojekt betrachtet. Demnach wird eine Amortisation nach neun Jahren erwartet.

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