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Dorfladen Dörenhagen ist Gemeinschaftsprojekt – Feier zum fünfjährigen Bestehen abgesagt

Erfolgsgeschichte mit Startturbulenzen

Borchen (WB). Eigentlich würde das Team des Dorfladens Dörenhagen jetzt mitten in den Vorbereitungen für das Fest zum fünfjährigen Bestehen stecken: Mit Zelt, Live-Musik und Verpflegung sollte eigentlich am 6. Juni vor und im Markt an der Kirchborchener Straße gefeiert werden. Aufgrund der Corona-Pandemie ist „das kleine Dorffest“, wie es Dorfladen-Geschäftsführerin Petra Behnke nennt, abgesagt: „Es ist leider alles hinfällig, aber so ein Fest soll ja Spaß machen, und mit viel Abstand wird das nichts. Dann feiern wir eben den sechsten Geburtstag.“

Sonja Möller

Der Dorfladen Dörenhagen ist am 30. Mai 2020 bereits seit fünf Jahren geöffnet. Das freut (von links) Petra Behnke, Christian Täubner, Marktleiter Juri Stebler und Ortsvorsteher Heinz Rebbe. Das Schild weist auf die Corona-Schutzmaßnahmen hin. Foto: Sonja Möller

Zusammen mit ihren Mitstreitern Christian Täubner und Marita Ekelt hat sie ehrenamtlich die Geschäftsführung des Dorfladens inne. Heute blickt das Trio auf eine Erfolgsgeschichte zurück, der acht teils turbulente Jahre vorangegangen sind . Denn als der Dorfladen am 30. Mai 2015 erstmals öffnete, lag bereits eine dreijährige Vorbereitungs- und Planungszeit hinter dem Arbeitskreis, der die Initiative zur Gründung des Dorfladens ergriffen hatte.

„Es hätte sein können, dass es nicht klappt“

Und die hatte es in sich. „Es hätte sein können, dass es nicht klappt“, verrät Petra Behnke. Denn zur Umsetzung fehlte dem Arbeitskreis Geld: „Wir hatten 40.000 Euro zusammen, hätten aber laut Unternehmensberater 20.000 Euro mehr haben müssen, um zu starten“, erzählt Petra Behnke: „Wir haben dann gesagt, wenn wir es jetzt nicht machen, wann dann.“

Und damit begann das heutige Erfolgsprojekt mit der Eröffnung, zu der viele Kunden kamen und den neuen Dorfladen neugierig unter die Lupe nahmen. „Der Start war ein Traum“, erinnert sich Petra Behnke. Doch das anfängliche Interesse ließ nach. „Man fand uns zwar gut, aber gekauft wurde doch woanders. Wir hatten ein paar Durststrecken“, sagt Christian Täubner.

Rundschreiben an Haushalte verteilt

Um das Gemeinschaftsprojekt zu retten, verteilte das Trio Anfang 2019 ein Rundschreiben an alle Dörenhagener Haushalte und wies auf die schwierige Lage hin: „Ihr findet uns gut, dann kauft doch bei uns. Es liegt an uns allen, wie gut der Laden läuft“, appellierten die Geschäftsführer und fragten, was die Kunden gut fanden und was ihnen fehlte.

Die Auswertung der Antworten war positiv: 91 Prozent zeigten sich zufrieden mit Warenangebot und Preis-Leistungsverhältnis. Sogar 98 Prozent sagten dies zur Qualität von Molkereiprodukten, Fleisch- und Wurstwaren und dem Backshop. Neben dem Lob gab es aber auch Wünsche und Anregungen zum Sortiment, die eingearbeitet wurden. „Wir haben jetzt einen Laden geschaffen, der genau auf Dörenhagen zugeschnitten ist. Das ist das Besondere an uns“, freut sich Christian Täubner.

Regionalität wird hier groß geschrieben

Seit 2015 leitet Juri Stebler den Dorfladen. Mit seinen zwölf Mitarbeitern kümmert er sich darum, dass alles läuft. Regionalität wird hier groß geschrieben. Zudem gibt es täglich frische Backwaren. Geöffnet ist der Dorfladen an sieben Tagen die Woche, wobei es sonntags nur Backwaren gibt. Das Sortiment besteht aus 5500 Artikeln.

Mittlerweile hat sich der Laden in Dörenhagen etabliert. „Wir waren auch schon vor Corona eine feste Größe. Zuletzt haben wir im Dezember kräftig investiert“, erzählt Christian Täubner. Die Milchprodukte bekamen mehr Platz. Irgendwann soll es auch eine moderne Kühlung für Obst- und Gemüse geben. Doch das ist Zukunftsmusik, sagt er.

Vorm Eingang informiert ein Schild über alle wichtigen Regeln

Jetzt will das Team erstmal gut durch die Corona-Pandemie kommen. Dafür wurden alle erforderlichen Schutzmaßnahmen ergriffen. Vorm Eingang informiert ein Schild über alle wichtigen Regeln: Es dürfen sich höchstens sechs Personen im Markt aufhalten, der Abstand zum nächsten Kunden sollte mehr als 1,50 Meter betragen, und Zahlungen sollten möglichst bargeldlos erfolgen. Zudem wird auf den Rundgang hingewiesen. Im Markt zeigen rot-weiße Markierungen und Pfeile, in welche Richtung sich Kunden bewegen dürfen. „Hier ist Einbahnstraße“, erläutert Juri Stebler.

Die Zwischengänge sind mit Flatterband und Kein-Durchgang-Schildern abgesperrt. Als das mit den Corona-Schutzmaßnahmen anfing, stand immer ein ehrenamtlicher Helfer vorm Laden und wies die Kunden auf die aktuellen Regeln hin. „Nach zwei Wochen hatten alle diese Regeln verinnerlicht. Die Kunden sind diszipliniert und verständnisvoll“, sagt Stebler.

Von den in anderen Märkten beobachteten Hamsterkäufen ist Dörenhagen übrigens verschont geblieben. Trotzdem waren einzelne Fächer zeitweise leer. „Die Nachlieferung hakte, weil die Großhändler Lieferschwierigkeiten hatten“, erzählt Stebler. Die Corona-Krise hat das Kaufverhalten aber auch in Dörenhagen verändert: Statt täglich vorbeizuschauen, kaufen viele gleich für eine ganze Woche ein. Bezahlt werde nicht mehr bar, sondern überwiegend mit EC-Karte.

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