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800 Zuschauer verfolgen unterhaltsames Programm im Live-Stream – Beim Höhepunkt bricht die Übertragung ab – Ortsvorsteher kritisiert Deutsche Glasfaser

Internetprobleme: Jahresauftakt Etteln endet abrupt

Etteln

Mit dieser gewaltigen Resonanz haben selbst die Organisatoren nicht gerechnet: Mehr als 800 Zuschauern haben am Freitagabend den digitalen Jahresauftakt Etteln im Live-Stream auf Youtube verfolgt. Dass jedoch ausgerechnet beim Höhepunkt der Sendung mit viel Kurzweil, Informationen und Musik die Übertragung abbricht und zu einem abruptem Ende führt, ärgert Ortsvorsteher Ulrich Ahle sehr.

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Nachrichtensprecherin Marina Wegener präsentiert die „Ettelnschau“. Foto: Etteln aktiv

Schuld sei der Ausfall des Netzes der Deutschen Glasfaser. Da dieses kein Einzelfall sei, forderte er das Unternehmen auf, eine Stellungnahme abzugeben und das Netz zu verbessern.

Von dem Zuspruch und Verlauf des Abends bis zu diesem Zeitpunkt zeigte sich das Organisationsteam hingegen vollends begeistert: Statt der angepeilten 250 Menschen wie im Vorjahr waren es dieses Mal mehr als 800 Personen, die die Liveübertragung verfolgten. Mitorganisator Elmar Schäfer vom Verein Etteln aktiv: „Angemeldet hatten sich 530 Personen. Als wir dann mit der Sendung live gingen und über 800 Personen begrüßen konnten, war für uns klar, dass wir in der Vorbereitung einiges richtig gemacht hatten.“ Ortsvorsteher Ulrich Ahle ergänzt: „Für uns war die Veranstaltung eine Premiere, für die wir mit den Alpaka Gold Studios in Borchen-Etteln auf einen erfahrenen Produktionspartner in unserer Gemeinde zurückgreifen konnten.“ Eine Umfrage unter den Zuschauern habe gezeigt, dass durchschnittlich sogar mehr als zwei Personen vor den Bildschirmen saßen und aus allen Altersschichten kamen.

Auch Maria (89) und Josef (91) Knaup aus Gellinghausen schauen gerne zu. Foto: Etteln aktiv

Die beiden Moderatoren Ulrich Ahle und Elmar Schäfer blickten zunächst auf das vergangene Jahr zurück: Die Verlegung von 30 Kilometern Glasfaser zu 47 Häusern im Außenbereich von Etteln habe die Basis dafür gelegt, dass auch Menschen am Jahresauftakt teilnehmen konnten, die vorher keinen ausreichend schnellen Zugang zur digitalen Welt hatten. Mit Unterstützung der Warsteiner Brauerei wurde zu einer digitalen Bierprobe eingeladen, zu der sich der Bier-Sommelier Holger Hahn aus München dazu schaltete. Die 200 Haushalte, die sich als erstes angemeldet hatten, bekamen kurz vor der Veranstaltung Getränkepakete durch die Ettelner Jungschützen vor die Haustür gestellt.

Für die Kinder vor den Bildschirmen gab es nach einer Intervention von Amadeus Meier-Tippkötter (gespielt von der Puppenspielerin Luisa Roensch aus Etteln) eine Orangenlimonade.

Grußwort des Bürgermeisters

In einem Grußwort informierte Bürgermeister Uwe Gockel über wesentliche Projekte in diesem Jahr wie die Erweiterung der Kapazität der Kindertagesstätte oder Bauplätze im Bereich „Auf der großen Rute II“. Gockel begrüßte auch die 100 Neubürger, die 2020 neu nach Etteln gezogen waren.

Sorgen für Stimmung: die Goodbeats mit Frontmann Thilo Pohlschmidt und Seven Zumbrock. Foto: Etteln aktiv

Anschließend wurde vom Außenreporter über die geplante Erweiterung der Ettelner Kindertagesstätte berichtet. Die zusätzlichen Räumlichkeiten für weitere 1,5 Gruppen sollen ab Sommer 2022 zur Verfügung stehen. Da aktuell 22 Kinder nicht aufgenommen werden konnten, werde aktuell nach einer Übergangslösung bis zur Fertigstellung der Erweiterung gesucht. Die Borchener Band Goodbeats mit Frontmann Thilo Pohlschmidt und Schlagzeuger Sven Zumbrock sorgten mit einem Auftritt für Stimmung, die mit ihrem Konzerttaxi angereist waren und im Außenstudio spielten. Anschließend stellten Prof. Dr. Ortjohann von der Fachhochschule Südwestfalen und Timo Busse von Westfalen Weser in Paderborn das geplante Projekt zur Errichtung einer Digitalen Ortsnetzstation vor, die zukünftig überschüssigen Solarstrom in einem Batteriespeicher puffern und bei Bedarf wieder an das Stromnetz zurückgeben soll. Auch ein neuer Ettelner Wettbewerb wurde vorgestellt, der die Anzahl der Blutspender im Ort weiter steigern soll. Ein anonymer Spender aus Etteln hat hierfür 1000 Euro zur Verfügung gestellt.

„Ettelnschau“ präsentiert Neuigkeiten aus dem Ortsteil

Im anschließenden Nachrichtenblock wurde die so genannte „Ettelnschau“ präsentiert, in der Nachrichtensprecherin Marina Wegener über weitere Projekte in Etteln berichtete wie die Planung eines Bikeparks, die Renaturierung der Altenau in Gellinghausen. Ebenfalls coronabedingt wurde die Nachrichtensendung bereits in der Vorwoche aufgezeichnet.

Bei der Vorstellung der Dorf-App bricht die Übertragung

Nach einer dritten digitalen Bierprobe war eigentlich der Höhepunkt der Veranstaltung geplant: Die Einführung der neuen digitalen Dorf-App in Etteln. Nach einer Marktsondierung und Angebotsbewertung hatte sich das Team von Etteln aktiv für die Lösung Crossiety entschieden, die in Deutschland durch die Medienagentur Gotomedia aus Delbrück-Anreppen vertreten wird. Doch mitten in der Vorstellung der App brach die Übertragung in den Youtube-Livestream plötzlich ab. Schnell sei laut den Organisatoren klar gewesen, dass ein Problem im Glasfasernetz der Deutschen Glasfaser die Ursache für den Abbruch der Veranstaltung gewesen sei. Da dies leider nicht zum ersten Mal in Borchen passiert war, hatten Ettelner Glafasernutzer bereits vorher Bandbreitenprotokolle mitlaufen lassen.

Ortsvorsteher erwartet Stellungnahme von der Deutschen Glasfaser

„Dass unser Jahresauftakt durch den Ausfall des Netzes der Deutschen Glasfaser nach zwei Stunden und kurz vor dem geplanten Höhepunkt ein plötzliches Ende fand, ist sehr bedauerlich. Wir können uns dafür bei den über 800 Zuschauern nur entschuldigen. Von der Deutschen Glasfaser erhoffe ich mir jedoch eine Stellungnahme“, betonte Ulrich Ahle. Im Sinne aller Borchener fordere er eine Verbesserung der bereitgestellten Bandbreiten auch in Zeiten einer hohen Nutzung des Internets.“

Dorf-App: Einführungsveranstaltung wird nachgeholt

Elmar Schäfer zum Abschluss der Veranstaltung: „Trotz des plötzlichen Endes hatten sich bis zum nächsten Morgen bereits 200 Personen in der neuen Dorf-App registriert. Wir werden jetzt zunächst ein Redaktionsteam bilden und dann die Einführungsveranstaltung für Bürger nachholen. Die App kann aber trotzdem schon genutzt werden.“

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