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45 aktive Jugendliche absolvieren in 24 Stunden mehrere Übungseinsätze

Jugendfeuerwehr Borchen spielt Berufsfeuerwehr

Borchen

Einmal wie Feuerwehrmann Sam 24 Stunden lang Dienst machen, wie es auch bei vielen Berufsfeuerwehren üblich ist. Das konnte nach langer Corona-Pause nun endlich die Jugendfeuerwehr Borchen wieder erleben. 45 von 55 aktiven Jugendlichen hatten sich angemeldet, was die Jugendwarte vor eine organisatorische Herausforderung stellte, die bewältigt wurde.

Mehrere Löscheinsätze mussten von der Jugendferwehr absolviert werden. Foto: Feuerwehr Borchen

Die Jugendlichen wurden ab 8 Uhr am Gerätehaus in Kirchborchen auf vier Löschfahrzeuge, einen Gerätewagen und zwei Mannschaftstransportfahrzeuge verteilt. Erste Aufgabe war sodann, sich mit den Fahrzeugen und den Gerätschaften vertraut zu machen, um bei einem Einsatz benötigtes Material möglichst schnell zur Hand zu haben. Dieser ließ nicht lange auf sich warten.

Gegen kurz nach 9 Uhr ertönte das erste Mal der Alarm: „Vollalarm für die Jugendfeuerwehr Borchen“. Gemeldet war eine brennende Scheune mit vermissten Personen in Etteln. Sofort eilten alle zu ihren Fahrzeugen, um sich schnellstmöglich auf den Weg zum Einsatzort zu machen.

An der Einsatzstelle angekommen war zunächst eine deutliche Rauchentwicklung wahrnehmbar. Weitere Erkundungen ergaben, dass sich noch mehrere Personen im Gebäude befanden. Eine Person wurde durch eine Steckleiter aus einem Fenster und eine weitere Person durch den Angriffstrupp aus dem verrauchten Gebäude gerettet. Zeitgleich waren mehrere Trupps mit der Brandbekämpfung beschäftigt. Nach etwa 45 Minuten waren alle Personen gerettet und das Feuer gelöscht. Nachdem alle Geräte wieder auf den Autos verlastet und die Fahrzeugtanks wieder gefüllt waren, ging es zunächst zurück zum Gerätehaus.

Großalarm in der Grundschule Kirchborchen

Über den Tag verteilt blieb jedoch oft nicht viel Zeit zum Verschnaufen. Es folgten noch weitere Übungseinsätze wie zum Beispiel ein Garagenbrand, Vegetationsbrände, ein Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten Person, Gasgeruch im Industriegebiet, Türöffnungen und eine Vermisstensuche im Wald.

Ein weiterer Großalarm für die Jugendfeuerwehr erfolgte gegen 17 Uhr. In der Grundschule in Kirchborchen, in der sich noch mehrere Personen befanden, war ein Feuer ausgebrochen. Vom Gerätehaus fuhren alle Fahrzeuge gesammelt mit Martinshorn und Blaulicht zur Einsatzstelle. Die starke Verrauchung an der Einsatzstelle bestätigte die Meldung. Auch hier wurde die Lage zunächst erkundet. Zeitgleich rüsteten sich die ersten Trupps mit Atemschutz aus, um zur Menschenrettung ins Gebäude zu gehen. Andere Trupps übernahmen die Brandbekämpfung sowie die Wasserversorgung vom Hydranten zu den Fahrzeugen. Insgesamt wurden 13 Personen aus dem Gebäude gerettet. Nach etwa einer Stunde erfolgte die Meldung „Feuer aus, alle Personen gerettet“.

Nach diesem Einsatz hatten sich alle Jugendlichen sowie die Statisten und Jugendwarte Gegrilltes verdient. So saßen alle noch eine Weile bei netten Gesprächen zusammen.

Leichter Muskelkater nach 24 Stunden Dienst

Bis tief in die Nacht hinein war an Schlaf nur selten zu denken. Es waren noch eine Reihe weiterer Einsätze abzuarbeiten, wie zum Beispiel ein Containerbrand, ein Fahrzeugbrand, ein Flächenbrand oder auch eine ausgelöste Brandmeldeanlage.

Die letzte Alarmierung erfolgte gegen fünf Uhr morgens. Gemeldet war eine ausgelöste Brandmeldeanlage im Industriegebiet. Nach ersten Erkundungen stellte sich jedoch heraus, dass es sich um einen Fehlalarm handelte.

Zurück am Standort wurde nun damit begonnen, die Autos und das Gerätehaus zu putzen und wieder auf Vordermann zu bringen. Anschließend wurden dann bei einem gemeinsamen Frühstück die Eindrücke der vergangenen 24 Stunden ausgetauscht. Bei einigen machte sich bereits ein leichter Muskelkater bemerkbar, was wiederum zeigt, dass für die Aufgaben einer Feuerwehrfrau/eines Feuerwehrmanns doch einiges an Leistung und Kraft benötigt wird.

Um 8 Uhr war dann nach anstrengenden 24 Stunden offizieller Dienstschluss. Müde, aber zufrieden traten alle Jungen und Mädchen die Heimreise an, mit dem Wunsch, dass der nächste 24-Stunden-Dienst nicht allzu lange auf sich warten lässt.

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