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Deutsche Glasfaser möchte Bereiche in Etteln ausbauen

Schnelles Internet für Borchen

Borchen (WB). „Der Glasfaserausbau ist in vollem Gange.“ Mit dieser Aussage hat Bürgermeister Reiner Allerdissen beim Neujahrsempfang einige überrascht. Hatte sich doch der Rat der Gemeinde Borchen entschlossen, nicht am „Weiße-Flecken-Programm“ des Kreises Paderborn zum Glasfaserausbau teilzunehmen – übrigens als einzige Kommune im Kreis. „Das haben wir auch nicht, aber wir haben eine andere Möglichkeit gefunden“, teilte Allerdissen zufrieden mit.

Sonja Möller

Symbolbild. Foto: dpa

Laut einer Markterkundung des Kreises sind in Borchen 78 Haushalte vom Zugang zum Glasfasernetz ausgeschlossen. Um dies zu ändern, müsste die Gemeinde 5,2 Millionen Euro aufwenden. „Diese Summe hätten wir in den Haushalt einstellen müssen“, erläutert Allerdissen. 90 Prozent würden vom Bund und Land gefördert. Den Eigenanteil von 10 Prozent hätte die Gemeinde selbst zahlen müssen. „Das wären 520.000 Euro gewesen oder anders ausgedrückt 70.000 Euro pro Anschluss“, rechnet der Verwaltungschef vor und verdeutlicht, warum er dem Weiße-Flecken-Förderprogramm ablehnend gegenüber steht: „Das kann ich doch niemandem vermitteln, dass wir eine solche Summe für die Zwangsbeglückung einzelner ausgeben, wenn wir an anderer Stelle über 1000 Euro für einen Verein streiten.“

1000 Euro pro Anschluss

Dass Etteln jetzt doch kurz vor der Erschließung mit Glasfaser steht, sei vor allem Ortsvorsteher Ulrich Ahle zu verdanken. Der habe den Kontakt zur Firma Muenet hergestellt, die mit der Deutschen Glasfaser auch bisher nicht erschlossene Bereiche abdecken will. „Dafür müssen sich spätere Nutzer allerdings am Ausbau beteiligen“, schildert der Bürgermeister den Unterschied zum Weiße-Flecken-Programm des Kreises, bei dem der Anschluss kostenlos bis zum Haus gelegt werden soll.

Die Variante in Borchen fußt auf drei Säulen. Wer einen Glasfaseranschluss möchte, muss sich an den Anschlusskosten mit 750 Euro beteiligen, einen Vertrag über mindestens zwei Jahre abschließen und so genannte Hand- und Spanndienste leisten. „Was bleibt, ist eine Finanzierungslücke für Strom und Verteilkosten, die aber überschaubar ist. Ich habe mit den Fraktionsvorsitzenden besprochen, ob wir das Projekt mit dieser Summe unterstützen wollen“, teilt Allerdissen auf Anfrage mit. Die SPD-Fraktion habe hierzu bereits ihre Zustimmung gegeben, die anderen Fraktionen hätten sich noch nicht geäußert. „Ich bin aber zuversichtlich. Wir sprechen hier von etwa 1000 Euro pro Anschluss statt 70.000 Euro wie im Weiße-Flecken-Programm vorgesehen“, meint Allerdissen.

Infoveranstaltung am 3. Februar

An diesem Freitag, 24. Januar, gibt es eine Versammlung mit den Multiplikatoren in Etteln. Dann starte die Nachfragebündelung. „Wenn die Mindestanzahl an Anschlüssen zusammenkommt, geht’s los. Und das sehr viel schneller als der Ausbau mit dem Weiße-Flecken-Programm“, so Allerdissen. Eine Infoveranstaltung für die infrage kommenden Haushalte ist am Montag, 3. Februar, um 18 Uhr im Bürgerhaus Etteln.

Erst mal gelte das Vorhaben nur für Etteln. „Wenn es da aber erfolgreich ist, versuchen wir die Umsetzung auch in den anderen Ortsteilen“, betont Allerdissen. Er hat das „Weiße-Flecken-Programm“ übrigens für eine einzelne Ausnahme doch genutzt: „Es gab auch die Möglichkeit, neben den unterversorgten Häusern Schulen anzuschließen. Und da Dörenhagen nicht für eine Anbindung ans Glasfasernetz vorgesehen war, habe ich im Rahmen des Programms die Grundschule Dörenhagen vorgeschlagen, um den Schülern und Lehrern die besten Möglichkeiten zu geben.“ Und damit in einem Zug auch eine Glasfaserleitung in den Ort zu legen.

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