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Sanierung der Grundschul-Toiletten: FDP und FWB kritisieren Alfener Ortsvorsteher

„Verweis auf Finanzen ist eine Ausrede“

Borchen-Alfen (WB/wip). Die Freie Wählergemeinschaft und die FDP Borchen kritisieren das Verhalten des Alfener Ortsvorstehers und CDU-Ratskandidaten Konrad Hansmeier hinsichtlich der Sanierung der Toilettenanlagen an der Alfener Grundschule . Hintergrund ist eine offizielle Erklärung Hansmeiers, sich bisher aus „haushalterischen Gründen“ gegen eine Sanierung der Schultoiletten ausgesprochen zu haben. Da sich die finanzielle Lage der Gemeinde aber verbessert habe, wolle er sich „nun nicht mehr verschließen“.

Außenansicht der Grundschule Unterm Regenbogen in Alfen. Seit Jahren wird im Borchener Rat über eine Sanierung der Toilettenanlagen diskutiert. Foto: Astrid Lagers

„Für die Sanierung der Schultoiletten wurden schon früh umfangreiche Spendenzusagen von Sanitärbetrieben gegeben, die Elternschaft hat immense Eigenleistungen zur Kostenreduzierung angeboten. Am Ende gab es sogar die Zusage einer Stiftung, die komplette Sanierung zu finanzieren. Der Verweis auf angebliche finanzielle Gründe ist demnach eine billige Ausrede“, so Dr. Marcel Welsing (FDP) und Carsten Koch (FWB).

Es sei nämlich ganz anders gewesen. Hansmeier habe im Rat eine „lange und flammende Rede“ gehalten, warum die jahrzehntealten Toiletten in Alfen nicht saniert werden müssen. „Dabei hat er unter anderem gesagt, auch neue Toiletten würden bald wieder unschöne Gerüche verbreiten, da die Kinder auch weiterhin nichts an ihrem Nutzungsverhalten ändern – platt gesagt: das Klo nicht treffen. Außerdem sei es doch im Sinne der Nachhaltigkeit, wenn man Toiletten, die halt unangenehm riechen, aber ansonsten noch funktionieren, weiter benutze. Als er damals dort zur Schule gegangen sei, seien die Toiletten auch nicht besser gewesen, jede Toilette rieche halt nach Urin. Solange das Kreisgesundheitsamt nicht einschreite, sei alles in Ordnung.”

„Thema brennt Alfenern unter den Nägeln“

Schon damals hätten diese Aussagen großes Unverständnis bei den Eltern der Schulkinder ausgelöst. „Das Thema brennt den Alfenern noch immer unter den Nägeln – und der Alfener CDU-Ortsvorsteher lässt sie und vor allem die Kinder völlig im Regen stehen. Mit so einer billigen Kehrtwende darf man die CDU nicht aus der Verantwortung lassen.“

FDP und der FWB hätten sich von Anfang an dafür stark gemacht, die maroden Schultoiletten zu sanieren. „Es ist einer Gemeinde wie Borchen unwürdig, wenn oftmals schon beim Eintritt in das Schulgebäude ein Uringeruch in der Luft liegt und Schulkinder vor Ekel ihre Notdurft bis nach Schulschluss anhalten, um nicht in der Schule auf Toilette gehen zu müssen. Die Borchener CDU – neben Herrn Hansmeier übrigens auch Vorstandsmitglied Uwe Stork – hat uns dabei nicht unterstützt, aber zieht jetzt mit der Forderung nach einer Sanierung der Schultoiletten sogar noch dreist in den Wahlkampf. Mit ihren Stimmen im Gemeinderat hätte sie mit uns gemeinsam längst Fakten schaffen können.“

Konrad Hansmeier äußerte sich auf Nachfrage dieser Zeitung zu den Vorwürfen wie folgt: „So wie es Bürgermeister Reiner Allerdissen damals dargestellt hat, lag es zu dem Zeitpunkt sehr wohl an den Finanzen, so dass der Rat die Sanierung abgelehnt hat.“ Weiter sagte Hansmeier: „Als aber der Bürgermeister und Kämmerer Henry Klare im Juni dieses Jahres die Haushaltssituation so positiv dargestellt haben, ist dieses Argument nicht mehr da. Insofern kann ich mich der Sache nicht mehr verschließen. Man kann in einer Sache auch mal seine Meinung ändern, wenn sich die Sachverhalte geändert haben.“

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