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Teile der alten Trasse in Borchen-Alfen angesehen – Machbarkeitsstudie entscheidend

Reaktivierung der Almetalbahn: NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes informiert sich

Borchen-Alfen

Auf Einladung des heimischen CDU-Landtagsabgeordneten Bernhard Hoppe-Biermeyer hat sich NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes jetzt in Alfen über Pläne informiert, die stillgelegte Almetalstrecke für die Bahn zu reaktivieren.

Bernhard Hoppe-Biermeyer, Rainer Wester, Dirk Nölting, Stefan Kamender und Bernd Langer (v.l.) trafen sich in Alfen mit NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes zum Ortstermin. Technische Relikte und die gewidmete Trasse machen die Almetalstrecke noch deutlich erkennbar. Foto: CDU

Sie sah sich dabei Teile der alten Trasse an und sprach mit Bernd Langer, CDU-Vertreter des Kreises Paderborn in der Verbandsversammlung des Nahverkehrsverbundes Paderborn/Höxter (NPH), sowie Dirk Nölting, Stefan Kamender und Rainer Wester von der Initiative Almetalbahn.

„Die Idee zur Reaktivierung der Almetalbahn war sowieso ein interessantes Projekt, durch die spürbar gestiegenen Energiepreise hat sie aktuell noch an Bedeutung hinzugewonnen“, sagt Hoppe-Biermeyer. Die Bahn sieht Bernd Langer auf der Strecke von Paderborn nach Brilon als gute Alternative zum Individualverkehr. „Da steckt auch eine Menge Potenzial für den Pendlerverkehr drin“, sagt der Kommunalpolitiker und verweist auf viele Studenten und Arbeitnehmer, die zwischen dem Sauerland und OWL hin- und herfahren.

Ob und wie die Almetalbahn reaktiviert werden kann, hängt in erster Linie von der Machbarkeitsstudie ab, die die Verbandsversammlung des NPH über den Zweckverband Westfalen-Lippe (NWL) in Auftrag gegeben hat. „Die Betriebskonzepte für die Strecke liegen bereits vor. Es wird aktuell geprüft, ob eine Umsetzung technisch und wirtschaftlich machbar und sinnvoll ist“, sagt Langer. Eine positive Bewertung heiße zwar nicht automatisch, dass die Strecke wieder in Betrieb gehe, macht Langer deutlich. „Die größten formalen Hürden wären dann aber beseitigt“, weiß Verkehrsministerin Ina Brandes.

Sollte die Almetalbahn reaktiviert werden, dann soll sich die Reisezeit zwischen Paderborn und Brilon auf 56 Minuten belaufen. Zwischen Büren und Paderborn wäre ein Halbstundentakt möglich.

„Die Bahn wäre eine Bereicherung für den Südkreis und eine gute Möglichkeit, ohne Auto nach Paderborn oder ins Sauerland zu kommen“, sagt Rainer Wester von der Initiative Almetalbahn. Begeisterung für das Projekt sei auch aus Brilon zu vernehmen, sagen seine Mitstreiter Dirk Nölting und Stefan Kamender. „Die Züge gehen in Paderborn ins Anschlusssystem über und würden das Sauerland mit Kassel, Göttingen und Bielefeld verbinden.“

Mut macht den Befürwortern des Projekts auch, dass in den vergangenen 15 Jahren deutschlandweit 70 Bahnstrecken reaktiviert wurden. „In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich der Individualverkehr massiv gesteigert. Deshalb wird es auch eine Aufgabe der Reaktivierung sein, die Leute wieder zum Zugfahren zu bewegen und sie bei diesem Projekt mitzunehmen“, sagt Bernhard Hoppe-Biermeyer. Dabei kommt der Initiative Almetalbahn eine besondere Bedeutung zu. Sie hat sich mit dem Ziel gegründet, Informationslücken vor Ort zu schließen und in den Kommunen entlang der Strecke für die Reaktivierung zu werben. Ein Glücksfall sei es, dass die Strecke trotz Stilllegung noch als Bahnstrecke gewidmet sei. Die Initiative sieht in der Strecke ein Infrastrukturprojekt mit hoher überregionaler Bedeutung, um die Lücke zwischen Ostwestfalen und dem östlichen Sauerland zu schließen.

Beim Ortstermin in Alfen verdeutlichte NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes, wie wichtig der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) sei. „Fürs Erreichen der Klimaziele brauchen wir einen verbesserten ÖPNV. Unser Ziel ist eine verbesserte Mobilität im ÖPNV in Nordrhein-Westfalen“, macht Brandes deutlich.

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