1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Bueren
  6. >
  7. 40 Kilogramm Drogen im Kofferraum

  8. >

Landgericht Paderborn verhängt hohe Haftstrafen gegen fünf polnische Kuriere

40 Kilogramm Drogen im Kofferraum

Paderborn/Büren

Sie hatten eine Menge Drogen im Auto, um sie nach Polen zu bringen. Und sie wollten vor der Polizei fliehen. Beides klappte nicht, aber mit Leuten, die bei so etwas scheitern, hat die deutsche Justiz nicht unbedingt Mitleid: Jetzt hat das Landgericht Paderborn fünf Drogenkuriere zu langen Haftstrafen verurteilt.

Ulrich Pfaff

Das Land- und Amtsgericht Paderborn. Foto:

Mit Marihuana, Haschisch und synthetischen Drogen wollten vier der Männer nie etwas zu tun gehabt haben – nur einer von ihnen hatte in dem mehrtägigen Prozess am Landgericht zugegeben, dass er den „Stoff“ hatte nach Polen transportieren wollen, um Schulden zu begleichen. Allerdings wollten die Richter der 1. Großen Strafkammer nicht so recht glauben, dass der 25-Jährige der einzige in dem Quintett von angeblichen Autohändlern war, der wirklich über die „heiße Fracht“ in dem dicken Audi A8 Bescheid wusste, an dessen Steuer der Kampfsportler im Juni vergangenen Jahres gesessen hatte.

Verfolgungsjagd auf der A44

Zoll und Polizei hatten die fünf Polen nach einer Verfolgungsjagd auf der A44 und abseits der Autobahn im Bürener Ortsteil Brenken festgenommen: In dem Audi waren zwei Insassen zuvor einer Zoll-Kontrolle auf der A44 entkommen und hatten sich schließlich an einem Gehöft bei Steinhausen festgefahren. Sie flohen zu Fuß und wurden kurz darauf verhaftet, zusammen mit drei weiteren Polen, die in einem VW Bulli saßen und die beiden Audi-Insassen „aufgesammelt“ hatten. Dass da ein „dicker Fisch“ ins Netz gegangen war, fanden die Beamten beim Öffnen des Kofferraums des Audi heraus: Dort lag ein Karton mit insgesamt 40 Kilogramm diverser Betäubungsmittel.

Im Prozess vor dem Landgericht, der bereits im Dezember begonnen hatte, war der Audi-Lenker der Einzige, der sich zu dem Drogentransport bekannte, der in einer Fahrzeughalle in Weeze am Niederrhein gestartet war. Die krude Geschichte der anderen dazu: Ein 27-jähriger Angeklagter hatte den Audi angekauft, um ihn nach Polen zu bringen und dort zu verkaufen, zwischengelagert war das Auto in der Fahrzeughalle, die ein anderer Pole, der in Weeze lebt, angemietet hatte. Ein weiterer Angeklagter (41), mit technischen Kenntnissen, hatte in dem Audi her-umgewerkelt und angeblich nur deshalb einen Karton angefasst, nicht wissend, dass darin Drogen waren. Der Fünfte im Bunde, nach eigenen Worten Autovermieter, war nur dabei, als der Bulli als Begleitfahrzeug zu dem maroden Audi gen Osten fuhr.

DNA-Spuren wiesen Richtern den Weg

Am Ende der Beweisaufnahme waren es die DNA-Spuren, die den Richtern den Weg wiesen: Nur einer der fünf Angeklagten hatte in der Fahrzeughalle in Weeze und an Verpackungsutensilien keine solchen Spuren hinterlassen. Für die Kammer war der 27-Jährige Hallenmieter der Hauptorganisator des Drogentransports, weil er die Logistik bereitgestellt hatte – fünf Jahre und zehn Monate Haft gab es für ihn, ebenso für den gleichaltrigen Audi-Beifahrer. Der Kampfsportler bekam mit fünf Jahren und drei Monaten ein etwas geringeres Strafmaß wegen seines Teilgeständnisses, der 41-jährige Mechaniker fünf Jahre Haft. Am „günstigsten“ kam der Autovermieter davon: Ihn verurteilte die Strafkammer zu zweieinhalb Jahren Haft wegen Beihilfe zum Drogenhandel. Die Verteidiger hatten zum Teil sogar Freispruch beantragt.

Startseite