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Bürener Kooperationsprojekt schafft Integration in den Arbeitsmarkt und sichert historische Bausubstanz

Alte Stadtmauer im neuen Glanz

Büren

Ein Gemeinschaftsprojekt sorgt jetzt dafür, dass die alte Bürener Stadtmauer in gutem Zustand erhalten bleibt und dass zugleich Menschen mit schwieriger Erwerbsbiografie den Sprung in den Arbeitsmarkt schaffen können.

wn

Alte Stadtbefestigung in neuem Glanz: Über eine langjährige Kooperation freuen sich Ralf Schmidt, Abteilungsleiter Infrastruktur, Boris Hagebölling, Steinmetzmeister und Denkmalpfleger SBH West Paderborn, Bürgermeister Burkhard Schwuchow, Ursula von Donop, Niederlassungsleiterin SBH West Paderborn, Horst-Hermann Müller, Geschäftsführer Jobcenter Kreis Paderborn, und Maßnahmenteilnehmer Patrick Seidel. Foto:

Die Stadtmauer war ein zentrales Merkmal der mittelalterlichen Stadt. Sie zeigte einerseits deren Eingrenzung als Rechtsbezirk und soziale Gemeinschaft, andererseits grenzte sie den städtischen Raum auch von seiner ländlichen Umgebung ab und bot Schutz vor Überfällen.

Auch die Edelherren von Büren ließen in den ersten Jahrzehnten nach der Gründung ihrer Residenzstadt im Jahr 1195 einen starken Mauerring errichten. „Bis heute haben sich beeindruckende Reste erhalten und bilden mitsamt den historischen Mühlengebäuden im Kontext der barocken Achse aus Jesuitenkolleg und Kirche ein einzigartiges Stadtbild“, sagt Bürgermeister Burkhard Schwuchow.

Um diese steinernen Zeugen der Vergangenheit zu erhalten, werden bereits seit 2013 unter Anleitung von Steinmetzmeister Boris Hagebölling (SBH West GmbH) die historischen Stadtmauern vor weiterem Verfall bewahrt. Dabei erfolgen die Arbeiten im Rahmen einer Maßnahme des Jobcenters im Kreis Paderborn. Hier sind aktuell neun Kräfte vor Ort im Einsatz.

„Bei den entsprechenden Mauerabschnitten handelt es sich zwar nicht um akut baufällige oder einsturzgefährdete Bereiche, aber um Flächen, in denen bereits Fugen oder kleinere Steine ausgebrochen sind. Durch eindringendes Wasser und durch Frosteinwirkung ist eine Verwitterung und fortschreitende Zerstörung zu erwarten“, erklärt Ralf Schmidt, Abteilungsleiter Infrastruktur bei der Stadt.

Das Projekt, bei dem die Stadt die Bau- und Baunebenkosten trägt, wird von einer starken Partnerschaft getragen. „Durch die erfolgreiche Kooperation zwischen Stadt und Jobcenter konnten bislang mehr als 1500 Meter Stadtmauer vor dem Verfall geschützt werden“, sagt Ralf Schmidt. Während die Stadt Büren alle Materialkosten übernimmt, trägt das Jobcenter die Personalkosten für den Anleiter, die sozialpädagogische Begleitung, Fahrtkosten und Arbeitskleidung sowie die Mehraufwandentschädigung der Arbeiter.

„Die Arbeit ist wichtig und sinnvoll“, sind sich Bürgermeister Burkhard Schwuchow, Abteilungsleiter Ralf Schmidt, sowie Horst-Hermann Müller als Geschäftsführer des Jobcenters einig. „So wird zum einen das Stadtbild verschönert und historische Bausubstanz gesichert, zum anderen werden von Langzeitarbeitslosigkeit betroffene Menschen einer Integration in den ersten Arbeitsmarkt nähergebracht.“

Unter der Anleitung der Mitarbeiter der SBH West erlernen die Teilnehmer praktische Kenntnisse, werden zu einer eher selbstständigen Arbeitsweise motiviert und erhöhen ihre berufliche Handlungskompetenz.

Bei den Teilnehmern sei ein hohes Potenzial an Teamfähigkeit und Motivation zu erkennen. Sie identifizieren sich mit ihrer Arbeit an der Stadtmauer und werden bei der Integration in den Arbeitsmarkt unterstützt.

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