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Hilfsinitiative für Flüchtlinge mietet Raum in Nikolausstraße

»Büren ist bunt« ist umgezogen

Büren (WB). Die Hilfsinitiative »Büren ist bunt«, die sich um Flüchtlinge kümmert, hat einen neuen Anlaufpunkt. Die Gruppe hat in der Nikolausstraße 1 eigene Räume gemietet und jetzt mit vielen Gästen die Einweihung gefeiert.

Hanne Hagelgans

Die Gruppe »Büren ist bunt« haben (vorn) Jutta Schmidt, Anne Happe, Imran Ahmed und Irene Blumenthal-Ahmed aus der Taufe gehoben. Zum Umzug gratulierten jetzt unter anderem Pfarrer Peter Gede und Bürgermeister Burkhard Schwuchow. Foto: Hagelgans

Im Frühjahr 2015 gegründet, hat die Gruppe um die Initiatorinnen Anne Happe und Irene Blumenthal-Ahmed inzwischen vielen Menschen geholfen, die in Büren Zuflucht gesucht haben. Die Helfer gingen mit zu Behörden oder zum Arzt, leisteten Übersetzungsdienste oder halfen beim Ausfüllen von Formularen, organisierten Sprachkurse, sammelten und verteilten Kleidung, Haushaltsgegenstände und Fahrräder und unterstützten später bei der Wohnungs- oder Jobsuche.

Anlaufstelle war lange das Pfarrheim

Anlaufstelle für die regelmäßigen Treffen war lange das Pfarrheim in der Detmarstraße. Von Anfang an, bedankte sich Sprecherin Jutta Schmidt jetzt während der Einweihungsfeier, habe die katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus mit Pfarrer Peter Gede ganz selbstverständlich Unterstützung geleistet – nicht nur, indem die Gemeinde das Pfarrheim kostenlos zur Verfügung stellte. Sie streckte auch Geld für Veranstaltungen und Sprachkurse vor, denn ein Budget hatte die Hilfsgruppe zunächst nicht, und stellte ihr eigenes Konto zur Verfügung, um Geldgeschäfte unbürokratisch abzuwickeln.

Nun kann die Initiative für die regelmäßigen Treffen, die Besprechungen der haupt- und ehrenamtlichen Helfer sowie für Sprachkurse und Beratungsgespräche ein eigenes Domizil nutzen. In der Nikolausstraße 1 hat sie einen Raum gemietet. Möglich wird das durch ein Förderprogramm des Landes, durch das die Mietkosten finanziert werden.

Auf dem Höhepunkt des Flüchtlingszustroms nach Deutschland wuchs auch in Büren die Zahl der Hilfesuchenden

Auf dem Höhepunkt des Flüchtlingszustroms nach Deutschland wuchs auch in Büren die Zahl der Hilfesuchenden. Im Dezember 2015 seien es 474 Menschen gewesen, schaute Jutta Schmidt zurück. In den beiden vergangenen Jahren nahm ihre Zahl allerdings stetig ab. Im Dezember 2017 lebten noch 250 gemeldete Flüchtlinge in den städtischen Unterkünften, heute sind es nach Angaben der Stadtverwaltung noch rund 200, darunter auch zunehmend Menschen aus der Türkei.

Hinzu kommen geschätzt etwa 150 weitere Flüchtlinge, die mittlerweile mit einem anerkannten Aufenthaltsstatus in Büren leben und damit aus der Zuständigkeit der Stadt heraus fallen. Nach ihrer Anerkennung, berichtete Jutta Schmidt, seien viele der Ankömmlinge auch aus Büren in andere, meist größere Städte umgezogen.

»Die Willkommenskultur hat sich in den vergangenen beiden Jahren sehr verändert«, hat Jutta Schmidt beobachtet. Es gebe heute mehr Vorbehalte, was Flüchtlinge angeht. Die Integration der Menschen sei eine Herausforderung, und bedauerlicherweise nehme auch der Kreis der ehrenamtlichen Helfer stetig ab. Ein großer Teil der Asylbewerber habe inzwischen Arbeit gefunden oder besuche einen Integrations-Sprachkursus. Die Kinder seien in Schulen und Kindergärten untergebracht, was die Stadt mit der Schaffung von Provisorien und Notgruppen vor Herausforderungen gestellt habe. Manche der Neuankömmlinge lernten die deutsche Sprache ganz schnell, während andere Förderunterricht benötigten.

Zwei regelmäßige offene Angebote

Im neuen Raum der Gruppe »Büren ist bunt« finden zwei regelmäßige offene Angebote statt: Das Begegnungscafé ist immer mittwochs in der Zeit von 17 bis 19 Uhr geöffnet. An jedem letzten Donnerstag im Monat, das nächste Mal am 28. Februar, wird um 19.30 Uhr der internationale Frauentreffe angeboten. Zu beiden Treffen sind auch die Einheimischen eingeladen.

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