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Der Stadt bleibt dadurch deutlich höhere Nahverkehrsumlage erspart

Bürener Rat stimmt Streichungen beim Busnetz zu

Büren

Die Buslinie Büren 1 fällt weg, Busse am Wochenende fahren nur noch nach Bestellung und ab 20.30 Uhr wird der Linienverkehr komplett gestrichen. Der Stadtrat hat diese Einschnitte für ÖPNV-Fahrgäste nun einstimmig durchgewunken. Der Grund: Eine andere Lösung wäre sehr teuer geworden.

Der Busverkehr in Büren - auch hier an der wichtigen Haltestelle "Alte Post" wird ausgedünnt. Foto: Franz Purucker

Der ÖPNV befindet sich im Umbruch. In der Vergangenheit waren Regionalbusse für die Betreiber so lukrativ, dass es in Ausschreibungsverfahren einen regelrechten Wettbewerb darum gab. Den Zuschlag erhielt stets das Unternehmen, dass die meisten Linien und Fahrten anbot. Was in der Vergangenheit lukrativ war, führt zunehmend zu einem Verlustgeschäft.

Die Folge: Auf die Linienkonzessionen bewirbt sich kein Unternehmen mehr und die Fahrten werden auf gemeinwirtschaftliche Linien umgestellt. In diesem Fall werden die Fahrten von der öffentlichen Hand bestellt und bezahlt, wie es bereits im Raum Lichtenau der Fall ist. Die dortige Bürgermeisterin Ute Dülfer fürchtet – wie berichtet – bereits den Weg in die Haushaltssicherung. Ein Szenario, dass auch in Büren drohte.

Die Vorlage, die nun dem Rat vorgestellt wurde, geht von 850.000 Euro jährlichen Kosten aus, wobei die stark gestiegenen Treibstoffpreise und Lohnerhöhungen noch nicht einkalkuliert sind. Nun die Kehrtwende: Der aktuellen Inhaber der Linienkonzession, die Bahn-Tochter Busverkehr Ostwestfalen (BVO), würde ab 2024 weiterfahren, aber nur mit deutlichen Einschränkungen im Liniennetz.

Alle Fraktionen trugen Streichungen mit

Der komplette Wochenendverkehr wird auf Anruf-Linien-Fahrten umgestellt. Der Bus fährt also nur, wenn dieser vorher telefonisch angemeldet wird. Alle Fahrten der Stadtbuslinien ab 20.30 Uhr werden ersatzlos eingestellt. Die Linie Bür1, die aktuell von der Stadthalle über Rahbusch, Eichendorffstraße, Domentalsweg, Mittersiller Straße, Am Knapp und Spielenweg nach Alte Post verkehrt, wird gestrichen.

Die Linie Bür6 (Siddinghause-Hartz-Hegensdorf) entfällt an Sonn- und Feiertagen zugunsten der Samstagverkehre im Stadtgebiet. „Wir sind in der guten Lage, dass wir überhaupt jemanden gefunden haben, der ab 2024 unsere Linien fährt“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Christian Bambeck auf Anfrage: „Die Kunden haben mit ihrem Verhalten selbst abgestimmt und die Einschränkungen sind vertretbar.“ Alle Fraktionen trugen dies mit.

„Beim Vergleich der reinen Fahrplankilometer in Büren ergibt sich eine um 5,5 Prozent reduzierte Fahrleistung“, so der Ausschusstext. Für die Schulen bleibt der Status quo erhalten. Die BVO sichert zu, dass alle Schulstandorte spätestens sieben Minuten und frühestens 22 Minuten vor Schulbeginn erreicht werden. Die Abfahrtzeiten sollen frühestens sieben Minuten vor und spätestens 22 Minuten nach Schulende liegen.

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