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Handgranaten-Attrappe in Bürener Schule: Stadt übernimmt Kosten

Eltern müssen wohl nicht für Einsatz zahlen

Büren (WB/mba). Die Eltern des Fünftklässlers, der am Mittwoch eine täuschend echt aussehende Hand­granaten-Attrappe mit in den Unterricht der Gesamtschule gebracht hatte, müssen vermutlich nicht für die Kosten des Einsatzes von Polizei und Stadtverwaltung aufkommen. Die Kosten für die Notfallversorgung und Unterbringung der insgesamt mehr als 1000 betroffenen Schüler wolle die Stadt Büren als Schul­träger übernehmen, teilte die Stadt am Donnerstag mit.

Das Bild zeigt den Lkw der Sprengstoff-Experten des LKA, der gerade auf das Gelände der Gesamtschule fährt. Foto: Matthias Band

1950 Flaschen Wasser sowie für jeden Schüler Obst und Süßigkeiten

Unter anderem waren 1950 Flaschen Wasser sowie für jeden Schüler Obst und Süßigkeiten besorgt worden. Hinzu kommen die Kosten für die Bereitstellung und die Reinigung der Stadthalle, in der ein Großteil der etwa 850 Gesamtschüler am Mittwoch versorgt wurde, sagte ein Stadtsprecherin. Auch die benachbarte Josef-Grundschule mit etwa 200 Schülern war sicherheitshalber geräumt worden. Wie hoch die Kosten für die Notfallversorgung und Unterbringung ausfallen werden, konnte die Stadt Büren am Donnerstag noch nicht sagen.

Auch die Polizei will die Eltern finanziell nicht für den Einsatz belangen. Die Behörde habe den Sachverhalt geprüft. Ergebnis sei gewesen, dass die Eltern die Kosten nicht übernehmen müssen, sagte ein Polizeisprecher dieser Zeitung.

Kreisjugendamt eingeschaltet

Unterdessen wurde auch das Kreisjugendamt in den Vorfall eingeschaltet. Wie berichtet, hatte der Elfjährige den vermeintlich gefährlichen Gegenstand um kurz nach 9 Uhr im Unterricht einem Mitschüler gezeigt. Ein Lehrer hatte ihn ebenfalls gesehen und die Schulleitung informiert, die die Räumung veranlasste. Dreieinhalb Stunden später gaben Sprengstoff-Experten des LKA Entwarnung. Der Elfjährige gab an, den Gegenstand gefunden zu haben. Warum er die vermeint­liche Handgranate mit in die Schule brachte, ist weiterhin unklar – ebenso wie die Frage, woher die Attrappe stammt. Die Polizei macht zum Schutz des Jungen keine weiteren Angaben.

Lob für Disziplin und Entscheidungsfähigkeit

Bürgermeister und Polizei loben unterdessen die Disziplin und Entscheidungsfähigkeit an den beiden Bürener Schulen. „Jetzt zahlt sich aus, dass Alarmsituationen an Schulen regelmäßig geprobt werden“, sagt Bürgermeister Burkhard Schwuchow. Die Reaktionen von Eltern seien sehr positiv gewesen. Sie hätten während des gesamten Polizeieinsatzes mit ihren Kindern per Smartphone kommunizieren können und hätten so gewusst, dass sie in Sicherheit seien.

Die Schulleiterin der Gesamtschule Büren war am Donnerstag nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

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