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Mehrere Senioren in Salzkotten und Büren erstatten Anzeige

»Falsche Polizisten«: Bei Anruf Betrug

Kreis Paderborn (WB). Mehrere Senioren in Salzkotten und Büren sind am Dienstagabend telefonisch von vermeintlichen Polizeibeamten kontaktiert worden. Niemand fiel – soweit bis jetzt bekannt – auf die Betrugsmasche herein. Auch andere Varianten der Telefonabzocke wurden angezeigt.

Symbolbild. Foto: Jörn Hannemann

Zwischen 23.15 und 23.35 Uhr klingelten die Telefone bei drei Frauen im Alter von 69 bis 95 Jahren sowie einem 77-jährigen Mann. Der Anrufer gab sich als Polizeibeamter aus. Er versuchte, seine Opfer einzuschüchtern und behauptete, in der Nachbarschaft sei eingebrochen worden. Die Polizei habe Täter festnehmen können. Drei Einbrecher seien jedoch auf der Flucht. Einbrüche in die Wohnungen der Angerufenen seien nicht auszuschließen.

Sehr forsch behauptete der Täter, dass sämtliches Bargeld, Schmuck und andere Wertsachen zu Hause nicht mehr sicher wären und fragte nach Tresoren, Barschaften oder Gold. Alle Angerufenen gingen nicht auf die Fragen des Täters ein und legten auf. Der Mann hatte ohne Akzent gesprochen. Er hatte angegeben, von der »hiesigen Polizeidienststelle« zu sein. Eine Telefonnummer wurde in diesen Fällen nicht übermittelt.

In anderen Fällen werden die Telefonnummern von den Betrügern gefälscht, so dass tatsächlich eine Nummer der örtlichen Polizei oder die Notrufnummer im Display angezeigt wird. Weitere Informationen und Präventionstipps hat die Polizei im Internet eingestellt:

Bereits am Montag war ein 55-jähriger Mann in Delbrück von einem angeblichen »Microsoft«-Mitarbeiter angerufen worden. In schlechtem Englisch erklärte der Mann, dass der Computer des Delbrückers Schadprogramme im Internet verschicken würde. Per Fernwartungssoftware, die der Angerufene installieren sollte, könne er das Problem beseitigen. Der 55-Jährige reagierte couragiert. Er weigerte sich, die entsprechende Software zu installieren, empfahl dem Anrufer an seinem Englisch zu arbeiten und legte auf. Bei dieser Masche versuchen die Betrüger mittels des Fernzugriffs zum Beispiel an Onlinekonten zu gelangen, um sich Geld zu überweisen. Oder der PC wird gesperrt und erst wieder frei geschaltet, wenn der Betroffene bezahlt.

Ein weiterer Telefon-Betrugsversuch wurde am Freitag gestartet. Eine 75-jährige Frau aus Bad Wünnenberg wurde von einem Mann angerufen, der behauptete, dass sie im Jahre 2015 einen Gewinnspielvertrag abgeschlossen habe, ohne die Teilnahmegebühren dafür zu zahlen. Es habe sich mittlerweile eine Forderung von über 1500 Euro angesammelt. Wenn sie die Summe nicht überwiese, würde die Angelegenheit der Staatsanwaltschaft übergeben und der Betrag gepfändet. Dann wurde die Seniorin an eine angebliche Staatsanwältin weitergeleitet, die das Aktenzeichen und die Kontonummer nannte.

Da die Banken schon geschlossen hatten, bekam die Seniorin Aufschub bis Dienstag. Und tatsächlich rief am Dienstag eine Frau an, die mit Nachdruck das Geld einforderte. Im Gespräch mit einem Bankmitarbeiter wurde der 75-Jährigen geraten, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen. So erstattete auch diese Seniorin Anzeige, bevor ein Schaden eintrat. Die in den Telefonaten mit den Betrügern im Display angezeigte Telefonnummer war der Anschluss einer realen Anwaltskanzlei, die bereits mehrfach durch technische Manipulation missbraucht worden war.

Die Polizei rät: Lassen Sie sich am Telefon nicht einschüchtern und zu Geldzahlungen verleiten, egal unter welcher Legende Geld gefordert wird. Ziehen Sie immer eine Person Ihres Vertrauens hinzu. Wenn Sie Opfer eines solchen Anrufes geworden sind, wenden Sie sich in jedem Fall an die Polizei und erstatten Sie eine Anzeige.

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