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Bürener Agrar-Unternehmen beantragt Verfahren in Eigenverwaltung – 45 Mitarbeiter betroffen

Insolvenz bei Kleeschulte

Büren

Die Bürener Kleeschulte GmbH & Co. KG hat am 30. September beim Amtsgericht Paderborn einen Antrag auf Insolvenz im Eigenverwaltungsverfahren gestellt. Das hat das Agrar-Unternehmen am Dienstag mitgeteilt, nachdem die 45 Mitarbeiter informiert worden waren.

Das traditionsreiche Bürener Agrar-Unternehmen Kleeschulte am Bennenberg ist in finanzielle Schwierigkeiten geraten und hat ein Insolvenzverfahren in Eigenregie beantragt. Wichtige Geschäftsbereiche seien aber nicht betroffen, sondern gut aufgestellt, teilt das Unternehmen mit. Foto: Hanne Hagelgans

Das Unternehmen wird durch ein Team um den Sanierungsexperten und Generalhandlungsbevollmächtigten Rechtsanwalt Stefan Meyer beratend unterstützt. Das Gericht hat das vorläufige Eigenverwaltungsverfahren angeordnet und Rechtsanwalt Dr. Yorck T. Streitbörger zum vorläufigen Sachwalter bestellt.

Der Geschäftsbetrieb werde uneingeschränkt fortgeführt, sämtliche 45 Mitarbeiter würden weiter beschäftigt, so die Mitteilung des Unternehmens. Grund für die Antragstellung seien ausschließlich Schwierigkeiten im Geschäftsbereich „Handel/Streckengeschäfte“, der schon vor der Insolvenzantragstellung endgültig und dauerhaft eingestellt worden sei. Aus diesem eingestellten Geschäftsbereich ergäben sich erhebliche finanzielle Belastungen durch die explodierenden Preise im Rohstoffmarkt bei gleichzeitiger Versorgungsknappheit bestmöglich. Der betroffene Geschäftsbereich steht aber in keinem unmittelbaren Zusammenhang mit den stabilen Geschäftsfeldern „Ölmühlen mit Produktion und Vertrieb von Speiseölen sowie Verarbeitung von Bioprodukten“ als auch dem „Vertrieb und der Logistik von Holzpellets“. Diese beiden seit Jahren stabilen Geschäftsbereiche seien nicht nur für die Dauer des Restrukturierungsverfahrens durchfinanziert, sondern auch dauerhaft stabil und nach den Unternehmensplanungen auch rentabel, teilt Kleeschulte mit.

In den kommenden Wochen werde das Traditionsunternehmen einen konkreten Vorschlag zur Restrukturierung erarbeiten und darüber die Gläubiger abstimmen lassen. Ziel sei es, für den Betrieb eine dauerhafte und tragfähige Lösung zu erzielen. Geschäftsführer Bernd Kleeschulte erklärt: „Wir nutzen die Chance, uns im Rahmen dieses gesetzlich vorgesehenen Verfahrens mit erfahrenen Sanierungsexperten zukunftsfähig aufzustellen. Für unsere Kunden ändert sich nichts. Alle Aufträge werden in den Geschäftsbereichen Ölmühlen, Vertrieb von Speiseölen und der Logistik und dem Vertrieb von Holzpellets wie geplant und vertraglich vereinbart ausgeführt.“

Die Gehälter der 45 Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert. Der Generalbevollmächtigte Stefan Meyer ergänzt: „Die Mitarbeiter ziehen mit uns an einem Strang und unterstützen die eingeleiteten Maßnahmen hochmotiviert und sehr engagiert. Wir führen bereits Gespräche mit Kunden und Lieferanten, die ebenfalls bislang positiv verlaufen sind. Das sind guten Voraussetzungen und eine solide Basis für die kommenden Wochen.“

Der vorläufige Sachwalter Streitbörger erläutert: „Die Agrarbranche steht derzeit durch die Preisentwicklung von Rohstoffen auf den Weltmärkten vor großen Herausforderungen. Die Eigenverwaltung bietet dem traditionsreichen Betrieb die Möglichkeit, sich neu aufzustellen.“

Bürener Traditionsunternehmen

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