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Christina Kaup bringt das Programm Buggy-Fit für junge Mütter nach Büren

Mit Baby sportlich unterwegs

Büren

Eine Auszeit zu nehmen, um beim Sport wieder aufzutanken, tut gut. Und ist doch so schwer, wenn da ein kleines Baby praktisch rund um die Uhr Mamas Aufmerksamkeit beansprucht. Es sei denn, man nimmt das Baby einfach mit – und begreift den Kinderwagen als Sportgerät. So macht es Christina Kaup, die seit diesem Frühjahr in Büren mit Buggy-Fit ein spezielles Training für frischgebackene Mütter anbietet.

Hanne Hagelgans

Sarah Schrimer (vorn) gehört zu den jungen Müttern, die das Buggy-Fit-Programm von Christina Kaup (hinten) in der Bürener Almeaue gerne nutzen. Ihren sechs Monate alten Sohn Darius Leonard hat sie im robusten Kinderwagen dabei, der zugleich Trainingsgerät ist. Foto: Oliver Schwabe

Bei jedem Wetter ist die 39-Jährige, die selbst zwei kleine Kinder hat, mit „ihren“ Müttern in der Bürener Almeaue unterwegs. Ein flotter Power-Walk mit Hanteln, Bodenübungen auf der mitgebrachten Matte, Stretching, Zirkeltraining, Übungen für den Beckenboden und vieles mehr gehören zum Programm, bei dem der (idealerweise sportliche und robuste) Buggy ebenso wie die Parkbank oder der Baum ganz selbstverständlich als Trainingsgerät genutzt werden. „Man muss schließlich mit dem Kind ja sowieso raus an die frische Luft – so haben alle etwas davon“, sagt sie. Gerade im Herbst und Winter, wenn das Wetter so gar nicht zum Rausgehen einlädt, gehöre zwar etwas Überwindung dazu. „Aber hinterher ist doch eigentlich jeder immer froh, dass er es gemacht hat“, weiß Christina Kaup.

Die junge Mutter, die gelernte Einzelhandelskauffrau ist, hat mit Buggy-Fit ihr sportliches Hobby zum Beruf gemacht. Mit ihrem Mann ist sie vor einem Jahr nach Büren gezogen. In ihrer früheren Heimat Düsseldorf hat sie nach der Geburt ihrer Kinder selbst an einem Buggy-Fit-Kursus teilgenommen. „So etwas muss es in Büren auch geben“, befand sie. Nach umfangreichen Aus- und Fortbildungen darf sie sich Buggy-Fit-Trainerin nennen und hat sich die Lizenz für Büren und Umgebung gesichert.

Sechs bis acht Wochen nach der Entbindung, erzählt Christina Kaup, könnten junge Mütter ganz vorsichtig wieder mit dem Sport anfangen. Doch bis die körperlichen Veränderungen durch die Schwangerschaft sich zurückbilden, brauche es in etwa so lange, wie die Schwangerschaft selbst gedauert habe: neun Monate.

Vor einem Jahr ist Christina Kaup, die selbst Mutter ist, aus Düsseldorf nach Büren gezogen. Foto: Oliver Schwabe

Klar, dass sie auf die besonderen Bedürfnisse ihrer Kursteilnehmerinnen Rücksicht nimmt. Bestimmte Bauchmuskelübungen sind für Mütter kurz nach der Entbindung ebenso tabu wie Jogging. Alles, was den Beckenboden stärkt, ist aber genau das Richtige. Und die Babys? Die machten in aller Regel prima mit und nutzten die Zeit im Kinderwagen an der frischen Luft meistens zu einem gemütlichen Schläfchen, erzählt sie. Und wenn doch einmal jemand zahnt oder einfach schlechte Laune hat, weiß die Kursleiterin schließlich aus eigener Erfahrung, wie sich ein weinendes Baby beruhigen lässt und übernimmt, damit die Mama weiter sporteln kann.

Corona macht zurzeit allerdings auch für Christina Kaup mit ihrem Buggy-Fit-Programm das Leben kompliziert. Weil sich nur Personen aus zwei Haushalten treffen dürfen, bietet sie zurzeit lediglich Trainingseinheiten für einzelne Mütter an. Das darf sie nach Rücksprache mit dem Bürener Ordnungsamt, weil ihr Sport draußen und kontaktlos stattfindet.

Das Einzeltraining habe Vor- und Nachteile, erzählt sie. Der Austausch mit Frauen in der gleichen Lebensphase, der Neu-Müttern oft ebenso tut gut wie der eigentliche Sport, falle zurzeit leider weg. Dafür seien die Trainingseinheiten aber intensiver und noch individueller abgestimmt.

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