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Ökoverband BUND hält sieben Regionalflughäfen für überflüssig und schädlich

„Paderborn sofort schließen“

Berlin/Paderborn/Weeze (WB/in). In der Diskussion um die Zukunft der Regionalflughäfen hat sich am Mittwoch die Umweltorganisation BUND zu Wort gemeldet. Unter Bezugnahme auf eine Studie, die der BUND gemeinsam mit dem Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) erstellt hat, wird die sofortige Schließung von sieben deutschen Regionalflughäfen gefordert. Darunter ist auch der Airport in Paderborn-Lippstadt.

Ferienflieger auf dem Regionalflughafen Paderborn-Lippstadt. Aktuell wird ein Konzept zur Redimensionierung erarbeitet. Gegenwind kommt von Umweltschützern. Foto: Jörn Hannemann

Insgesamt wurden für die Studie 14 Flughäfen mit 200.000 bis zu drei Millionen Fluggästen insbesondere auf ihre Rentabilität und auf verkehrliche Notwendigkeit untersucht. Bei dem letzten Punkt spielte unter anderem die Anbindung an den internationalen Flugverkehr ein Rolle. Auch die Belastung durch klimafeindliche Abgase wurde berücksichtigt.

Neben Paderborn fallen Erfurt-Weimar, Frankfurt-Hahn, Kassel-Calden, Niederrhein-Weeze, Rostock-Laage und Saarbrücken bei den Umweltschützern vollständig durch. Am besten schnitten in der Studie noch die Flughäfen im bayerischen Memmingen und in Bremen ab. Nur hier sowie in Dortmund seien die Passagierzahlen zwischen 2014 und 2018 gestiegen. Dennoch gab es Abstriche bei Dortmund wegen anderer Kriterien. Abstriche gab es auch bei Münster/Osnabrück, Dresden, Karlsruhe/Baden-Baden und Friedrichshafen.

Der Flughafenverband ADV wies die Forderungen des BUND zurück. Stattdessen verlangte er Kostenentlastungen insbesondere bei Sicherheitsvorkehrungen, die in anderen EU-Ländern vom Staat getragen würden. Das polyzentrische Flughafensystem sei ein Abbild der föderalen Struktur Deutschlands mit seinen starken Wirtschaftszentren und Metropolregionen, sagte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. Der Verband verwies zudem auf die Bedeutung der Flughäfen im Frachtverkehr und als regionaler Standortfaktor. Die regionalwirtschaftlichen Effekte lägen in der Regel deutlich über den erwirtschafteten Verlusten.

Geschäftsführer widerspricht Studie

Auch Ludger van Bebber, Geschäftsführer des Flughafens Weeze, widersprach der Studie, sowohl was die Wirtschaftlichkeit als auch die Klimafolgen betrifft. So befänden sich drei Flughäfen – neben Weeze auch Memmingen und Hahn – überwiegend in privater Hand. Deshalb habe hier der Steuerzahlerbund im März keinen Handlungsbedarf gesehen. Bei der Einschätzung der Klimafolgen müsse berücksichtigt werden, dass die Flugzeuge bei Schließung der Regionalflughäfen andere Airports ansteuerten und eventuell sogar mehr Verkehr verursachten.

Dagegen sagte BUND-Vorsitzender Olaf Bandt: „Mit den Regionalflughäfen wird mit unseren Steuergeldern aktiv zum Klimawandel mit Dürren, Unwettern sowie massiven Schäden in der Natur und Land- und Forstwirtschaft beigetragen.“ Fliegen sei die umweltschädlichste Art zu Reisen.

Die Regionalflughäfen zeigten die ganze Absurdität des Fliegens auf : Die Nutzungszahlen stehen in keinem Verhältnis zu Klimaschäden und Subventionen. Bei den untersuchten Flughäfen liege die jährliche Klimalast bei 4,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten.

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