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Heimatverein stellt neues Projekt in der Mittelmühle vor

Wie das Wasser nach Büren kam

Büren (WB/eB). Den Deutschen Mühlentag nutzte der Heimatverein Büren, um sein neustes Projekt in der Mittelmühle vorzustellen. Dort wird jetzt nicht nur anhand von rekonstruierten Vorrichtungen gezeigt, wie die Herstellung von hölzernen Wasserleitungen mittels Wasserkraft funktioniert, jetzt gibt es auch bebilderte und schriftliche Informationen zum Thema Wasserversorgung in Büren.

Mühlenwart Gregor Lemm und Ortvorsteher Wigbert Löper am rekonstruierten Bohrwerk in der Mittelmühle. Dass die Herstellung auch mit einem großen Kraftaufwand verbunden war, davon überzeugte sich Irina Hardes vom Heimatverein. Im Hintergrund die vier Informationstafeln zum Thema Wasserversorgung in Büren vom 16. bis 19. Jahrhundert. Foto: Johannes Büttner

Mühlenwart Gregor Lemm hat in Zusammenarbeit mit Stadtarchivar Hans-Josef Dören die Geschichte der Wasserversorgung der Stadt Büren vom 16. bis zum 19. Jahrhundert aufgearbeitet und dieses auf großflächigen Informationstafeln in der Bohrmühle der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Bis 1881 floss das Trinkwasser durch hölzerne Rohre von der Quelle am Piepebusch (oberhalb des Gebäudes der Rettungswache) zu den fünf Kümpen in der Kernstadt. Hier konnten die Bürger dann ihr Wasser entnehmen. Die Gesamtstrecke der hölzernen Wasserrohre betrug bis zum ersten Kump am Klimberg 1700 Meter.

Der Höhenunterschied betrug von der Quelle bis zum Klimberg-Kump 16 Meter. Wie den Unterlagen zu entnehmen ist, waren die Rohre mit einem Außendurchmesser von rund 20 Zentimetern aus Buchenholz. Der Innendurchmesser betrug acht Zentimeter. An den Verbindungsstücken der je 3,20 Meter langen Rohe waren die Hölzer konisch zusammengeführt. Um vor Frost zu schützen, wurden die Rohre durch überdeckendes Erdreich geschützt. Im Kreismuseum Wewelsburg befinden sich noch Einzelstücke der einstigen hölzernen Wasserleitung. Ab 1881 floss das Wasser dann durch Gussleitungen zu den Kümpen, von denen noch heute einige vorhanden sind. Um Instandhaltung und Wartung kümmerte sich ein Wassermeister.

Um die hölzernen Rohrleitungen herstellen zu können, brauchte man einen langen Löffelbohrer. Dieser wurde eigens geschmiedet und mittels Wasserkraft durch den Holzstamm gebohrt. Die Bürener Bohrmühle ist eine von den letzten die es noch gibt.

Neben dem Klimbergkump (heute Nikolausstraße, Ecke Klimmerstraße) gab es den Marktkump, den Laibohenskump (vor den oberen Stadttor (heute Burgstraße 40) den Kleffnerkump (heute Burgstraße 17) den Wibbekekump (heute Bertholdstraße /Ecke Königstraße) sowie einen Trog an der Residenz der Jesuiten und einen Wasserturm an der Jesuitenkirche. Die Bewohner in der Nähe der Mittelmühle holten sich das Wasser aus der nahegelegenen Börnschen Quelle.

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