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Mitglieder des Drachenclubs Paderborn sind für ihr Hobby viel unterwegs

Wind und weite Wege

Büren (WB/han). Der Herbst ist die perfekte Zeit, um Drachen steigen zu lassen? Von wegen! Drachenzeit ist (fast) das ganze Jahr über. Jedenfalls für die Mitglieder des Paderborner Drachenclubs.

Wenn der Wind passt, sind (von links) Niels, Markus und Andrea Münstermann, Nicklas Schlenger, Mark Schlenger (2. Vorsitzender des Drachenclubs) und Lara Münstermann am liebsten an der frischen Luft und probieren ihre Drachen aus. Foto: Oliver Schwabe

Die kommen nicht nur aus dem Raum Paderborn, sondern aus ganz Deutschland und zum Teil weit darüber hinaus. Denn für ihr Hobby nehmen echte Drachenfreunde ohne zu zögern auch lange Wege auf sich. So wie Markus Münstermann, der Vorsitzende des Drachenclubs – und mit ihm seine ganze Familie.

An den Wochenenden zwischen Januar und Oktober sind Markus und Andrea Münstermann mit ihren Kindern Lara (15) und Niels (10) oft nicht im heimischen Brenken, sondern unterwegs zu Drachenfesten im ganzen Bundesgebiet und im Ausland. Übernachtet wird im Wohnwagen, und der Kofferraum ist voll mit selbst gebauten Drachen-Kreationen.

Die haben mit dem klassischen Kinderdrachen kaum noch etwas gemeinsam. Mehrere Meter groß sind Salamander Lurchi, der kleine Wikinger Wicki, ein Tiger, knallbunte Manta-Rochen und viele weitere Figuren aus Fallschirmseide. Die Mitglieder des Drachenclubs nähen die phantasievollen Kreationen in den wenigen Wintermonaten, in denen tatsächlich kaum geflogen wird, und zwar meist an ganz normalen Haushalts-Nähmaschinen.

Die Ideen für neue Drachen liefern oft Stoffpuppen, erzählt Markus Münstermann. Damit ihr Abbild als riesiger Drachen im Wind flattern kann, müssen sie allerdings dran glauben: Die Drachenbauer zerschneiden das Stofftier, um von den Einzelteilen ein Schnittmuster abzunehmen, das dann auf die entsprechende Größe skaliert wird.

Immer wieder lädt der Paderborner Club auch Drachen-Experten aus aller Welt ein, die Mitglieder und Interessierte in Workshops an ihrem Wissen teilhaben lassen. Ausprobieren können die Mitglieder des Drachenclubs ihre fertigen Neuschöpfungen schließlich auf der »Hauswiese« des Vereins bei Tudorf.

Was an der heimischen Nähmaschine entstanden ist, zeigen sich die Drachenfans dann bei ihren Treffen an den Wochenenden. »Das ist wie eine große Familie«, schwärmt Lara Münstermann, die, wie sie selbst sagt, in diese Gemeinschaft hineingeboren worden ist, ebenso wie ihr kleiner Bruder Niels.

Man kennt sich in der Szene. Erfahrungen werden ausgetauscht, alte Freundschaften gepflegt und neue geschlossen. Zwar gibt es auch Wettbewerbe, in denen etwa Drachen in mehreren Runden in der Luft gegeneinander in den Kampf geschickt werden. Doch nicht der Wettkampfgedanke, sondern der Spaß steht bei den Drachentreffen im Vordergrund. »Und an der frischen Luft ist man auch noch«, lacht Lara.

Über ihre Erlebnisse bei Drachenfestivals überall in Deutschland und Europa berichtet sie auf ihrer Facebookseite (»Lara Kitedreams«), für die sie Texte verfasst und Fotos schießt. Seit einiger Zeit finden sich dort auch Testberichte über Drachen, die ihr ein Produzent mit Sitz in Oldenburg zur Verfügung stellt.

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