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In einem Kooperationsprojekt bauen drogenkranke Menschen in Büren ein „Little Home“ für Obdachlose

Winterquartier wird zur Bauhütte

Büren

Das Projekt „Arbeit als Lebenshilfe“ ist eine Erfolgsgeschichte. Seit mehr als 13 Jahren hilft die Maßnahme drogenkranken Menschen zurück ins Leben. Der Einsatzort an der alten Burgruine in Harth-Ringelstein hat sich im Laufe der Zeit zu einem Schmuckstück und Touristenziel entwickelt.

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Peter Salmen (rechts) und drei Projektmitarbeiter zeigen das „Little Home“ auf dem Schulhof der Almeschule. Foto:

Auf den Höhen über dem Almetal kann jedoch in der kalten Jahreszeit nicht sinnvoll gearbeitet werden. Deshalb wird in der Bürener Almeschule ein Winterquartier bezogen. Dort ist in den vergangenen Wochen ein praktisches „Little Home“ als Wohnung für obdachlose Menschen entstanden.

„Da steckt Herzblut drin. Wir wissen um die Nöte der Obdachlosen, denen wir so hoffentlich helfen können“, sagte einer der Teilnehmer, der mit zwölf Kolleginnen und Kollegen das im freundlichen Rot-Weiß gestrichene Holzhäuschen gebaut hat. Das wartet nun auf seinen Transport zum Paderborner KIM am Busdorfwall, wo bereits ein erstes „Little Home“ einem Obdachlosen Schutz und einen ersten Schritt in ein neues Leben ermöglicht.

„Wir würden gern im kommenden Winter ein weiteres Haus bauen“, sagte Peter Salmen. Der Bürener leitet das Kooperationsprojekt der Suchtkrankenhilfe des Caritasverbandes Paderborn als Träger der Maßnahme des Jobcenters im Kreis Paderborn, des Kreises Paderborn, der Stadt Büren und des Regionalforums Südliches Paderborner Land gemeinsam mit Wolfgang Grothe. „Dass wir hier im alten Werkraum der Almeschule nun bereits zum zweiten Mal ein Winterquartier beziehen können, ist ein Glücksfall“, führte der Sozialpädagoge weiter aus. Er konnte neue Teilnehmer im Projekt willkommen heißen.

„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bekommen wieder eine feste Tagesstruktur, werden stabiler und können sich erproben. Mancher entdeckt sogar seine handwerklichen Fähigkeiten“, schilderte Wolfgang Grothe die Zielsetzung der Maßnahme, die im Idealfall auch in den regulären Arbeitsmarkt führt.

„Wir erleben immer wieder, dass Teilnehmer zu uns kommen, um die Maßnahme zu verlängern. Das zeigt uns, dass wir das Richtige tun“, sagte Salmen. Der hat beim Bau des „Little Home“, dessen Finanzierung über den Armutsfonds des Diözesan-Caritasverbands gelaufen ist, noch eine besondere Erfahrung gemacht: „Unsere Leute kennen das Problem der Obdachlosigkeit. Im Bau des Holzhauses steckt für sie eine wirkliche Sinnhaftigkeit. Deshalb sind sie mit Begeisterung dabei.“

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