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Paderborner Landtagsabgeordneter berichtet von Hilfsaktion in der Partnerstadt Przemyśl

Daniel Sieveke: „Lebendige Solidarität gegen Gewalt und Krieg“

Paderborn/Przemyśl

Mit seinem CDU-Fraktionskollegen Matthias Goeken hat der Landtagsabgeordnete Daniel Sieveke am vergangenen Wochenende Spenden organisiert und war mit weiteren CDU-Mitgliedern bei einem Hilfskonvoi des Paderborner Malteser Hilfsdienstes, der Johanniter-Unfallhilfe und der Paderborner Feuerwehr selbst nach Przemyśl gefahren.

Eine riesige, mit Feldbetten voll gestellte Lagerhalle in Przemyśl dient tausenden Flüchtlingen aus den Kampfgebieten der Ukraine als Notunterkunft. Foto: CDU

Przemyśl ist ein wichtiger Grenzbahnhof an der Bahnstrecke Krakau–Lemberg und seit letzter Woche zum europäischen Flucht- und Hilfsgüter-Sammelpunktpunkt geworden.

Der Hilfskonvoi mit drei Sattelzügen, zwei 7,5-Tonnern und zwei Kleintransportern hatte Feuerwehrmaterial, Decken und Bettzeug, Desinfektionsmittel und vor allem Getränke geladen. In Przemyśl angekommen, wurde der Hilfskonvoi zum „Flüchtlingsaufnahmezentrum“, einem leerstehenden Einkaufszentrum mit großen Lagerhallen weitergeleitet.

„Hier herrschte eine Art von quirligem Ausnahmezustand. Denn hier kommen täglich hunderte Hilfstransporte aus allen Ländern Europas an. Wir erkannten Busse aus Dänemark, Transporter aus Italien, Spanien, den Niederlanden, Österreich. Privatleute, Hilfsorganisationen,“ sagte Sieveke. Überall sei der Paderborner Gruppe von hilfsbereiten, freundlichen, polnischen Freiwilligen geholfen worden. „Mit Englisch konnten wir uns nicht immer mit Ihnen verständigen, also zum Smartphone gegriffen und die Übersetzungsprogramme gefragt. Das Abladen benötigte mehr Zeit, aber alle halfen und packten mit an“, erinnert sich der Politiker.

Die bedrückendste Erfahrung, die die Helfer bei ihrem Einsatz machten: In einer riesigen Lagerhalle standen Feldbetten. Die Halle dient tausenden als Unterkunft, zumeist Frauen und Kinder, ältere Männer. Dazwischen lagen Matratzen, Feldbetten Kissen, Decken, Schlafsäcke. Was am meisten berührt habe, sei die Stille gewesen, die dort herrschte. Erschöpft, schockiert und verzweifelt seien die Menschen gewesen.

Dazu Daniel Sieveke: „Wer für so etwas verantwortlich ist, wer so viel Unglück und Leid über die Menschen bringt, wie Wladimir Putin, der darf den Krieg nicht gewinnen. Unmenschlichkeit und Willkür werden nicht über Menschenwürde, Freiheit und Demokratie triumphieren. Aber auch etwas anderes kann man im Einkaufszentrum von Przemyśl lernen, wie viele Menschen aus Europa aufgebrochen sind, um hier zu helfen. Das ist lebendige Solidarität gegen Gewalt und Krieg.“

Über die aktuelle Entwicklung durch den russischen Angriff auf die Ukraine halten wir Sie in unserem Liveticker auf dem Laufenden.

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