1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Delbrück
  6. >
  7. Hilfsgüter-Transport aus Delbrück starter zur polnisch-ukrainischen Grenze

  8. >

An diesem Freitag startet Hilfsgüter-Transport aus Delbrück zur polnisch-ukrainischen Grenze

100 Paletten in elf Fahrzeugen

Delbrück

Wenn an diesem Freitag um 6 Uhr die Motoren von elf Fahrzeugen angelassen werden, dann liegen knapp 1300 Kilometer Strecke vor den rund 30 Helfern, die einen riesigen Hilfstransport bis nach Medyka unmittelbar an der polnisch-ukrainischen Grenze bringen werden. Darunter mit einem Gigaliner ein XXL-Lkw, ein Sattelzug, zwei Wechselladerfahrzeuge der Feuerwehr, ein Gerätewagen Logistik, ein weiterer Lkw mit Anhänger sowie mehrere Bullis und Sprinter mit Anhänger.

Von Axel Langer

Paletten voller Hilfsgüter wurden für den ersten Hilfskonvoi in Richtung Ukraine am Feuerwehrgerätehaus zusammengestellt. Bis in den späten Abend sind Bernhard Protte (von links), Norbert Volkhausen, André Salmen und Anke Rehkämper mit dem Sortieren von Spenden beschäftigt. Foto: Axel Langer

Das rund 2600 Einwohner zählende Dorf Medyka liegt südlich der Paderborner Partnerstadt Przemyśl und verfügt über einen Güterbahnhof, wo die 100 Paletten aus den Fahrzeugen in Eisenbahnwaggons umgeladen und per Bahn nach Lwiw (Lemberg) in der Ukraine gebracht werden. Dabei hilft eine polnische Spedition aus der Region Przemyśl.

„Gegenüber den ersten Planungen haben wir die Transportkapazitäten nochmals deutlich aufgestockt“, freut sich Johannes Grothoff, dass es in den vergangenen Tagen viel zu tun gab. Bei ihm wie bei Mitinitiator Henry Kosche glühten die Telefone. „Wir hatten beide so etwa 80 Telefonate täglich. Das ist einfach sensationell“, ist Johannes Grothoff von der Hilfsbereitschaft überwältigt. Auch Henry Kosche zeigte sich beeindruckt von der Hilfsbereitschaft der Menschen. Immer wieder mussten die Regale für die Annahme von Hilfsgütern im Marktkauf Kosche geleert werden. „Das nahm einfach kein Ende. Toll, dass die Menschen so große Solidarität mit den Menschen aus der Ukraine zeigen“, so Kosche.

Waren anfangs rund 75 Palettenstellplätze geplant, wurden die Transportkapazitäten deutlich aufgestockt. Inzwischen sind rund 120 Paletten Hilfsgüter – vom Verbandskasten über Windeln bis zu Nudeln und Tomatensoße – zusammengekommen und für den Hilfstransport verpackt worden. Etwa 100 Paletten werden vom ersten Transport mitgenommen.

Aber auch Geldspenden sind in großer Zahl eingegangen. Rund 65.000 Euro wurden bislang für die Ukraine-Hilfe aus Delbrück gespendet. Schon der erste Transport an diesem Freitag wird für etwa 10.000 Euro Medikamente in einem Kühlanhänger mitnehmen. Darunter auch in den Auffanglagern in Przemyśl dringend benötigtes Insulin. „Für den zweiten Transport werden wir weitere Medikamente im Gegenwert von rund 35.000 Euro beschaffen“, plant Johannes Grothoff schon für den zweiten Hilfskonvoi.

Dabei haben sich zwischenzeitlich einige neue Probleme ergeben: War beispielsweise zunächst geplant, in Feldbetten auf der Ladefläche eines der Fahrzeuge zu übernachten, musste dieser Plan angesichts von Nachttemperaturen von minus 7 Grad geändert werden. Nun steht eine polnische Kaserne zur Verfügung. Schwierig ist offenbar auch die Treibstoffsituation in Polen. „Wir nehmen einen 1000-Liter-Tank mit Diesel mit, um möglichst unabhängig vor Ort zu sein“, erläuterte Peter Schniedertüns beim Packen am Delbrücker Feuerwehrgerätehaus. Geplant ist auch, dass ein Wohnmobil den Transport begleitet.

Alle Hände voll zu tun haben auch knapp 15 Helfer beim Roten Kreuz in Delbrück. „Unsere Lagerkapazitäten sind erschöpft. Es sind riesige Mengen an Kleiderspenden zusammengekommen“, so die stellvertretende Rotkreuzleiterin Martina Werning. Warme Kleidung und Decken haben die Rotkreuzler bereits für den ersten Hilfstransport transportfähig gemacht.

Über die aktuelle Entwicklung durch den russischen Angriff auf die Ukraine halten wir Sie in unserem Liveticker auf dem Laufenden.

Startseite
ANZEIGE