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Geflügelpest in Delbrück-Westenholz: zwei Höfe im Sperrbezirk hatten Kontakt

100.000 weitere Junghennen müssen getötet werden

Delbrück/Paderbor...

In einem weiteren Geflügelzuchtbetrieb im Sperrbezirk rund um den Ausbruchshof in Delbrück-Westenholz müssen rund 100.000 Junghennen getötet werden. Das teilte der Kreis am Dienstagnachmittag mit. Tiere seien von einem Betrieb in den anderen transportiert worden und es sei auf dieselben Futterressourcen zurückgegriffen worden.

wn

Der Sperrbezirk und das Beobachtungsgebiet. Foto: Kreis Paderborn

Das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), hatte am Montag – wie berichtet – den Ausbruch der hoch ansteckenden Geflügelpest (Aviäre Influenza vom Typ H 5, Subtyp H 5N8) in einem Geflügelzuchtbetrieb in Delbrück-Westenholz bestätigt.

Da die Tierseuche hoch ansteckend ist und beide Höfe Kontakt zueinander hatten, hat das Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen des Kreises Paderborn in Abstimmung mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz die Tötung angeordnet. Die Tierseuchen-Vorsorge-Gesellschaft und das Kreisveterinäramt haben alle Vorbereitungen abgeschlossen. Bis zum Abend sollten die Tiere entsorgt und alle Ställe gereinigt und desinfiziert sein. Bereits Anfang der Woche mussten 30.000 Junghennen getötet werden.

In dem ab dem 22. März eingerichteten Sperrbezirk und dem Beobachtungsgebiet gelten nahezu identische Auflagen. So dürfen weder Fleisch, Tiere oder Eier transportiert werden – nach dem Prinzip „nichts rein, nichts raus“, so der Kreis weiter. Ausnahmen sind unter strengen Auflagen im Beobachtungsgebiet möglich. Die Betriebe werden gebeten, sich in diesen Fällen direkt mit den Veterinären in Verbindung zu setzen. Dazu ist ein Infotelefon geschaltet worden. Auch bei Verdacht auf Geflügelpest sollte umgehend das Veterinäramt unter 05251/308-3939 kontaktiert werden (Montag bis Freitag, 9 bis 16 Uhr). Außerhalb dieser Zeiten können die Veterinäre über die Kreisleitstelle unter der 02955/76760 erreicht werden.

Seit Herbst gibt es in Deutschland eine von Wildvögeln ausgehende Geflügelpestwelle, vor allem mit dem hochansteckenden Virus H5N8. 14 Bundesländer sind betroffen, in mehr als 120 Beständen wurde die Geflügelpest amtlich festgestellt.

Hoch ansteckend

Das Virus wird durch direkten Tierkontakt, aber auch über die Luft übertragen, so dass sich eine Infektion rasch ausbreiten kann. Die Seuche kann ebenfalls durch indirekten Kontakt über Personen, andere gehaltene Säugetiere, Fahrzeuge, Transportbehälter, Verpackungsmaterial, Eierkartons, Einstreu oder tierischen Schädlingen, aber auch durch Virus ausscheidende Wildvögel übertragen werden.

„Wir bitten noch einmal alle Tierhalter, uns ihre Bestände anzuzeigen. Alles Geflügel muss angezeigt werden. Das gilt auch für Hobbyhalter. Alle Tierhalter, die das noch nicht gemacht haben, sollten das schnellstmöglich nachholen“, sagte Dr. Elisabeth Altfeld, Leiterin des Amtes für Verbraucherschutz und Veterinärwesen. Nur so können sie bei einem Ausbruch der Tierseuche finanziell entschädigt werden.

Eine Aufstallpflicht gilt nicht nur für den Sperrbezirk und das Beobachtungsgebiet. Alles Geflügel muss in den Stall: Diese Maßnahme gilt weiterhin und bis auf Weiteres im gesamten Kreisgebiet, um eine Weiterverbreitung der hoch ansteckenden Tierseuche zu verhindern.

Der Kreis Paderborn hat die Website kreis-paderborn.de/gefluegelpest erstellt. Dort ist auch das Formular für die Meldung von Tierbeständen eingestellt. Dort ist auch eine interaktive Karte zu finden.

1,13 Millionen Stück Geflügel

Im Sperrbezirk auf dem Gebiet des Kreises Paderborn sind insgesamt 109 Geflügelbetriebe registriert, von denen 14 mehr als 10.000 Tiere, 13 zwischen 5000 und unter 10.000, 5 zwischen 1000 und unter 5000 sowie 4 zwischen 350 und unter 1000 Tieren halten. Insgesamt befinden sich in den Betrieben im Sperrbezirk rund 648.000 Stück Geflügel.Im Beobachtungsgebiet sind 435 Geflügelzuchtbetriebe registriert, von denen 5 mehr als 50.000 Tiere, 29 zwischen 10.000 und unter 50.000 Tieren, 16 zwischen 5000 und unter 10000 Tieren, 15 zwischen 1000 und unter 5000 Tiere halten. Insgesamt befinden sich im Beobachtungsgebiet rund 1,13 Millionen Stück Geflügel.

Der Sperrbezirk. Foto: Kreis Paderborn
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