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So viel Hilfe macht Helfer sprachlos – Transport geht am Freitag in die Ukraine

45 Paletten voller Hilfsgüter kommen an einem Tag in Delbrück zusammen

Delbrück

Über der Zelthalle der Delbrücker Feuerwehr war es bereits dunkel, doch noch immer wurden Hilfsgüter sortiert, verpackt und auf Paletten getürmt. Tonnenweise wurden über den ganzen Tag hinweg Lebensmittel, Hygieneartikel, Babynahrung, Medikamente, Windeln, Decken und Schlafsäcke angeliefert.

Von Axel Langer

Tonnenweise Hilfsgüter wurden am Samstag den ganzen Tag über auf dem Gelände der Delbrücker Feuerwehr von zahllosen Menschen angeliefert. Dutzende Feuerwehrleute und Privatpersonen sortierten die Hilfsgüter und machten sie transportfertig. Am Ende des Tages waren 45 Paletten zusammengekommen. Foto: Axel Langer

„Wir hatten auf die großzügige Spendenbereitschaft der Menschen im Delbrücker Land gehofft, aber dass dann an einem Tag solche Mengen zusammengekommen sind, ist einfach großartig. Allen Spendern und Helfern vor Ort kann man einfach nur danke sagen“, waren sich Johannes Grothoff und Henry Kosche einig.

„Schon vor zehn Uhr hatte sich eine lange Schlange gebildet“, sagt Andreas Vollmer, der den Menschen den Weg zur Sammelstelle wies. So beispielsweise Nicole Teget­hoff aus Westenholz. Als sie von dem Spendenaufruf hörte, hat sie kurzentschlossen zum Handy gegriffen und die Nachbarn informiert, dass sie am Samstag Hilfsgüter zum Feuerwehrgerätehaus bringen. In kürzester Zeit waren Lebensmittel, wärmende Bettdecken und Wintermäntel, Pullover oder Feuerzeuge und Kerzen gepackt.

Zahl der Fahrzeuge aufgestockt

Auch aus Ostenland berichtet Ehrenoberst Franz Büser, dass in der Straße eine Gitterbox aufgestellt wurde und diese ruckzuck voll war. „Die Menschen haben teils kartonweise Konserven, Nudeln oder Zwieback und Shampoo gekauft, extra für die Sammlung. Das ist klasse“, sagt Initiatorin Karina Biskup.

„Wir haben die Zahl der Fahrzeuge bereits aufgestockt, sonst würden wir diese unglaublichen Mengen gar nicht bewältigt bekommen“, sagt der Leiter der Delbrücker Feuerwehr, Johannes Grothoff. Aktuell ist geplant, am frühen Freitagmorgen mit vier Feuerwehrfahrzeugen, drei Bullis und Sprintern mit Anhängern, einem Giga-Liner sowie einem Wohnmobil in Richtung Przemysl zu fahren. Ziel ist ein Bahnhof in der Nähe der polnischen Partnerstadt Paderborns. Über familiäre Kontakte von Initiatorin Marlena Wroblewska konnte eine polnische Spedition hier Eisenbahnwagons buchen, die dann mit den Hilfsgütern aus Delbrück gefüllt werden. „Der Zug fährt etwa alle vier Stunden nach Lwiw in der Ukraine und wird die Hilfsgüter dorthin bringen, wo sie verteilt werden“, erläutert Henry Kosche vom Delbrücker Marktkauf den Plan der Hilfsaktion.

Feldbetten im Feuerwehrfahrzeug

Eines der Feuerwehrfahrzeuge wird mit Feldbetten beladen und soll so als Schlafmöglichkeit für die gut 25 Konvoibegleiter dienen, darunter auch zwei Übersetzer. „Wir wollen möglichst eigenständig vor Ort agieren können. Daher auch der Plan, ein Wohnmobil mitzunehmen“, erläutert Grothoff.

Außerdem sind inzwischen fast 25.000 Euro Spendengelder auf dem Konto des DRK (DE67 4725 1740 0000 0111 14) eingegangen. „Da die Stadt Delbrück die Fahrtkosten für die Feuerwehrfahrzeuge übernimmt und auch die Kosten für die anderen Fahrzeuge erfreulicherweise gedeckt sind, konnten wir Schmerzmittel, Verbandsmaterial und andere Medikamente einkaufen“, sagt Grothoff. Zudem haben die ersten Hilfstransporte aus dem Kreis Paderborn ergeben, dass in den Auffanglagern in Przemysl dringend Insulin benötigt wird. „Auch dies werden wir besorgen und dafür einen Kühlanhänger mitnehmen“, sagt Henry Kosche.

Kleiderspenden wurden direkt an das DRK weitergeleitet, das am kommenden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag jeweils von 14 bis 18 Uhr seine Kleiderkammer für die Annahme von guten, gebrauchten Kleidern öffnet. Wenn die Kleiderspenden sortiert sind, wird das DRK einen weiteren Hilfstransport organisieren.

Über die aktuelle Entwicklung durch den russischen Angriff auf die Ukraine halten wir Sie in unserem Liveticker auf dem Laufenden.

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