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Erschließungsmaßnahmen in Delbrück beginnen – Grundstücksvergabe in einem Jahr

Am Lerchenweg entstehen 120 Bauplätze

Delbrück (WV). Am westlichen Stadtrand haben die Erschließungsarbeiten für das größte einzelne Baugebiet, das die Stadt Delbrück seit 1975 jemals ausgewiesen hat, begonnen. Nicht nur aufgrund seiner künftig fast 120 Bauplätze stellt der Bebauungsplan Lerchenweg etwas Besonderes dar: Die Planungsphase verlief aufgrund verschiedener Umstände ziemlich holprig. Zeitverzug dadurch: mindestens eineinhalb Jahre! Bauwillige mussten sich deshalb schon gedulden. Doch nun geht es wirklich voran.

Jürgen Spies

Hier geht es derzeit nicht weiter: Der Lerchenweg ist in Höhe Einmündung Kleiberweg und weiter bis hoch zum künftigen Baugebiet gesperrt. Die Stadt Delbrück verlegt dort momentan die Kanalisation (Schmutzwasser, Regenwasser). Foto: Jürgen Spies

Insbesondere das Auftauchen von Altlasten Ende 2017 an einer Stelle unweit der Bundesstraße 64, verbunden mit einer kostspieligen Auskofferung des belasteten Bodens und einer anschließenden umfangreichen Sanierung (das WV berichtete mehrfach), war ein unvorhersehbarer Hemmschuh. Zur Erinnerung: Bei den Altlasten handelte es sich unter anderem um wasserunlösliche »benz(a)pyrenpolyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe«, die von einem weitgehend mobilen Teerwerk stammen, das es zu Beginn der 60er Jahre offenbar nur wenige Monate lang an dieser Stelle gab.

Kein Kreisverkehr direkt an der B64

Noch vor dem Auffinden dieser Altlast hatte es im Fachbereich Bauen und Planen der Stadt Delbrück aufgrund einer anderen Schwierigkeit außerdem Rätselraten gegeben. Dabei ging es um die Anbindung der großen Neubausiedlung an das Straßennetz Richtung Innenstadt.

Die Stadt Delbrück hätte es am liebsten gesehen, wenn dies über einen Kreisverkehr direkt an der B64 geschehen könnte. Das fand aber keine Zustimmung seitens des zuständigen Landesbetriebes Straßenbau NRW. Bekanntlich soll nun die B64 untertunnelt werden. Während der Bauphase bekommt die Bundesstraße vorübergehend einen Bypass. Voraussichtlicher Baubeginn: Sommer 2020.

Zur Erschließung des großen Areals muss die Stadt zunächst im Verlauf des Lerchenweges eine Kanalisationsverbindung Richtung Westenholzer Straße schaffen. Die Topografie dort – abschüssiges Gelände am Ausläufer des eiszeitlichen Delbrücker Rückens – vereinfacht dies etwas.

Kanalbaumaßnahmen kosten etwa 1,9 Millionen Euro

Danach kann mit der Erschließung des Baugebietes begonnen werden. Auf Anfrage des WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATTES bezifferte Horst Wolf vom Fachbereich Tiefbau/Stadt Delbrück die Kosten allein für die Kanalbaumaßnahmen auf etwa 1,9 Millionen Euro, für die Kanalisation des Teilstücks Lerchenweg kommen noch rund 250.000 Euro hinzu.

Folgen werden in den kommenden Monaten die Leitungen für Wasser, Strom, für Gas, Telekommunikation/Glasfaser sowie der eigentliche Bau der Straßen, verbunden mit weiteren hohen Investitionen.

Umlegen auf den Kaufpreis der künftigen Grundstücke kann die Stadt Delbrück die Aufwendungen ihrer eigenen Maßnahmen, also für Kanalbau (Doppelkanal: Schmutzwasser, Regenwasser), für die Wasserleitungen und den abschließenden großen Kostenfaktor Straßenbau.

Heinz Börnemeier, Leiter des Fachbereiches Zentrale Dienste, sagte auf Anfrage dieser Zeitung, dass es frühestens im ersten Quartal 2021 zu einer ersten Vergabe der Grundstücke kommen könne. Drei große Grundstücke in diesem Baugebiet sind für den öffentlich geförderten Wohnungsbau (maximal 18 Wohnungen) vorgesehen.

Waldstück bleibt unangetastet

Welche Namen die künftigen Straßen im Baugebiet Lerchenweg einmal tragen werden, ist noch nicht bekannt.

Das Waldstück bleibt unangetastet. Unberücksichtigt und somit unbebaut bleibt das daran südöstlich angrenzende große Grundstück (in Privatbesitz) zwischen der bestehenden Bebauung der ebenfalls großen Siedlung “Weststadt“ (rund 70 Einheiten) und dem künftigen Kindergarten samt Spielplatz.

Mittelfristig plant die Stadt Delbrück, westlich über den Lerchenweg hinaus weitere Wohnbebauung zu ermöglichen.

Die Nachfrage nach Baugrundstücken in Delbrück und im ganzen Delbrücker Land ist nach wie vor nachweislich groß, obwohl die Stadt Delbrück in den vergangenen Jahren ständig neue Wohngebiete erschlossen sowie außerdem bereits bestehende Siedlungen erweitert hat.

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