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Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

Auch am Delbrücker Rathaus weht eine besondere Fahne

Delbrück

Ungefähr jede vierte Frau erlebt häusliche Gewalt. Viele Opfer geben sich oft selbst die Schuld, verheimlichen die Erlebnisse und schützen so die meist männlichen Täter. Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen am Freitag, 25. November, macht auf dieses wichtige Thema aufmerksam. 

Rita Köllner, Gleichstellung- und Familienbeauftragte der Stadt Delbrück, und Bürgermeister Werner Peitz weisen auf den Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen am Freitag, 25. November, hin. Foto: Stadt Delbrück

Die Vereinten Nationen haben die Farbe Orange als Signalfarbe für den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen - auch als „Orange Day“ bezeichnet- ausgewählt. „Gewalt gegen Frauen und Kinder geht gar nicht“, erklärt Bürgermeister Werner Peitz: „Dass dieses Thema noch im Jahr 2022 bearbeitet werden muss, ist ein No-Go.“

Seit 2018 ist das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, die so genannte Istanbul-Konvention, für Deutschland in Kraft. Mit Inkrafttreten des Übereinkommens verpflichtet sich Deutschland auf allen staatlichen Ebenen, alles dafür zu tun, um Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen, Betroffenen Schutz und Unterstützung zu bieten und Gewalt zu verhindern.

„Leider sind wir noch weit davon entfernt, dass Frauen und Kinder, gerade auch im häuslichen Umfeld, ohne Angst vor gewalttätigen Übergriffen leben können“, erklärt die Gleichstellung- und Familienbeauftragte der Stadt Delbrück, Rita Köllner. „Aus Scham wird zudem auch noch Gewalt in der Familie von den Frauen viel zu häufig totgeschwiegen. Hier muss ein gesellschaftliches Hinsehen und Agieren die Frauen stärken, damit diese Gewaltspirale endlich aufhört“, so Köllner weiter.

Dem Orange Day wurde in den vergangenen Jahren besondere Aufmerksamkeit zuteil, da öffentliche Gebäude orange angestrahlt wurden, um das Thema Gewalt in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Aufgrund der Klima- und Energiekrise wird auf eine Beleuchtung der Rathäuser und des Kreishauses verzichtet. Um trotzdem ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt zu setzen, werden auf Initiative der Gleichstellungsbeauftragten in der Woche rund um den Gedenktag Gegen Gewalt an Frauen in den Kommunen die Fahnen von Terre des Femmes „Frei eben ohne Gewalt“ und eine orange Fahne wehen.

Zu der Fahnenaktion startet unter dem Motto „Gewalt kommt nicht in die Tüte!“ rund um den 25. November, auch wieder die gemeinsame Aktion der Paderborner Soroptimistinnen, der Bäckerei Goeken backen und der Kommunalen Gleichstellungsstellen des Kreises Paderborn. Über 100.000 Brötchentüten in auffallend orange-violetter Farbe erreichen im Aktionszeitraum viele Haushalte im Kreisgebiet. Sie machen auf die Problematik Gewalt an Frauen aufmerksam. Auch finden betroffene Frauen Hinweise zu Frauenberatungsstellen in Paderborn.

Der internationale Tag „NEIN zu Gewalt an Frauen“, wurde im Gedenken an den gewaltsamen Tod der drei Schwestern Mirabal ins Leben gerufen, die am 25. November 1960, vom militärischen Geheimdienst der Dominikanischen Republik nach monatelanger Verfolgung und Folter ermordet wurden. Ihr Mut im Kampf gegen den tyrannischen Diktator Trujilo gilt inzwischen als Symbol für Frauen weltweit, die nötige Kraft für das Eintreten gegen Unrecht zu entwickeln. Seit 1999 ist der 25. November, als internationaler Gedenktag gegen Gewalt an Frauen von den Vereinten Nationen anerkannt.

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