Jakobstraße und Schlaunstraße sind Thema im Bauausschuss und im Rat

Beim Straßenausbau fallen Bäume

Delbrück (WB/spi). Mit dem geplanten Straßenausbau der Jakobstraße und der Schlaunstraße (Teilstück) befassen sich die Mitglieder des Delbrücker Umwelt-, Bau- und Planungsausschusses in der Sitzung am Mittwoch, 11. März, 18 Uhr, in der Stadthalle. Sollte auch der Rat am Donnerstag, 19. März, den Planungen zustimmen und den Grundlagenbeschluss zur Umsetzung der Maßnahmen fassen, könnten im Herbst die Baumaßnahmen beginnen.

Die Bankette an der Jakobstraße ist an vielen Stellen seit vielen Jahren in einem katastrophalen Zustand. Manche Schlaglöcher sind inzwischen grotesk tief und stellen eine Gefahr dar. Durch den Straßenausbau kann der Zustand nur besser werden. Foto: Jürgen Spies

Wenn es denn so kommt, ist schon jetzt absehbar, dass sich das Erscheinungsbild der beiden älteren Straßenzüge mit teilweise älterem Baumbestand erheblich verändern wird.

Vor knapp zwei Jahren hatte sich an der Jakobstraße eine Anliegergemeinschaft gegründet, die unter anderem zum Ziel hatte, zunächst einmal überhaupt den Status dieser Straße zu klären – wichtig unter anderem für die Grundlagenberechnung von Anliegerbeiträgen. Die kursierenden Beträge hatten bei etlichen Anliegern regelrecht Zukunftsängste ausgelöst, da von mehreren zehntausend Euro die Rede war.

Die Stadt hat den Anliegern im Dezember 2019 den Vorentwurf und die Erläuterungen zum weiteren Vorgehen vorgestellt. 95 Anlieger waren erschienen und hatten den Planungen weitgehend zugestimmt. Dazu einige Einzelheiten:

Grundlagenermittlung/Vorplanung:

Der Vorentwurf sieht eine Fahrbahnbreite von fünf Metern und eine Gehwegbreite von zwei Metern vor. Im Abschnitt bis zur Anreppener Straße ist eine Gehwegbreite von 1,50 Metern eingeplant. Der bestehende Straßenoberbau ist laut Bodengutachten nicht frostsicher und soll aufgenommen werden.

Nach Angaben von Markus Hückelheim, Leiter des Fachbereiches Bauen und Planen, kann ein Großteil des vorhandenen Baumbestandes nicht erhalten werden. Laut Verwaltungsvorlage für Bauausschuss und Rat werde die genaue Situation aber für jeden einzelnen Baum mittels Gutachten ermittelt.

Weitere Aussage aus der Verwaltungsvorlage: Die bestehenden Grundstückszufahrten werden zu 100 Prozent einschließlich der Rohrleitungen erneuert. Hintergrund: Das hydraulische Gutachten kommt hierzu zu dem Ergebnis, dass die bestehenden Rohrdurchmesser zum Großteil vergrößert werden und die Grabenprofile angepasst werden müssen.

Die Straßenbeleuchtung der Jakobstraße und Schlaunstraße soll komplett erneuert werden.

Straßenbaukosten/Beitragserhebung:

Beide Straßen werden als Haupterschließungsstraßen eingestuft. Zur Ermittlung der Beiträge wurden anhand der Vorentwürfe die Gesamtkosten für den Straßenbau ermittelt. Nach Informationen der Stadtverwaltung beinhalten die Gesamtkosten nur die Fahrbahn und die Gehwege sowie die Straßenbeleuchtung. Alle übrigen Baukosten wie beispielsweise die Überfahrten des Grabens sowie Rohrleitungs- und Grabenprofilierungsarbeiten sind demnach nicht beitragsfähig. Das Bauamt weist darauf hin, dass auch weitere Kosten, die die Erneuerung der Kanalisation und Versorgungsleitungen betreffen, nicht beitragsfähig sind und zu 100 Prozent von der Stadt getragen werden.

Umlagefähige Gesamtkosten:

Jakobstraße inklusive Planungskosten und Sicherheiten: 801.250 Euro; Schlaunstraße inklusive Planungskosten und Sicherheiten: 508.250 Euro.

Der Anteil der Beitragspflichtigen beträgt bei einer Haupterschließung für die Fahrbahn 30 Prozent und für die Gehwege 50 Prozent. Die Straßenbeleuchtung wird mit 30 Prozent abgerechnet.

Die Verwaltung weist ferner darauf hin, dass bei den jeweiligen Grundstücksflächen Zuschläge für Gewerbe und zweigeschossiger Bauweise zu berücksichtigen sind.

Eine Entlastung der Beitragspflichtigen ist nach Angaben der Stadt gemäß § 8a KAG (Kommunalabgabengesetz) über ein landeseigenes Förderprogramm vorgesehen.

Die Dauer der Bauphase wird auf etwa zwei Jahre geschätzt und soll voraussichtlich im Herbst 2020 starten. Der Ausbau soll Straßenabschnittsweise erfolgen. Mit der Erhebung der Beiträge ist demnach frühestens in 2023 zu rechnen.

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