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Anne Eggenwirth ist erste hauptamtliche Leiterin in Delbrück

Büchereien freuen sich über Boom

Delbrück

2020 begann als aussichtsreiches Jahr für die Büchereien und wurde dann zu einer Herausforderung für die Büchereiteams im Improvisieren und Erstellen neuer Konzepte. Delbrück bekam nach 169 Jahren eine hauptamtliche neue Leitung, Anne Eggenwirth, finanziert von der Kirchengemeinde und der Stadt Delbrück. Ein Novum im Erzbistum Paderborn.

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Die Delbrücker Bücherei hat erstmals eine hauptamtliche Leitung (Symbolbild). Foto: dpa/Martin Schutt

Ihr Arbeitsbeginn fing gleich mit einem Lockdown an. Alle Büchereien in Delbrück und NRW mussten die Türen schließen. Gerade in dieser Zeit bewährte sich die neue Leitung in der Koordination der Kirchengemeinden, des Ordnungsamtes und der Büchereifachstelle Paderborn. Alle Hygiene-Konzepte mussten abgeklärt werden und konnten so allen Delbrücker Büchereien auf kurzem Weg vermittelt und den Lesern auf der Internetseite und mit News Lettern mitgeteilt werden.

Mit viel Einsatz wurden in den Büchereiteams in Delbrück neue Ideen umgesetzt. So wurde das Büchereifenster installiert. Medien können auf der Internetseite, per Mail oder telefonisch bestellt werden. Die Ausgabe findet am Fenster statt – ebenso die Rückgabe – möglichst kontaktarm.

Ältere Leser erinnerte dieses System an die Thekenausleihe in den 1950er Jahren. Auch damals suchte man Bücher nach Titeln aus und bekam sie über die Theke gereicht.

Ist das Motto der Büchereien spielen, lesen, Leute treffen, so hat sich das in diesem Jahr zu aussuchen, bestellen und zu Hause lesen geändert.

Ab Mitte des Jahres durften die Büchereien wieder unter Auflagen für die Nutzer öffnen. Je nach baulichen Voraussetzungen wurde dies über Einbahnstraßen-System oder beschränkten Zutritt umgesetzt. Mit Ordnungsamt, Kirchengemeinden und Fachstellen wurde viel kommuniziert, überlegt und dann in die Tat umgesetzt.

Mitte November kam der zweite Lockdown. Alles wurde geschlossen, explizit vom Land NRW auch die Fensterausleihe, zum Schutz der ehrenamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Veranstaltungen am Anfang des Jahres konnten noch durchgeführt werden. 23 an der Zahl, vorwiegend die Bibfit Kurse (Bibliotheksführerscheine für die Kindergartenkinder). Alle Büchereien in Delbrück haben sich die Leseförderung auf die Fahnen geschrieben und arbeiten eng mit Kindertagesstätten und Schulen zusammen. Doch konnten die geplanten Kurse im November nur noch teilweise mit erstellten Hygienekonzepten stattfinden. Die Mittsommerlesung des Fördervereins fiel der Pandemie zum Opfer. 2021 ist im Juni eine neue Lesung geplant.

Improvisation war auch bei der Veranstaltungsarbeit gefragt. So fand der Lesesommer bei gutem Wetter in Pastorsgarten auf Abstand statt. Da Bücherflohmärkte nicht möglich waren, bekam jeder Teilnehmer ein aussortiertes Kochbuch als Schreibunterlage und zum Mitnehmen.

Mit drei Autorenlesungen in den Grundschulen konnte den Kindern eine Abwechslung geboten werden. Sascha Guteit besuchte im Rahmen der Kulturstrolche die Johannes Grundschule mit der Detektiv Spinne Luisa. Julia Ginsbach brachte den Kindern der St.-Marien-Grundschule und der Grundschule Sudhagen Tafiti, das kleine Erdmännchen näher. Diese Lesung wurde von der Büchereifachstelle der Erzbistums Paderborn organisiert.

Die Teams der Delbrücker Büchereien bedanken sich bei den Lesern, die alle Änderungen und Unsicherheiten mit getragen haben und die Teams mit vielen positiven Rückmeldungen und vielen Ausleihen unterstützt haben. Die Zahlen des vergangenen Jahres finden Interessierte auf der Internetseite der Büchereien unter www.koeb-delbrueck.de.

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