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Geplantes Bentfelder Dorfgemeinschaftshaus: Anwohner fürchten Lärm

„Das darf kein Partyheim werden“

Delbrück (WB). Ein aus vielen Bentfelder Vereinen bestehender Trägerverein möchte auf dem Dorfplatz ein Dorfgemeinschaftshaus errichten . Das Gebäude wird etwa 262 Quadratmeter groß und ist mit 467.000 Euro kalkuliert. Die Pläne für den Flachdachanbau an das Feuerwehrgerätehaus sind erstellt und umfassen auch zusätzliche Sanitäranlagen für die Feuerwehr. Allerdings befürchten die Anwohner eine steigende Lärmbelastung durch das Dorfgemeinschaftshaus. Eine Reihe von Einwendungen haben dies im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung deutlich gemacht.

Axel Langer

Im Dezember 2019 wurden die Pläne für ein Dorfgemeinschaftshaus als Anbau an das Feuerwehrgerätehaus in einer Bürgerversammlung vorgestellt. Foto: Axel Langer

„Es hat einen Ortstermin mit den Nachbarn gegeben. Der Hauptknackpunkt ist die Sorge vor mehr Lärm. Aus dem Dorfgemeinschaftshaus darf kein Partyheim werden“, stellte Markus Hückelheim, Fachbereichsleiter Bauen und Planen, im Bauausschuss vor. Die Nachbarn machten in ihren Einwendungen deutlich, dass nach ihrer Einschätzung die schon jetzt vorhandenen Emissionen die Grenzen des Erträglichen überschreiten. Das Dorfgemeinschaftshaus soll von den örtlichen Vereinen und Gruppen für ihre Treffen genutzt werden. Eine kommerzielle Nutzung der Räumlichkeiten durch Vermietung wird es nicht geben.

Nutzung nur von 8 bis 22 Uhr

Die Nutzung des Hauses wird auf die Zeiten zwischen 8 und 22 Uhr festgeschrieben. Als Ausnahme wurde das Schützenfest umschrieben, das ohnehin schon auf der Oskuhle stattfindet. „Dies sind verträgliche Zeiten. Bei Nichteinhaltung müssen wir zu ordnungsbehördlichen Maßnahmen greifen. Allerdings wird auch der Trägerverein einen Vertrag mit den Anwohnern schließen, der diese Dinge nochmals aufgreift“, sieht Markus Hückelheim die Bedenken der Nachbarn berücksichtigt. Eine schalltechnische Untersuchung komme zu dem Ergebnis, dass das geplante Dorfhaus in Einklang mit den nachbarlichen Schallschutzrechten betrieben werden kann.

Kersting: „Das riecht nach Konflikt“

Das Problem brachte Michael Kersting (SPD) auf den Punkt: „Das riecht nach Konflikt. Die Wohnbebauung steht schon seit vielen Jahren. Die Errichtung eines Dorfgemeinschaftshauses ist sinnvoll. Wir müssen aber sicher gehen, dass die Konflikte ausgeräumt sind.“ Für Bürgermeister Werner Peitz ist die Möglichkeit zur Begegnung ein wichtiger Teil des Hauses. „Alle Vereine stehen hinter dem Gebäude. Es wird keine Gewinnorientierung geben. Der Grillplatz ist schon heute vorhanden und der Musikverein probt auch heute schon bis 22 Uhr im Feuerwehrgerätehaus“, gab Peitz einige Beispiele der schon vorhandenen Nutzung.

Markus Hückelheim betonte, dass die Änderungswünsche der Nachbarn in die Planungen eingeflossen seien und der Trägerverein an der Akzeptanz durch die Anwohner arbeite. Die Lösungsvorschläge würden in die Pläne aufgenommen und somit die Nutzung wie auch die Nutzungsdauer festgeschrieben. Schließlich empfahl der Bauausschuss einstimmig die Änderung des Bebauungsplanes und machte den Weg für das Dorfgemeinschaftshauses frei.

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