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Delbrücker Tross organisiert winterliches Markttreiben in Sudhagen

Dem Mittelalter auf der Spur

Delbrück (WB). Es muss irgendetwas Besonderes und Geheimnisvolles „dran“ sein am Mittelalter. Etwas, was die Menschen viele, viele Jahrhunderte nach dieser Epoche auch heute noch so fasziniert, dass Mittelaltermärkte Publikumsmagneten sind – vor allem dann, wenn sie so vortrefflich aufgezogen werden wie der winterliche Mittelaltermarkt im Gastlichen Dorf in Sudhagen.

Jürgen Spies

Deftige Kost vom rotierenden Schweinegrill: Wilfried Remmert (links) Vorsitzender des Vereins „Delbrücker Tross“ und Marktmeister, briet drei junge Schweine. Die geschlachteten „Läufer“ sind meist zwischen 25 und 50 Kilogramm schwer. Foto: Jürgen Spies

Viele hundert Besucher nutzten am Wochenende wieder die Gelegenheit, auf dem Gelände und in den Gebäuden eine Zeitreise zu unternehmen. Zelte am Lagerfeuer, Händler und Handwerker, Musikanten, Tänzerinnen und Gaukler sorgten für Kurzweil beim Bummeln, Handeln, Speisen und Trinken. Die Mitglieder des Vereins „Delbrücker Tross” sind als Veranstalter bundesweit bekannt dafür, dass Märkte unter ihrer Regie top organisiert sind und dass der Kommerzgedanke (ohne den es ja auch nicht funktioniert) nur die zweite Geige zu spielen scheint.

Produkte aus Bernstein und mehr

Das wissen Aussteller und Besucher, die von weither anreisen, zu schätzen. Was beim winterlichen Mittelaltermarkt so alles angeboten wird, lässt sich anderswo gar nicht oder höchst selten kaufen, darunter Schilde, Schwerter, Armbrust und Bögen; Hornspielwaren, Produkte aus Bernstein, Rentierfelle, Met, handgemachter Senf, individuelle Lederwaren und Unikat-Schmuckstücke, Pergament und vieles mehr.

Klar, dass auch wieder zahlreiche Musikanten mit heutzutage selten gespielten Instrumenten das Publikum unterhielten.

Fingerringe aus verschiedenen Hölzern

Erstmalig als Aussteller dabei war diesmal Stefan Sontowski. Der Kunsthandwerker hatte unter anderem Fingerringe aus verschiedenen Hölzern sowie andere Produkte aus stabilisierten Hölzern mitgebracht. Auch wenn es solche kunsthandwerklichen Waren im Mittelalter gewiss nicht gehandelt wurden, passte der Stand von Stefan Sontowski dennoch gut ins urige Fachwerkgebäude. Dass Sontowski ursprünglich mal den Beruf des Messermachers erlernt hat, spürt man heute noch: „Ich baue Messer um, besorge mir aber auch mal Klingenrohlinge und fertige die Griffe selbst“, erläutert der 56-Jährige und erklärt: „Stabilisiertes Holz ist ein Verbundwerkstoff aus Holz und Acrylaten. Verrottetem Holz wird durch Vakuum Luft entzogen; unter hohem Druck, bis zu 300 bar, wird dann Kunstharz oder Acryl reingepresst. So entsteht nach dem Aushärten ein sehr widerstandsfähiges Material.“

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