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Delbrücker Gewerbegebiet an der Hövelhofer Straße wird nicht wie geplant erweitert

Der Wald ist wichtiger

Delbrück (WB). Einstimmig bei einer Enthaltung hatten die Mitglieder des Delbrücker Rates im Februar die Erweiterung des Gewerbegebietes an der Hövelhofer Straße beschlossen. Dazu sollte auch ein etwa 2900 Quadratmeter großes Waldstück weichen. Jetzt folgt die Kehrtwende: Im Bauausschuss am Mittwoch, 30. Oktober, und im Rat am 7. November soll dieser Beschluss aufgehoben werden – aus Klimaschutzgründen.

Meike Oblau

Symbolfoto Foto: dpa/Jens Wolf

»Aufgrund der öffentlichen Debatte um den Klimawandel und seine Folgen sowie dem erforderlichen sensiblen Umgang mit vorhandenem Baumbestand schlägt die Verwaltung vor, das Verfahren zur Änderung des Bebauungsplanes zu beenden«, heißt es in der Vorlage des Fachbereichs Bauen und Planen.

2900 Quadratmeter große Waldfläche soll erhalten bleiben

Im Februar hatte es geheißen, die Stadt Delbrück habe Grundstücksverhandlungen in diesem Bereich erfolgreich abgeschlossen. Der überwiegende Teil der Fläche sei im Bebauungsplan bereits als Gewerbegebiet ausgewiesen, ein 2900 Quadratmeter großer Wald aber nicht. Er gilt als »Fläche zum Erhalt von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen«. Im Februar war das noch kein Grund gewesen, hier keine Erweiterung des Gewerbegebiets voranzutreiben. Nachdem es aber im Öffentlichkeitsbeteiligungsverfahren entsprechende Anmerkungen des Landesbetriebs Wald und Holz und des Kreises Paderborn gegeben hatte, denkt die Stadtverwaltung jetzt um.

»Ich kann und möchte nicht verhehlen, dass bei dieser Entscheidung auch die Diskussionen und die Unterschriftensammlung am Pastorsbusch eine Rolle gespielt haben«, sagte Markus Hückelheim, Fachbereichsleiter Bauen und Planen, gegenüber dieser Zeitung.

Für Tiere ginge ein wichtiger Lebensraum verloren

Sowohl der Kreis Paderborn als auch der Landesbetrieb Wald und Holz hätten im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung darauf hingewiesen, dass es sich bei der Fläche, die sich zwischen Apfelbaumweg, Lindenweg und Birkenweg befindet, um eine Fläche »mit Waldfunktion« handele, die zudem eine Insellage einnehme, so dass die dort heimischen Vögel und andere Tiere nicht so leicht die Möglichkeit hätten, in unmittelbarer Umgebung einen neuen Lebensraum zu finden: »Hier würde für die Tiere wichtiger Lebensraum verloren gehen«, fasst Fachbereichsleiter Markus Hückelheim die Stellungnahmen zusammen.

Ursprünglicher Plan der Stadt Delbrück war es, »im Rahmen einer nachhaltigen Wirtschaftsförderung« diese Fläche als Gewerbegebiet auszuweisen. »Es ist bekannt, dass wir ansonsten derzeit ›blank‹ sind und keine Flächen anbieten können«, sagt Hückelheim. Das 2900 Quadratmeter große Waldstück soll nun unangetastet bleiben. Zum Vergleich: Am Pastorsbusch hätten für das geplante Regenrückhaltebecken nach Angaben aus dem Rathaus etwa 1000 Quadratmeter Wald weichen müssen.

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