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An der Delbrücker Gesamtschule sind 31 Lehrer und zahlreiche Schüler in Corona-Quarantäne

„Die Herausforderung stemmen wir“

Delbrück

Einige wenige positive Coronatests in den Jahrgangsstufen sechs und zehn – und plötzlich fehlen der Gesamtschule 31 Lehrer. Sie alle hat das Kreisgesundheitsamt in Quarantäne geschickt, ebenso wie zahlreiche Schüler. Das WV hat beim stellvertretenden Schulleiter Ralf Lübbert und bei Oberstufenkoordinator Marc Eigendorf nachgefragt, wie die Schule diese Situation meistert.

Meike Oblau

Stellvertretender Schulleiter Ralf Lübbert (rechts) und Oberstufenkoordinator Marc Eigendorf haben zusammen mit ihren Kollegen einen zweiwöchigen Sonderstundenplan ausgearbeitet, der zunächst bis kommenden Mittwoch gilt. Foto: Meike Oblau

„Vorige Woche Donnerstag haben wir gespürt, dass die Einschläge allmählich näherkommen. Am Freitag, 6. November, gab es den ersten Fall in der Jahrgangsstufe zehn“, sagt Ralf Lübbert. Da die Zehntklässler nicht nur rein klassenweise, sondern auch durchmischt in Differenzierungskursen unterrichtet werden, habe man den kompletten Jahrgang nach Hause in den Distanzunterricht schicken müssen, dazu auch etliche Lehrer. Einige Tage später kam ein weiterer Coronafall in einer sechsten Klasse dazu. „Dort betrafen die Quarantänemaßnahmen nur die eine Klasse, aber wiederum viele Lehrer“, sagt Lübbert.

Seither gilt an der Gesamtschule ein zweiwöchiger Sonderstundenplan. „Wir haben überall ein bisschen was weggenommen, zum Beispiel im Bereich Sport. Die Lehrer brauche ich für Mathe, Deutsch oder Englisch“, berichtet der stellvertretende Schulleiter. „Die Kollegen nehmen die Herausforderung an und ihre Aufgaben sehr ernst. Den Schülern wird nichts genommen. Sie haben zum Teil andere Lehrer als gewohnt, aber es entstehen keine Lücken“, sagt Lübbert. „Wir wollen so viele Stunden erteilen wie möglich, aber eben nicht Mandalas ausmalen, sondern Fachunterricht erteilen.“ Die Lehrer, die in Quarantäne seien, unterstützen von zu Hause aus, so gut es geht, zum Beispiel durch die Microsoft-Team-Software.

„Das ist jetzt für alle eine zweiwöchige Belastung, wir hoffen, vom kommenden Mittwoch an wieder in einen normalen Rhythmus wechseln zu können“, sagt Oberstufenkoordinator Marc Eigendorf. Das Kollegium zeige sich sehr engagiert. „Diese Herausforderung stemmen wir“, ist sich Ralf Lübbert sicher, sagt aber auch: „Das ist nur möglich, weil alle an einem Strang ziehen, jederzeit bereit sind, Zusatzaufgaben zu übernehmen und sich wirklich zerreißen.“ Denn nicht nur der Stundenplan musste angepasst werden, auch Fragen nach Bustransfers oder der Koordination des Mensaessens mussten geklärt werden. „Das ist schon echt ein Brett, aber die Zusammenarbeit auch mit den Eltern und dem Schulträger ist klasse“, lobt Ralf Lübbert.

Und so wagt es die Gesamtschule trotz der besonderen Situation nun zusätzlich auch noch, den Elternsprechtag zu stemmen. Die Eltern der Fünftklässler kommen dazu in die Schule. Dafür wurde extra ein eigenes Hygienekonzept erarbeitet, Termine finden nur in Klassenräumen statt, die von außen zugänglich sind. Eltern und Kinder der höheren Jahrgänge werden per Video beraten. „Der Gesprächsbedarf ist definitiv bei allen da, das war vor allem auch eine Rückmeldung nach den Schulschließungen im Frühjahr, und dem wollen wir auch Rechnung tragen“, sagt Ralf Lübbert.

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