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Arnd Zeigler bringt »wunderbare Welt des Fußballs« auf die Bühne in Delbrück

Die lustigste Nebensache der Welt

Delbrück (WB). Fußball ist nicht nur die schönste Nebensache der Welt – sondern vielleicht sogar die lustigste. Zumindest, wenn man Moderator und Buchautor Arnd Zeigler fragt. Der Stadionsprecher von Werder Bremen, der seit Jahren mit seiner Fußball-Sendung »Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs« Erfolg auf der Mattscheibe hat, stellte am Mittwochabend vor 450 Besuchern in der Delbrücker Stadthalle unter Beweis, dass sein Programm auch live prima funktioniert.

Meike Oblau

Hatte die schönsten »Kacktore des Monats« und zahlreiche weitere witzige Fußballanekdoten im Gepäck: Arnd Zeigler. Foto: Meike Oblau

Natürlich hatte sich Arnd Zeigler auf seinen Auftritt in Delbrück akribisch vorbereitet – eine Frage war aber offen geblieben: »Betont man den Namen der Stadt auf der ersten oder auf der zweiten Silbe?« Nachdem das Publikum ihn aufgeklärt hatte, dass die Betonung auf »Del« liegt, kramte Zeigler aus der Fußball-Historie tatsächlich einen Delbrücker Namen hervor: Helmut Schröder aus Sudhagen, der in den 1970er und 1980er Jahren mehr als 300 Erst- und Zweitligaspiele für Arminia Bielefeld bestritt.

Mehr SCP- als Arminia-Fans

Mit der Einschätzung, dass die Vorliebe vieler Delbrücker Fußballfans der Arminia gelte, lag der Experte allerdings daneben, wie die Reaktionen im Saal deutlich zeigten. Zumindest am Mittwochabend waren deutlich mehr Anhänger des SC Paderborn in Delbrück versammelt.

Aber ja, SC Paderborn, da gibt es natürlich auch einen Namen, der sich für lustige Anekdoten nun wirklich geradezu anbietet: Stefan Effenberg. Die Besucher in der Stadthalle durften sich per Videoeinspieler an Effenbergs erstem Auftritt im Aktuellen Sportstudio ebenso ergötzen wie an Fotos des Paderborner Ex-Trainers mit seiner Frau, die eher der Kategorie »ziemlich peinlich« zuzuordnen waren.

Aufs Korn genommene Peinlichkeiten

Aber genau diese aufs Korn genommenen Peinlichkeiten machten den Unterhaltungswert des gesamten Abends aus. Die von Zeigler ins Leben gerufene Rubrik »Kacktor des Monats« amüsierte die Zuschauer dabei ebenso Fernsehauftritte von bekannten Kickern aus längst vergangenen Zeiten: Rummenigge trägt einen Pull­over, der aussieht, als sei er aus seiner Jugendzimmertapete hergestellt, Uli Hoeneß findet, dass selbstverständlich seine Frau fürs Waschen seiner Socken zuständig ist – und dann hat Zeigler noch eine besondere »Perle« aus dem WDR-Archiv mitgebracht: eine Fußballreportage aus dem Ruhrgebiet der 1960er Jahre. »Kein Knabe, der nicht hofft, später mal in der Bundesliga zu kicken«, heißt es dort, ehe die Kamera zu einem einzelnen Mädchen schwenkt: »...während die Mädchen nur hoffen können, einen Lizenzspieler abzubekommen«, sagt der Kommentator – und meint das ernst.

Auch was eigentlich aus Helmut Schröder geworden ist, kann Arnd Zeigler beantworten: »Googeln Sie mal ›Helmut Schröder Delbrück‹. Als erstes bekommen Sie angezeigt: ›Dauerhaft geschlossen‹«. Wieder was gelernt

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