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Busfahren in Delbrück könnte bald günstiger werden

Ein-Euro-Ticket soll kommen

Delbrück (WB). „Wir wollen das!“, brachte Brigitte Michaelis (PID) die Haltung der Mitglieder des Umwelt-, Bau- und Planungsausschusses auf den Punkt. Vertreter aller Delbrücker Parteien sprachen sich für die Einführung eines Ein-Euro-Tickets im Delbrücker Busnetz aus. Gleich zwei, von CDU und PID unabhängig voneinander gestellte Anträge hatten die Einführung eines Ein-Euro-Tickets zum Ziel. Bislang hatten juristische Bedenken eine Einführung verhindert, allerdings hat sich diese Haltung nun verändert.

Axel Langer

Wird das Busfahren innerhalb Delbrücks bald preiswerter? Vertreter aller Ratsfraktionen haben sich für die Einführung eines Ein-Euro-Tickets ausgesprochen. Diskutiert werden soll das auf einer Bürgermeisterkonferenz im September Foto: dpa/Hauke-Christian Dittrich

„Mit Änderungen im Westfalen-Tarif zum 1. August wurde im Gebiet der Stadt Paderborn für die Kurzstrecke das Ein-Euro-Ticket eingeführt. Auch die Stadt Salzkotten hat dies beim Nahverkehrsverbund nph beantragt“, heißt im Antrag von Reinhold Hansmeier (CDU). Er sieht darin eine Attraktivitätssteigerung des innerstädtischen ÖPNV sowie eine Möglichkeit, die zentralen Einrichtungen in Delbrück aus den Ortsteilen besser zu erreichen.

Bessere Auslastung ist eines der Ziele

Eine bessere Auslastung des ÖPNV sowie Kohlendioxid-Einsparungen sehen Reinhold Hansmeier wie auch Brigitte Michaelis (PID) als weitere postive Effekte. „Wir möchten in den kommenden Haushaltsberatungen die Weichen für ein Ein-Euro-Ticket stellen. Auch für Schüler, die nicht unter die Schülerfahrtkostenverordnung fallen, würde dies die Busnutzung attraktiv machen“, sieht Brigitte Michaelis weitere Pluspunkte in einem günstigen Ortsticket.

„Wir haben schon mehrfach versucht, das Ein-Euro-Ticket einzuführen. Bislang ließ die Tarifhoheit des nph dies nicht zu. Wir bohren hier dicke Bretter“, erklärte Bürgermeister Werner Peitz, dass alle Buslinien im Delbrücker Land hier mit eingebunden werden müssten.

Vergünstigung war bisher juristisch nicht möglich

Fachbereichsleiter Manuel Tegethoff ergänzte, dass ein Ein-Euro-Ticket bislang juristisch nicht durchsetzbar waren. Der nph habe bislang kein Interesse der Kommunen gesehen. „Jetzt gibt es neue Möglichkeiten. Die Bürgermeisterkonferenz wird sich im September damit befassen“, kündigte Tegethoff an. Die Umlegung der Kosten eines jeweils örtlich geltenden Ein-Euro-Tickets auf den nph und somit auch auf Kommunen, die das Ein-Euro-Ticket ablehnen, war wohl bislang einer der Knackpunkte.

Jürgen Wrona (Grüne) sieht sehr wohl Möglichkeiten zur Umsetzung, dies würde aber viel Abstimmungsarbeit erfordern. Eine Studie des nph ginge von einem Kostenanteil von 46.000 Euro für die Stadt Delbrück bei Einführung des Ein-Euro-Tickets im Stadtgebiet aus. „Das Ticket ist machbar, wir müssen jetzt sagen, dass wir es wollen“, so Wrona.

In der Diskussion ergab sich eine deutliche Mehrheit, in der Ratssitzung an diesem Donnerstag, 27. August, eine Resolution für das Ein-Euro-Ticket zu verabschieden. Diese stärke dem Bürgermeister bei den Verhandlungen den Rücken und sei eine klare Meinungsäußerung für die Einführung dieses Tickets, waren sich die Ausschussmitglieder einig.

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