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In geheimer Abstimmung hat Rat der Stadt Delbrück den Antrag abgelehnt

Elternabfrage wird es nicht geben

Delbrück (WV). In geheimer Abstimmung hat der Rat der Stadt Delbrück am Donnerstagabend die Durchführung einer förmlichen Elternabfrage zur Feststellung des Bedürfnisses nach einer städtischen Realschule in Delbrück abgelehnt. Für den Antrag der fraktionslosen Ratsmitglieder Hans-Theo Sasse und Roze Özmen (FDP), eine Elternabfrage durchzuführen, stimmten 14 Ratsmitglieder, 22 sprachen sich dagegen aus.

Jürgen Spies

Symbolbild. Foto: dpa

14 Ratsmitglieder dafür, 22 dagegen

»Somit wird es keine Bedürfnisabfrage geben«, stellte Bürgermeister Werner Peitz fest. Etwa 150 Zuhörer hatten zuvor eine lebhafte, gut einstündige Debatte verfolgt. Auf den Zuschauerplätzen saßen hauptsächlich Vertreter der Elterninitiative »Eine Realschule für Delbrück« sowie Elternvertreter der Gesamtschule.

Roze Özmen und Hans-Theo Sasse, der seinen Antrag auf geheime Abstimmung durchbringen konnte, betonten, es müsse endlich Klarheit geschaffen werden. Dies sei mit einer förmlichen Abfrage bei Eltern von Grundschülern möglich.

Brigitte Michaelis (PID) sagte, es handle sich bei den Befürwortern der Realschule keineswegs nur um eine Handvoll Eltern; deren Wunsch nach einer Alternative zu Gesamtschule und Gymnasium könne sie nachvollziehen. Ursula Schormann (CDU) befürwortete die Elternabfrage; sie habe »Vertrauen in die Urteilskraft der Eltern.« Klar gegen die Abfrage positionierten sich unter anderem Willibald Haase (SGD) sowie Andreas Konuk (B90/Die Grünen). Konuk warnte Befürworter davor, »mit dem Kopf durch die Wand zu wollen«.

Auch einige CDU-Ratsmitglieder müssen mit »Ja« gestimmt haben

Das Abstimmungsergebnis machte deutlich, dass auch einige CDU-Ratsmitglieder mit »Ja« gestimmt haben müssen. Meinolf Sandbothe (CDU) hatte vor der geheimen Abstimmung bemerkt, es gebe aus seiner Sicht nicht viele Entscheidungen, die »so schwer zu treffen sind wie diese heute«.

Bürgermeister Werner Peitz erinnerte daran, dass die Bezirksregierung zwar darauf hingewiesen habe, die Neugründung einer städtischen Realschule sei zwar rechtlich möglich, schulpädagogisch aber fragwürdig, weil eine neue Realschule die bestehende Gesamtschule schwächen würde.

Anita Papenheinrich (CDU) meinte, unter Abwägung aller Aspekte und des Für und Wider sei sie gegen eine Elternabfrage und eventuelle Schulneugründung. Die Gesamtschule habe noch nicht einmal alle Züge durchlaufen; es müsse jetzt mal Ruhe einkehren.

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