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WLV-Präsident Hubertus Beringmeier nimmt Stellung zum Geflügelpestgeschehen in Delbrück und blickt voraus auf Ostern

„Freilandeier könnten knapp werden“

Delbrück

Bauernpräsident und Paderborner Landwirtevorsitzender Hubertus Beringmeier bittet um Verständnis für den vorbeugenden Schutz wegen der Geflügelpest. Mit großer Bestürzung blickt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Paderborn auf das aktuelle Geschehen in Delbrück im Zuge der Geflügelpestwelle in Deutschland und Europa.

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„Als Landwirt finde ich es schlimm, dass viele Tiere getötet werden müssen und kann nachvollziehen, wie fürchterlich die derzeitige Lage für die Betroffenen sein muss. So etwas tut Geflügelhaltern in der Seele weh“, so Beringmeier, der die Schutzmaßnahmen in Delbrück im Kampf gegen die Seuche für notwendig erachtet.

„Die hoch ansteckende Geflügelkrankheit lässt sich leider nicht behandeln, die Tierbestände können nur durch umfassende Vorsorgemaßnahmen geschützt werden“, so der Vorsitzende. Die strikte Einhaltung aller Hygienevorschriften sei hier die einzige wirksame Gegenwehr, und zwar in großen wie kleinen Tierhaltungen gleichermaßen. Es gehe darum, eine weitere Ausbreitung des Seuchengeschehens zu verhindern.

Es sei auch kein Verschulden eines einzelnen Betriebes, es könne jeden treffen, da das Geflügelvirus H5N8 in der Wildvogelpopulation verbreitet sei. Ähnliches gelte für viele andere Krankheitserreger, die früher hierzulande unbekannt gewesen seien und in einer globalisierten Welt zu einer neuen Bedrohung werden könnten.

Hubertus Beringmeier

Beringmeier, Landwirt in Hövelhof-Espeln, verbindet zugleich die Hoffnung, dass die Infektionskette des Geflügelgrippeerregers im Keim erstickt wird, auch aufgrund der jahreszeitlichen Witterung mit mehr Sonne, höheren Temperaturen sowie zunehmender Tageslänge. „Es ist zu wünschen, dass sich die Infektion nicht weiter ausbreitet und alle unsere Vorsorgemaßnahmen schneller sind als das Virus“, fügt der Vorsitzende an.

Für die heimischen Geflügelhalter sei es eine schwierige Situation mit wirtschaftlichen Folgen, da die Vermarktung der Tiere aufgrund der tierseuchenrechtlichen Vorgaben eingeschränkt ist. Beringmeier verweist auf die Besonderheit in OWL, die deutschlandweit einzigartig ist: „Bei uns sind die Höfe oft spezialisiert auf die Zucht bestimmter Freilandrassen. Diese Legehennen mit bestimmten Farben, sogenanntes buntes Geflügel, werden aus OWL an Hobbyhalter in ganz Deutschland weiter gegeben. Diese Junghennenaufzüchter dürfen derzeit keine Tiere verbringen.“

Außerdem treffe die Reglung die Legehennenhalter, die „Freilandeier“ vermarkten. Sie dürfen nach 16 Wochen Stallhaltung der Hühner ihre Eier nicht mehr aus Freilandhaltung verkaufen, sondern nur noch als Eier aus Bodenhaltung. Beringmeier: „Daher kann es sein, das Freilandeier vor Ostern in einigen Regionen knapp werden könnten.“

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