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Spontaner Aufruf von Sabine Kuhlmann stößt auf große Resonanz – Lastwagen haben tonnenweise Güter an Bord

Hilfe ist auf dem Weg ins Erdbebengebiet

Delbrück (WB/al)

Ungeahnte Folgen der positiven Art hatte ein spontaner WhatsApp­-Aufruf von Sabine Kuhlmann. Ihr Appell, verschiedenste Hilfsgüter für Menschen in Kroatien zu spenden, zog große Kreise. „Binnen gut zehn Tagen haben wir ganz viele Hilfsgüter gespendet bekommen“, sagte Sabine Kuhlmann strahlend.

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Haben etliche Tonnen Hilfsgüter für die Erdbebenopfer in Kroatien gesammelt und sorgen nun für den Transport in die Kleinstadt Petrinja (von links): Karina Kuhlmann, Sabine Kuhlmann, Walter Kuhlmann, Bernd Westerhorstmann und Timo Senftleben Foto: Axel Langer

Nun gingen mehr als zehn Tonnen auf die Reise ins Erdbebengebiet nach Kroatien.

„Ich habe drei Jahre lang in Kroatien als Tauchlehrerin gearbeitet. Es gibt immer noch viele Kontakte, und als das schwere Erdbeben nun für große Verwüstung gesorgt hat und mein damaliger Chef um Hilfe gebeten hat, wollte ich etwas tun“, erläutert Sabine Kuhlmann die Hintergründe für ihr Engagement.

Warme Decken, Kleidung, Haushaltsartikel, Werkzeuge, Stromaggregate, Hygieneartikel und vor allem Lebensmittel – von Konserven über Nudeln bis hin zu Heißwürstchen, Mehl oder Backpulver – wurden gespendet. „In Zagreb und anderen großen Städten klappt die Hilfeleistung gut, aber in den kleineren Städten kommt kaum etwas an. In Petrinja haben Groß- und Feldküchen die Versorgung der Menschen übernommen. Die haben aber nur noch für fünf Tage Lebensmittel, dann sind die Vorratslager leer. Wir wollen zusehen, dass die Küchen am Laufen gehalten werden. Auch in Kroatien herrschen ja aktuell winterliche Temperaturen“, berichtet Walter Kuhlmann.

Der erste Hilfstransport ist inzwischen in Petrinja, das nah am Epizentrum liegt und deshalb besonders stark von Zerstörungen betroffen ist, angekommen.

„Die Hilfsbereitschaft nach dem Aufruf war großartig. Immer wieder haben Menschen Pakete abgegeben. Allen Unterstützern ein großes Dankeschön“, so Sabine Kuhlmann.

Auch Bernd Westerhorstmann vom Elli-Markt in Delbrück unterstützt die Hilfsaktion. Zum einen spendet der Elli verschiedene Lebensmittel, zum anderen stellt er Lagerfläche zur Verfügung, auf der die Hilfsgüter untergestellt und gepackt werden konnten. Allein acht große Paletten wurden so über das Wochenende im Elli-Lager zusammengestellt und abholbereit gemacht.

Die Spedition Henke hat die Paletten zunächst zu einer Sammelstelle nach Stuttgart gebracht. Hier sind am Dienstag die Waren aus Delbrück auf einen kroatischen Lkw umgeladen worden und in Richtung Erdbebengebiet gestartet.

„Wir brauchen für diesen Lkw nur die Spritkosten zu übernehmen. Diese werden wir von den Geldspenden bestreiten“, berichtet Walter Kuhlmann, der selbst mit einem weiteren Lieferwagen mit Hilfsgütern nach Stuttgart gefahren ist und auch beim Umladen mit angepackt hat.

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