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Fast 500 Schüler der Gesamtschule Delbrück auf der digitalen Ausbildungsmesse

Karrieretipps in Coronazeiten

Delbrück

Eine volle Stadthalle an einem winterlichen Samstagmorgen. Unzählige Schüler und ihre Eltern, einige Lehrkräfte, viele Aussteller aus mehr als 50 Unternehmen – das war die Delbrücker Ausbildungsmesse 2020. Von Sicherheitsabständen, FFP2-Masken oder Lüftungskonzepten sprach da noch niemand. Im aktuellen Schuljahr war den Verantwort­lichen der Gesamtschule Delbrück sowie den Ausrichtern der Messe sehr früh bereits klar: 2021 wird es anders laufen müssen.

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Die Studien- und Berufswahlexperten der Gesamtschule Delbrück organisierten die digitale Messe für die Schüler: Loreen Pöthke und Manfred Göke. Foto: Gesamtschule Delbrück

Und Corona macht erfinderisch: Wenn die Schüler nicht zu den Betrieben kommen, kommen potenzielle Ausbildungsbetriebe zu den Schülern, was aufgrund der aktuellen Situation aber unmöglich war. Und so treffen angehende Praktikanten, Azubis und Studenten dort auf mögliche Arbeitgeber, wo sich im Verlauf der Pandemie so viele Veranstaltungen abspielten: im In­ternet.

„Corona hin oder her, unsere Schüler und die Betriebe suchen einander auch mit Blick auf die künftigen Ausbildungsjahrgänge“, sagt Manfred Göke, der die Berufsorientierung an der Gesamtschule koordiniert. „Gerade in dieser wirtschaftlichen Phase ist es wichtig, dass wir unseren Schülern passende Kontakte zur Delbrücker Wirtschaft und darüber hinaus ver­mitteln.“

Damit das gelingt, hatten die Gesamtschule und das BANG-Starter-Center aus Ostenland organisatorisch Großes aufgefahren: Fast 500 Schüler der Jahrgänge 8, 9 und 11 nutzten jetzt das Angebot von 34 Unternehmen aus Delbrück und der Region, indem sie knapp drei Wochen lang immer wieder an Informations- und Fragerunden per Videokonferenz teilnahmen.

Dabei wurden die unterschiedlichsten Interessenlagen abgedeckt: Vom Praktikums- über den Ausbildungsplatz, vom dualen Studium bis zu speziellen Abiturientenprogrammen war alles vertreten. „Da alle Klassen wöchentlich auch per Videoschalte unterrichtet werden, sind unsere Schüler mit der Nutzung besonders vertraut“, sagt Loreen Pöthke vom Team der Berufsorientierung, die sich besonders um die Angebote für die Oberstufe kümmert.

Das Konzept mutete dabei denkbar einfach an: Die Unternehmen stellen sich vor, die Schüler fragen nach. Doch dahinter stand ein enormer Organisationsbedarf: Alle Schüler wählten online mindestens zwei Unternehmensangebote aus, die Wahlen mussten ausgewertet werden. Die Gespräche wollten auch vor- und nachbereitet werden. Für jede Videoschalte musste eine digitale Gruppe angelegt werden, eine moderierende Lehrkraft musste her, jeder Schüler bekam Vorbereitungs- und Auswertungsmaterialien.

„Die Ausbildungsmesse als Präsenzveranstaltung ist für die Schule natürlich deutlich einfacher zu organisieren“, erklärt Manfred Göke, „aber die Berufsorientierung spielt an unserer Schule eine besondere Rolle und der Aufwand lohnt sich definitiv.“

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