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Aus dem Delbrücker Rathaus wird das Oberstufengebäude der Gesamtschule

Klassenräume sind zum Schulstart fertig

Delbrück (WB). An der Marktstraße haben in diesem Sommer die Bauarbeiter das Sagen. Ihr Auftrag: das frühere Rathaus in ein Schulgebäude umbauen. Nach den Ferien wird hier die neue Oberstufe der Gesamtschule einziehen . Zumindest die Klassenzimmer sind dann fertiggestellt. Die Räume für Verwaltung und Lehrer sollen spätestens nach den Herbstferien Ende Oktober nutzbar sein.

Meike Oblau

Die Treppe führte früher unter anderem zum Sozialamt und zum kleinen Ratssaal. Schulleiterin Theresia Diekmann-Brusche und ihr Stellvertreter Ralf Lübbert schauen sich in den Ferien auf der Baustelle des künftigen Oberstufengebäudes um. Foto: Meike Oblau

Im März war bekannt geworden, dass der geplante Umbau teurer ausfällt und auch länger dauern wird als gedacht. Die Umbaukosten kletterten von 1,15 auf fast 1,7 Millionen Euro. Der Rat stellte daraufhin 500.000 Euro zusätzlich bereit. Nachdem die Stadtverwaltung zum Jahresende 2019 aus dem Rathaus ausgezogen war und die Abbruch- und Renovierungsarbeiten im Gebäudeinneren begonnen hatten, stellte sich heraus, dass die Arbeiten an den Elektroleitungen und den elektrotechnischen Anlagen wie EDV, Sicherheitsbeleuchtung oder Notstromversorgung deutlich aufwändiger werden würden als gedacht.

Inzwischen scheint der Bauzeitenplan aber gesichert. Die ersten Klassenräume für die neue Oberstufe sollen übernächste Woche nutzbar sein, die neu geschaffenen Übergänge zwischen der alten Volksschule und dem früheren Rathaus sind bereits fertig.

Im Trauzimmer wird künftig gelernt

Als Schulleiterin Theresia Diekmann-Brusche und ihr Stellvertreter Ralf Lübbert am Dienstag nach dem Rechten sehen, erinnert auf der Baustelle so manches noch an die frühere Nutzung als Stadtverwaltung. Im alten Sitzungssaal, der künftig ein Kursraum sein wird, steht noch das abmontierte Delbrücker Stadtwappen auf dem Fußboden. Im Erdgeschoss prangt an der Wand im Flur noch der große Schriftzug „Bürgerbüro“. Büros sind hinter dieser Wand künftig aber nicht mehr zu finden, hier entstehen Aufenthaltsräume für die Schüler mit Zugang zum kleinen Innenhof. Nicht mehr wiederzuerkennen ist das Trauzimmer. „Hier erwarten wir künftig auch deutlich ausführlichere Wortmeldungen als nur ein ‚Ja‘“, schmunzelt Theresia Diekmann-Brusche.

Neues Unterrichtskonzept mit beschreibbaren Wänden

In den neuen Klassenzimmern der Oberstufe wird bald ein ganz neues Unterrichtskonzept ausprobiert. Derzeit werden in den Klassenräumen alle Wände mit einem speziellen Belag gestrichen, der es demnächst ermöglicht, dass die Wände beschrieben werden können. „In diesen Klassenzimmern wird es kein Vorne und kein Hinten mehr geben, die Lehrer bekommen ein mobiles Stehpult, die Schüler ebenfalls eine variable Bestuhlung mit ausklappbaren Tischen. Das ist ein Schritt auf dem Weg zur Smart School“, sagt Ralf Lübbert.

So können künftig per Beamer nicht nur Bilder auf alle Wände projiziert werden, der neue Wandbelag macht es eben auch möglich, in diese Bilder etwas hineinzuschreiben. Zudem wird ein komplett neues WLAN-Netz aufgebaut. Gemeinsam mit den Eltern wurden für alle Oberstufenschüler Tablets angeschafft.

„Ein Gefühl des Ankommens“

Nachdem die Gesamtschule seit ihrer Gründung immer wieder in räumlichen Übergangslösungen zurecht kommen musste, entwickele sich allmählich „ein Gefühl des Ankommens“, sagt Theresia Diekmann-Brusche. Allein mit ihrem Schulleiterbüro ist sie fünfmal umgezogen. Ihr neue Domizil im alten Rathaus soll jetzt langfristig sein. Und auch wenn die für ihr Büro ausgesuchte Farbe sich, fertig getrocknet, unvorhergesehen in ein dezentes Prinzessinnen-Rosa entwickelt hat: Diekmann-Brusche ist sicher, dass sie sich hier wohlfühlen wird.

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