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Stadt Delbrück rechnet nach erneuter Verzögerung nun mit dem Verkauf der Grundstücke im Sommer 2021

Lerchenweg: Endlich geht es weiter

Delbrück

Nach wochenlangem Baustillstand zur weiteren Erschließung des riesigen Neubaugebietes Lerchenweg (rund 120 Parzellen) im Westen Delbrücks ist es in dieser Woche zu einem außergerichtlichen Vergleich gekommen. Ursache für den Stillstand waren rechtliche Diskussionen und Differenzen zwischen der Stadt Delbrück und einer auswärtigen Firma im Zusammenhang mit der Bauausführung von Kanalisationsarbeiten.

Jürgen Spies

Im Neubaugebiet Lerchenweg – hier eine kleine Teilansicht mit dem Lärmschutzwall im Hintergrund – war es mit weiteren Erschließungsmaßnahmen wochenlang nicht vorwärts gegangen. Grund waren rechtliche Diskussionen, die im Zusammenhang mit Kanalisationsarbeiten aufgetreten waren. Jetzt gibt es aber eine Lösung. Foto: Jürgen Spies

„Damit ist in der Angelegenheit sinngemäß die ‚Kuh vom Eis‘ geholt worden, so dass es – Stand jetzt – keine weiteren Bauzeitenverzug mehr geben wird“, berichtete Bürgermeister Werner Peitz am Donnerstag auf Anfrage des WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATTES. Zur Erinnerung: Ursprünglich wollte die Stadt die ersten Grundstücke in dem Areal zwischen der Bundesstraße 64 und dem Lerchenweg bereits vor fünf (!) Jahren vermarkten. In der Folgezeit stand der Fortgang der weiteren Planung jedoch unter keinem guten Stern. Stichworte hierzu sind die letztlich sehr aufwendige verkehrliche Anbindung des Baugebietes Lerchenweg an die Innenstadt sowie das punktuelle Auffinden (2017) von Altlasten im Erdreich (das WV berichtete mehrfach).

Doch zurück zur bislang letzten Hürde, die jetzt vertraglich genommen wurde: Bürgermeister Peitz mochte und konnte auf Anfrage dieser Zeitung keine näheren Angaben machen, um was es im außergerichtlich geschlossenen Vergleich konkret ging. Nur so viel: Arbeiten, die die Firma ausgeführt hatte, nachdem sie im Ausschreibungsverfahren als günstigste Anbieterin den Zuschlag bekam, führten dazu, dass die Stadt nicht zur Bauabnahme bereit war.

Vergleich zwischen Stadt und Firma

Um eine gerichtliche Auseinandersetzung, die viele Monate hätte dauern können, zu vermeiden, kam es nun letztlich außergerichtlich zu einem Vergleich zwischen der Stadt und der Firma, die im Baugebiet nicht mehr tätig ist. Peitz: „Uns ging es zuletzt insbesondere darum, durch das Schließen eines Vergleichs auch im Sinne der vielen Bauplatzinteressenten, die schon so lange darauf warten, dass es endlich losgehen kann, die Angelegenheit ad acta legen zu können.“ Heinz Börnemeier, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters im Rathaus sowie Leiter des Fachbereiches Zentrale Dienste, ergänzte: „Die Stadt wird noch bekanntgeben, wann der Verkauf der städtischen Grundstücke im Baugebiet Lerchenweg beginnt.“

Die städtischen Baugrundstücke sind zwischen 600 und knapp 1000 Quadratmeter groß. Ein (kleinerer) Teil der gesamten Siedlungsfläche war bekanntlich im Besitz des Grundstückseigentümers, der das Gelände zu einem Großteil an die Stadt verkauft hatte, geblieben. Hier sind in der Zwischenzeit schon einige Parzellen privat an Bauwillige veräußert worden. Doch ohne Fortgang und Abschluss der Erschließungsarbeiten insgesamt können auch in diesem Teil noch keine Häuser hochgezogen werden.

Beseitigung von Altlasten kostet 200.000 Euro

Die 2017 in einem schmalen Streifen zur B64 hin entdeckten, örtlich begrenzten Altlasten im Erdreich sind 2018 ausgekoffert worden. Es handelte sich – wie berichtet – um Hinterlassenschaften einer Teermisch­anlage, die es an dieser Stelle nur für kurze Zeit in den frühen 1960er Jahren gegeben hatte. Etwa 50 Kubikmeter hochbelasteten, wasserunlöslichen Materials wurden auf einer Spezialdeponie entsorgt. Das wenig belastete restliche Umgebungsmaterial wurde in einen Lärmschutzwall verbaut und durch geeignete Maßnahmen so verkapselt, dass es gesetzlich als „gesichert saniert“ gilt. Dieses ganze Prozedere, verbunden mit entsprechendem Zeitaufwand, kostete letztlich rund 200.000 Euro.

Baulich und planerisch aufwendig sowie kostspielig ist bekanntlich auch die verkehrliche Anbindung des Baugebietes Lerchenweg an die Innenstadt. Eine Ampelanlage oder einen Kreisverkehr auf der B64 hatte der Landesbetrieb Straßen NRW abgelehnt. So kam es aus Sicht der Stadt zur Dritte-Wahl-Lösung: Unterführung der B64.

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