1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Delbrueck
  6. >
  7. Peitz setzt auf Erfahrung und Elan

  8. >

Bürgermeister kandidiert erneut in Delbrück und strebt seine dritte Amtszeit an

Peitz setzt auf Erfahrung und Elan

Delbrück (WB). Werner Peitz, seit 2009 Bürgermeister in Delbrück, tritt bei der Kommunalwahl am 13. September erneut als parteiloser und unabhängiger Einzelbewerber für dieses Amt an. In einem Gespräch mit dieser Zeitung erläutert Peitz, was ihn antreibt, ein drittes Mal zu kandidieren, welche Themen und Projekte er rückblickend und vorausschauend in den Fokus rückt und warum ihm der „Wir”-Gedanke dabei so wichtig ist.

Jürgen Spies

Elf Jahre schon ist Werner Peitz Bürgermeister in Delbrück. Diese Erfahrung als Leiter der Stadtverwaltung wirft er bei seiner erneuten Kandidatur in die Waagschale. „Auch diesmal werde ich keine Wahlversprechen machen”, verweist aber auf sein „Wahlprogramm 2025”. Foto: Jörn Hannemann

Herr Peitz, mussten Sie eigentlich lange überlegen, nach 2009 und 2014 auch 2020 noch einmal anzutreten?

Werner Peitz: Nein. Mit jetzt 59 Jahren hätte ich mir im Hinblick auf eine fünfjährige Wahlperiode vielleicht sagen können ‚du bist schon ganz schön alt’. Ich habe mir aber vielmehr gesagt ‚du bist noch jung, fit und voller Tatendrang’! Außerdem bin ich ja nach wie vor sehr gern Bürgermeister in dieser Stadt und möchte, falls ich wiedergewählt werde, noch einige wichtige Projekte, die wir in Delbrück begonnen haben oder bald angehen, noch in der neuen Wahlperiode zu Ende bringen.

Sie sind parteilos. Erläutern Sie doch bitte mal, warum Sie darauf Wert legen, ein unabhängiger Kandidat zu sein?

Werner Peitz: Ich bin noch nie Mitglied einer Partei gewesen, das heißt aber nicht, dass ich politisch uninteressiert bin oder keine eigene politische Meinung habe oder gegen eine Partei oder Parteimitgliedschaft bin. Im Gegenteil: Ich erkenne ausdrücklich die geleistete Arbeit unserer im Rat vertretenen Parteien an. Ich selbst aber möchte lieber auch weiterhin parteilos bleiben, denn als parteiloser Bürgermeister ist es mir eher möglich, sachlich und neutral unterschiedliche Interessen zu bündeln, den Wettbewerb der guten Ideen zu fördern und letztlich gemeinsam die möglichst besten Lösungsansätze zu finden und umzusetzen. Als parteiloser Bürgermeister habe ich den Vorteil, einzig dem Auftrag der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt gegenüber verpflichtet zu sein.

Immer wieder stellen Sie auffällig oft den Gedanken ‚Wir in Delbrück’ heraus und dass in den vergangenen sechs Jahren Rat und Verwaltung gemeinsam Projekte ins Ziel gebracht haben. Nennen Sie bitte einige Beispiele aus ihrer zweiten Wahlperiode.

Werner Peitz: Zunächst einmal: Mit dem Begriff ‚Wir’ meine ich natürlich nicht nur Rat und Verwaltung, sondern auch unsere Bürgerinnen und Bürger. Als Bürgermeister muss man Mannschaftsspieler sein, man braucht die Unterstützung vieler guter Mitspieler in einem Team, um letztlich erfolgreich zu sein. Ich bin dankbar, dass dies in Delbrück weitestgehend so gut funktioniert. Man ist manchmal auch unterschiedlicher Ansicht, ganz klar, aber das halte ich für völlig normal.

Ich bin insbesondere aber auch stolz darauf, dass der ehrenamtliche Einsatz so vieler Menschen, die an einem Strang ziehen, mithilft, unsere Ziele zu verwirklichen und dass dies eine gute Basis ist, alle zehn Ortsteile weiter voran zu bringen. Wir können in Delbrück außerdem froh sein, dass wir so viele tüchtige Unternehmen haben. Vor Ausbruch der Corona-Pandemie hatten wir im Delbrücker Land, um nur eines von vielen positiven Beispielen zu nennen, eine Arbeitslosenquote von 3,3 Prozent. Das ist ein sensationell guter Wert! In Sachen Glasfaserausbau liegen wir in Delbrück in einem landesweiten Vergleich in der absoluten Spitzengruppe, wir haben viel Geld investiert, um Kindergärten zu erweitern, zu modernisieren, das gilt ebenso für die Schulen, wir haben in allen zehn Ortsteilen neue Baugebiete ausgewiesen und erschlossen, die Infrastruktur und die Verkehrs­infrastruktur verbessert, Gewerbeflächen erweitert, das Innenstadtentwicklungskonzept umgesetzt. Das sind wirklich nur einige Stichworte unserer Leistungsbilanz.

Sie haben gerade das Stichwort Innenstadtumgestaltung genannt. Was sagen Sie denjenigen, die die Ansicht vertreten, Delbrück sei vom Erscheinungsbild des Straßenraums her eher grauer geworden?

Werner Peitz: Man sollte vor allen Dingen die riesigen Vorteile sehen, die die Innenstadtumgestaltung gebracht hat. Ganz abgeschlossen sind Umbau und Modernisierung ja auch noch nicht. Es fehlen noch die untere Lange Straße und die Kleine Straße. Bei der schon erfolgten Erneuerung der Straßenzüge Boker Straße, Oststraße, Thülecke, Lange Straße bis Kreisel am Rathaus, Alter Markt, Graf-Sporck-Straße, Kirchplatz nicht zu vergessen, ging dies fast überall einher mit jeweiliger Sanierung der Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, Platzgestaltung, Schaffung von Aufenthaltsqualität und mehr. Der ganze Prozess wird noch fortgesetzt, indem an geeigneten Stellen und zu gegebener Zeit die Straßenräume weiter aufgewertet werden, etwa durch Kunstobjekte. Und die noch jungen Bäume in der Innenstadt werden ja weiter wachsen, so dass die Stadt in wenigen Jahren schon weitaus grüner aussehen wird. Ich sehe da kein Problem.

Nennen Sie drei große Ziele bis 2025.

Werner Peitz: Das Schul- und Sportzentrum soll weiter ausgebaut werden. Daher sind Projekte wie die Errichtung der Oberstufe der Gesamtschule, die anstehende Sanierung des Gymnasiums, der Bau einer neuen 2fach-Sporthalle mit erweitertem Schulraum und Begegnungsräumen sind zentrale Themen der nächsten Jahre. Der Glasfaserausbau in den Außenbereichen startet jetzt im August. Auch das ist ein Riesenerfolg auf den wir sehr stolz sein können. Es gibt aber noch viele weitere Ziele aus meiner Sicht. Unter anderem muss der Brandschutzbedarfsplan gemeinsam Schritt für Schritt umgesetzt werden.

Zur Person

Werner Peitz ist verheirateter Familienvater (Ehefrau Birgit; zwei Kinder). Der Anreppener ist mit seiner Heimatstadt Delbrück durch das Ehrenamt tief verwurzelt und kennt in der Region aufgrund zahlreicher Ehrenämter, die er inne hatte und noch hat (unter anderem Ehrenoberst der Schützenbruderschaft Anreppen, Ehrenpräsident des Karnevalvereins Anreppen), „Land und Leute”. Der leidenschaftliche Musiker (Akkordeon, Keyboard, Gesang) arbeitete bis 2009 in verantwortlicher Position bei Miele. Bei der Kommunalwahl 2009 setzte er sich mit 47,87 % der Stimmen gegen drei Mitbewerber durch; 2014 wurde er ohne Gegenkandidaten mit 89,5 % wiedergewählt.

Startseite