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Modifizierte Entwürfe und Kostenberechnung vorgestellt – Beschlüsse auf Ratssitzung vertagt

Rathausplanung ist auf der Zielgeraden

Delbrück (WV). Die Stadtverwaltung Delbrück sowie Architekt Alhäuser haben am Donnerstagabend in der Sitzung des Bauausschusses die Entwurfsplanung für den Neubau des Rathauses zwischen Himmelreichallee und Kleine Straße vorgestellt. Auf der Grundlage der überarbeiteten Planung bezifferte Fachbereichsleiter Markus Hückelheim die Gesamtkosten für das Rathaus nun auf 9,9 Millionen Euro – Variante ohne Tiefgarage und “Stand jetzt.”

Jürgen Spies

Blick auf die Freifläche in der Delbrücker Innenstadt. Hier, im sogenannten „Himmelreich“, soll auf einer Teilfläche das neue Rathaus gebaut werden. Foto: Besim Mazhiqi

Gegenüber der ursprünglichen Kostenschätzung (2018), also vor dem Ratsbürgerentscheid (Februar 2019), der eine zeitliche Verzögerung mit sich brachte, sind die Kosten aus mehreren Gründen um 1,5 Millionen Euro höher ausgefallen.

Hückelheim: „Zum Zeitpunkt des Ratsbürgerentscheides waren die Baukosten nur geschätzt, Detailplanungen standen noch aus. Preissteigerungen sind seitdem außerdem eingetreten unter anderem durch die geplante Ausstattung der Arbeitsplätze und Versammlungsräume mit Umluftkühlung/Klimaanlage aufgrund der extremen Temperaturen im Sommer der vergangenen beiden Jahre und auch dadurch, dass wir sehr schwierige Bodenverhältnisse, noch schlimmer als befürchtet, vorgefunden haben.“

Zu empfehlenden Beschlüssen kam es am Donnerstagabend nicht. Die Fraktionen werden bis zur Ratssitzung am 11. Februar noch beraten und dann entscheiden. Sachkundiger Bürger Michael Kersting (SPD) kritisierte, dass den Fraktionen die Unterlagen recht kurzfristig zur Verfügung gestellt wurden. Zur Kostensteigerung bemerkte er: „Es kommt so, wie es kommen musste. Es wird von Tag zu Tag teurer. Für die SPD ist das nicht zustimmungsfähig.“

11,755 Millionen für die Variante mit abgespeckter Tiefgarage

Diskussionen lösten in der Bauausschusssitzung die Fragen rund um das Thema Tiefgarage unter dem Rathaus aus. Entgegen der Ursprungsvariante waren die unterirdischen Stellplätze im modifizierten Entwurf von 78 auf 26 reduziert worden. Spricht sich der Rat für eine Tiefgarage im ohnehin notwendigen Kellergeschoss des Neubaukomplex aus, würden Kosten in Höhe von 1,847 Millionen Euro hinzukommen. Dann würde die Investitionssumme auf 11,755 Millionen Euro (Rathaus mit Tiefgarage) steigen – Stand jetzt.

Dass die Verwaltung empfiehlt, die Tiefgarage so stark abzuspecken, liegt unter anderem daran, dass die Stadt unlängst die ober­irdischen Parkflächen an der Himmelreichallee/Kleine Straße in unmittelbarer Umgebung zum neuen Rathaus für 20 Jahre anmieten konnte. Außerdem kann die Stadt auf dem Grundstück des ehemaligen Hauses Sievers an der Boker Straße/Ecke Himmelreichallee öffentliche Parkplätze anlegen.

Oberirdisch Parkplätze anzulegen, ist weitaus günstiger als Stellplätze in Tiefgaragen zu bauen. Dennoch hält die Stadt eine verkleinerte Tiefgarage, die nun nicht öffentlich sein soll, für sinnvoll. Bürgermeister Peitz verweist darauf, dass ansonsten Verwaltungsmitarbeiter ihre Autos auf öffentlichen Flächen abstellen müssten, die dann der Allgemeinheit tagsüber nicht zur Verfügung stünden. Außerdem gehe es darum, sich jetzt die bauliche Option zu sichern, wenn in 20 oder mehr Jahren die angemieteten Parkplätze doch nicht mehr zur Verfügung stünden und dann eine Tiefgarage vorhanden ist, die sich unter dem sogenannten Grünen Platz, der am neuen Rathaus entstehen wird, erweitern ließe. Markus Hückelheim wies ferner darauf hin, dass eine Verkleinerung der Tiefgarage zudem den Vorteil bringe, dass man sich die deutlich erhöhten Auflagen sparen könne, die bei einer Tiefgarage ab 1000 Quadratmetern zu erfüllen wären.

Die Zufahrt zur Tiefgarage ist laut Planung an die südöstliche Ecke des pentagonförmigen Rathauses verlegt worden. Ein Vorteil: Die Rampe fällt jetzt wesentlich kürzer aus.

Apropos Grüner Platz: Dafür gibt es laut Hückelheim noch keine Detailplanungen. Es deute sich an, dass es für den Platz Fördermittel geben könne, bis zu 50 Prozent. Der Grüne Platz ist in der jetzigen Kostenberechnung noch nicht erfasst.

103 Arbeitsplätze verteilt auf vier Geschosse

Im vierstöckigen Neubau (drei Geschosse plus Staffelgeschoss) sollen 63 Büros (103 Arbeitsplätze) entstehen. Weitere Stichworte in Kürze unter anderem: Der Neubau ist dank einer Fahrstuhlanlage komplett barrierefrei; im Erdgeschoss entsteht ein öffentliches und auch von außen erreichbares WC.

Sollte der Rat am 11. Februar der Planung zustimmen und im Sommer 2020 die Baugenehmigung vorliegen, könnten im Herbst die Bauarbeiten beginnen. Läuft alles nach Plan, wird das Rathaus im Frühjahr 2023 bezugsfertig sein. Rechnet man die Preissteigerungen bis dahin sowie die Kosten für die Tiefgarage hinzu, könnten sich die Gesamtkosten auf letztlich 12,6 Millionen Euro summieren.

Jürgen Wrona (Grüne), der das gesamte Vorgehen zum wiederholten Male heftigst kritisierte („das Lügengebäude ist endlich zusammengebrochen”) vermutet, dass die Kosten bei „etwa 14 bis 16 Millionen“ landen könnten.

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