Erschließungsarbeiten haben begonnen – Westfalen Weser verweist auf einen Energiewende-Baustein

Schöning kommt ans Erdgasnetz

Delbrück-Schöning

Die zu Beginn des Rates vom Delbrücker Rat beschlossene Erdgasanbindung des Ortsteils Schöning wird jetzt vom Energieversorgungsunternehmen Westfalen Weser (WW) umgesetzt: Mit dem Spatenstich für die Verlegung der Hauptleitung von Nordhagen nach Schöning wurden nun die Bauarbeiten offiziell gestartet.

Jürgen Spies

Leonie Riekschnitz, Michael Wippermann und Bürgermeister Werner Peitz beim Ortstermin mitten in der Feldflur. Hier liegen Erdgasleitungen schon zur Verlegung bis nach Schöning bereit. Schöning wurde für die exemplarische Untersuchung und letztlich für den Erdgasanschluss ausgewählt, weil sich hier der Gebäudemix (kompakte Bebauung im Ortskern, Siedlungen aus verschiedenen Jahrzehnten, kleine und große Gewerbebetriebe) als geeignet für das Projekt erwiesen hat. Zur Investitionssumme machte Westfalen Weser keine Angaben. Foto: Jürgen Spies

Das Besondere an der Erdgaserschließung des Dorfes (rund 1525 Einwohner) an der Ems: Dem Projekt war eine exemplarische Untersuchung der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TU OWL) und der Beratungsagentur Energielenker zu der Frage, ob Erdgas ein wichtiger Baustein der Energiewende sein kann. Auftraggeber dieser Studie war die Westfalen Weser GmbH.

Bei einem Ortstermin am Mittwoch in der Feldflur am Schmalen Weg sagte Michael Wippermann (Prokurist; Bereichsleiter Netzvertrieb Westfalen Weser Netz), dass die Hauptversorgungsleitung von Nordhagen nach Schöning noch in diesem Jahr verlegt sein soll. Die neue Trasse ist mehr als fünf Kilometer lang. Sie zweigt von einer Gashochdruckleitung ab, die seit vielen Jahren entlang der Westenholzer Straße verläuft. Für den Anschluss der Mitteldruckleitung wird in Nordhagen eigens eine neue Erdgasregelstation gebaut.

„Ab 2022 wird dann der Schöninger Ortskern Bereich für Bereich mit etwa 800 Metern Erdgasleitungen jährlich je nach Bedarf erschlossen“, berichtet Leonie Riekschnietz (WW-Netz Kommunalmanegement). Fest stehe allerdings auch, dass nicht jeder weit im Außenbereich liegende Hof angeschlossen werden könne.

Die Voruntersuchung war im vorigen Jahr von der WW in Zusammenarbeit mit der Stadt Delbrück initiiert worden, weil Bestandsgebäude meist die aktuell notwendigen energetischen Standards der Wärmeschutzverordnung nicht erreichen. Sie können oft nur mit hohem wirtschaftlichen und technischem Aufwand erlangt werden. Nach Angaben von Michael Wippermann könne Erdgasnutzung deshalb eine echte Alternative sein; dies habe auch die Untersuchung bestätigt. Die spezifischen CO2-Emissionen von Erdgas seien deutlich niedriger als beispielsweise die von Öl; angereichert mit aufbereitetem Biomethan oder gemischt mit Wasserstoff „können die CO2-Emissionen noch weiter verringert werden“, erläuterte der WW-Prokurist.

Bürgermeister Werner Peitz erinnerte beim Ortstermin daran, dass in Deutschland in Neubauten keine Ölheizungen mehr eingebaut werden dürfen und dass in Altbauten bestehende Ölheizungen mit wenigen Ausnahmen spätestens 2026 ausgetauscht sein müssen. „Eine Erdgaserschließung von Schöning ergibt vor diesem Hintergrund sehr viel Sinn“, bekräftigte Peitz zum Start der ersten Arbeiten. Es werde eine zukunftsweisende Grundstruktur im Gasversorgungsnetz errichtet.

Während der Bauarbeiten kann es für den Durchgangs- und Parkverkehr entlang der Trassen zu Einschränkungen kommen, die dann entsprechend ausgeschildert werden.

Leonie Riekschnitz wies darauf hin, dass WW am 10. Juni eine Online-Infoveranstaltung plant, bei der alle Interessierten den Stand der Dinge erfahren und ihre Fragen stellen können. Anmeldung per E-Mail an: kommunalmanegement@ww-energie.com

Nach der Anmeldung werden die Zugangsdaten für die Onlineveranstaltung per E-Mail zugesendet.

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