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Zwischenbericht im Sozialausschuss in Delbrück verdeutlicht Notwendigkeit zur Aufstockung des Stellenplans

Schulsozialarbeit wird unverzichtbar

Delbrück

Der Bedarf an weiterem Personal in der Schulsozialarbeit an Grundschulen im Delbrücker Land ist unstrittig. Deswegen wollen Rat und Verwaltung der Stadt Delbrück nun den Stellenplan um 1,5 Stellen auf künftig 3,5 Stellen aufstocken. Wie dies finanziert werden kann, soll die Kämmerei in Kürze aufzeigen.

Jürgen Spies

Ein achtjähriger Junge nimmt im Fach Mathematik seine Finger zur Hilfe um besser zu zählen. Noch ohne Schulsozialarbeit sind in Delbrück die Grundschule Ostenland, Lippe-Grundschule Boke sowie der Grundschulverbund Westenholz-Hagen. Foto: dpa

Die 1,5 Stellen sollen zunächst auf zwei Jahre befristet sein, hieß es dazu in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses. Die Grundschulen hatten die Aufstockung schon im November 2020 beantragt.

Zur Erinnerung: Der Rat der Stadt Delbrück hatte Anfang Juli 2019 mehrheitlich die Schaffung einer weiteren Stelle der Schulsozialarbeit an den Grundschulen in Trägerschaft der Stadt Delbrück beschlossen. Die Grundlage für diesen Beschluss war ein Antrag des Arbeitskreises der Delbrücker Grundschulen. Nach Abstimmung mit den Schulleitungen der Grundschulen wurde durch die Verwaltung jeweils eine halbe Stelle Schulsozialarbeit an der St.-Marien-Schule in Delbrück-Mitte (187 Jungen und Mädchen) und an der Grundschule Westerloh (188 Schülerinnen und Schüler) in Lipp­ling zum Schuljahr 2019/20 geschaffen.

An der Johannesschule (etwa 300 Kinder) in Delbrück-Mitte gab es zu diesem Zeitpunkt bereits eine Stelle, die es auch heute noch gibt. Für die Stelle von Schulsozialarbeiter Daniel Reiffer bekommt die Stadt eine Landesförderung in Höhe von 50 Prozent. Die unbefristete Stelle wird durch das Land NRW refinanziert, da sie über Lehrerstellenanteile beantragt wurde. Für die im Juli 2019 geschaffene Stelle (Julia Schmelter) und für die künftige 1,5-Stelle bekommt die Stadt – Stand jetzt – keine Förderung.

Wie aus einer Einleitung zur Konzeption der Schulsozialarbeit an den Grundschulen hervorgeht, spielen die Wirkungen des sozialen Wandels, die plurale Gesellschaft sowie die Migration von Familien mit unterschiedlichen Kulturen zunehmend auch im ländlich geprägten Raum eine Rolle und wirken sich unmittelbar auf die pädagogische Arbeit in den Schulen aus. Zahlreiche soziale Probleme und Risiken werden immer mehr ein Thema für die Schulen und die Jugendhilfe. Darüber hinaus bewegen veränderte Rollenidentitäten und eine Vielzahl an geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen oft beide Elternteile gleichzeitig zur Berufstätigkeit. Außerdem wächst der Anteil alleinerziehender Mütter und Väter.

„Dadurch entsteht ein dringender Bedarf an zusätzlichen Bildungs- und Präventionsmaßnahmen, psychosozialer Betreuung und emotionaler Entlastung, weil sich die familiäre Erziehung mit ihrer notwendigen emotionalen Zuwendung und Versorgung signifikant verändert“, sagte Julia Schmelter. Dies wiederum wirke sich auf den Handlungsbedarf in der Schule aus.

Der Erfahrungsbericht der Schulsozialarbeiterin in der Ausschusssitzung, ausführlich und ungeschönt vorgetragen, verdeutlichte, dass Schulsozialarbeit erforderlich ist, frühzeitige individuelle soziale Betreuung und Förderung einzelner Kinder ermöglicht, aber auch, dass ohne Schulsozialarbeit manche Fälle von Vernachlässigung bis hin zur Kindeswohlgefährdung möglicherweise nicht aufgefallen wären. Noch ohne Schulsozialarbeit sind: Grundschule Ostenland (126 Kinder), Lippe-Grundschule Boke (225), Grundschulverbund Westenholz-Hagen (252).

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